Ungarn zu Unrecht am Pranger

In der Europäischen Union gehört Ungarn zu den Ländern, die jene christlichen Werte vertreten, unter denen Europa unter Robert Schumann, Alcide De Gaspari und Konrad Adenauer angetreten ist. Die gemeinsame Union für Kohle und Stahl war das politisch durchsetzbare Instrument für ein auf christlichen Werten aufgebautes Europa. Inzwischen dominieren Wirtschaftsfragen und die Durchsetzung liberaler, antichristlicher Ideen das Feld. Symptomatisch dafür war, dass der Gottesbezug nicht in die Verfassung des neuen Europa aufgenommen wurde.
Ungarn vertritt mit seiner Verfassungsreform und mit den Leitlinien der Orban-Regierung eine Politik auf christlichen Wertvorstellungen. (siehe „Fels“ 6/2014 „Warum die ungarische Regierung in der Europäischen Union aneckt“). Dass sie damit bei den bestimmenden Kräften und Parteien in der EU, mit Ausnahme der Europäischen Volkspartei (EVP) auf Widerstand stößt, liegt auf der Hand. Jede sich bietende Möglichkeit die Orban-Regierung anzugreifen, wird von den Medien aufgegriffen, um sie in eine extrem radikale rechte Ecke zu stellen. Der letzte Versuch dafür war die geplante sogenannte „Internetsteuer“. In den Medien schien es, dass in Ungarn die Meinungs- und Pressefreiheit in Gefahr sei. Es wurde von Massenprotesten berichtet, wobei die Zuschauer nicht überprüfen konnten, wie authentisch die Bilder im Fernsehen diesen „Massenprotest“ wiedergaben und mit welchen Parolen die Menschen auf die Straße gebracht wurden. Tatsächlich „hätte die Steuer allein die gewinnorientierten Provider getroffen; diese hätten sie nicht auf die Kunden umlegen dürfen. Von einer symbolisch aufgeladenen Einschränkung der Meinungsfreiheit, wie sie Opposition, Medien und auch Vertreter der EU gerne sehen möchten, kann also nur unter Missachtung jeglichen Wohlwollens die Rede sein. Es werden viel mehr staatliche Fördergelder in Höhe von mehreren hundert Milliarden Forint für den flächendeckenden Netzausbau verwendet“ (Johannes Isépy, Die Tagespost, 6.11.14). Die Kritik an der Orban-Regierung ist zu durchsichtig, um nicht von ihrer Absicht her erkannt zu werden.

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Ungarn zu Unrecht am Pranger

  1. Gerhard Ley sagt:

    Gefällt mir sehr ! Aber Ungarn liegt nicht im Mainstream und das ist heute sehr gefährlich, weil die GUTMENSCHEN nur zu Leuten tolerant sind, die ihrer Meinung entsprechen. Andere werden bis zur Vernichtung bekämpft, gemobbt und verleumdet. Leider macht ein Großteil der Medien hier kräftig mit.
    Leute, wir nähern uns der Meinungsdiktatur auf schnellen Schritten.

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