Anmerkungen zur selektiven Abtreibung

Auch in Europa werden gezielt weibliche Embryonen, d.h. ungeborene Mädchen mittels PID (Päimplantationsdiagnostik) abgetrieben. Es wäre also Heuchelei, mit dem Finger auf China oder Indien zu zeigen. Diese selektive Abtreibung hat Frauenverbände auf die Palme gebracht. Und dies hat auch die Medien aufgeschreckt. Schließlich sind die Frauen ein wesentlicher Teil ihrer Klientel. Die säkularen Medien nehmen aber nicht das eigentliche Problem, die Abtreibung als solche, ins Vesier. Sie geben sich lediglich empört darüber, weil mehr Mädchen als Jungen ausselektiert bzw. abgetrieben werden. Am Beispiel eines bezeichnenden Artikels in der Augsburger Allgemeinen „Abtreibungen alamieren Europa“ und „Unverzeihlicher Mißbrauch“ vom 5./6.1.2013 wird das deutlich. Nachstehender Text eines Leserbriefes an die AZ, der nicht abgedruckt wurde, zeigt dies:
Die „zunehmende gezielte Tötung weiblicher Embryonen“ wird als „unverzeihlicher Mißbrauch“ der Präimplatationsdiagnostik (PID) zu Recht gerügt, „wovor die Kritiker gewarnt haben“. Diese Kritiker haben nicht nur deswegen gewarnt, weil Kindern, denen das gewünschte Geschlecht und weitere Eigenschaften von Wunschkindern fehlen, abgetrieben würden, sondern besonders solche mit körperlichen Defekten und Krankheiten. Warum? Weil für viele menschliches Leben nicht mehr unantastbar und schützenswert ist. Völlig unverständlich ist deswegen der Satz: „dennoch bleibt der Streit um die fast schon systematische Abtreibung weiblicher Embryonen kein Anlass, um Schwangerschaftsunterbrechungen grundsätzlich wieder auf den Prüfstand zu stellen“. Warum eigentlich nicht? Die so genannte „Schwangerschaftsunterbrechung“ ist die definitive Tötung ungeborener Kinder. Die in Deutschland gültige Regelung der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung sollte nach dem Gesetzgeber die Zahl der Abtreibungen verringern. Diese Regelung ist nach dem Willen des Bundesverfassungsgerichtes auf den Prüfstand zu stellen, ob sie sich bewährt hat. Dies ist aber, bezogen auf die Frauen im gebärfähigen Alter, nicht der Fall. Zwischen 1974 und 2011 sind nach offiziellen Angaben des statistischen Bundesamtes fünf Millionen, nach plausiblen Schätzungen (Prof. Manfred Spieker) neun Millionen Kinder abgetrieben worden. Die Abtreibungsrate ist nicht zurückgegangen – und das im geburtsschwächsten Land Europas, das einer demographischen Katastrophe zutreibt.

Hubert Gindert

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