Tausende von Kirchenschändungen. Wo bleibt die Antwort der DBK?

Alleine in Nordrhein-Westfalen gab es seit Januar 2010 3.504 Einbrüche in Kirchen. Das teilte NRW-Innenminister Jäger (SPD) auf die Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mit. Siehe:   http://www.kath.net/news/49462 

Es wird nicht nur gestohlen in Kirchen sondern es werden auch die Kirchen als Toiletten benutzt, die Beichtstühle und die Orgelemporen als Lodderbett missbraucht, der Altarraum als Kulisse für Pornodreh provokativ geschändet, die Tabernakel aufgebrochen und Hostien für satanische Riten entwendet sowie allerlei Verwüstungen angerichtet wie z.B. die Zerstörung von wertvollen alten Kirchenfenstern etc. und das nicht  nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa besonders in Frankreich.
Woher kommt dieser Hass auf das Christentum und dieser Zerstörungswille? Bevor wir dieser Frage nachgehen, müssen wir noch betonen, dass in ganz Europa Christen ihres öffentlichen Bekenntnisses wegen berufliche Nachteile hinnehmen müssen und sogar wie in Großbritannien verhaftet und vor den Kadi gezerrt werden.
Man kann es einfach nicht mehr übersehen, dass in Europa das Christentum nicht nur verdunstet, sondern die Frage sei gestellt, ob das Christentum bei uns noch Wurzeln hat. Mattias Matussek hat das jüngst bestritten. (Siehe kath.net-Bericht)
Was also ist der Grund für diese immer aggressiver werdende Haltung gegenüber dem Christentum? Es ist nicht ein Grund sondern es sind viele. Zunächst ist da die Verdunstung des Glaubenswissens unter denen, die sich noch offiziell als Christen bezeichnen und von denen ein immer kleiner werdender Teil seinen Glauben praktiziert.
Daran ist die Kirche besonders bei uns nicht unschuldig. Katechese und Religionsunterricht, der den Namen christlich oder gar katholisch verdient, findet seit Jahrzehnten selten statt und wenn, dann nur in Nischen. An den theologischen Fakultäten glauben nur noch zwei von hundert Lehrenden nach der Aussage des bedeutenden Exegeten und Bibelforschers Klaus Berger  an die Auferstehung Christi. Dieses fasste ein katholischer Priester in Baden in einer Predigt so zusammen: „Die Krippe in Bethlehem war leer und das Grab in Jerusalem war voll.“
Aber nicht nur hier haben Männer und Frauen der Kirche versagt, sondern auch bei der Handhabung der schlimmen Missbrauchsfälle und in anderen Angelegenheiten.
Aber auch viele Gläubige haben in Ermangelung jeden Glaubenswissens die Auffrischung ihrer Kenntnisse nicht an der Quelle sondern an den trüben Gewässern von kirchen- und glaubensfeindlichen Medien gesucht.
Damit sind wir bei einem der schwerwiegenden Gründe für die Feindschaft gegen das Christentum. Viele der Leitmedien sind dem immer mehr aggressiv auftretendem Atheismus gefolgt und haben die Feindschaft gegen die Kirche und ihre Repräsentanten kräftig geschürt. Es ist zwar kirchenpolitisch höchst inkorrekt, so etwas zu sagen, aber der aufmerksame Leser, Hörer, Zuschauer weiß, was gemeint ist.
Oft wird diese Feindschaft gegen das Christentum und die Kirche den Menschen sehr geschickt und unterschwellig untergejubelt und ich will gerne zugeben, dass das manchem Journalisten in seinem Ausmaß nicht bewusst ist. So hat ausgerechnet der WDR in einer Fernsehsendung im Jahre 2013 noch sehr objektiv über Kirchenschändungen  berichtet. Aber wenn man heute Kirchenschändung, Kirchenplünderung etc. googlet, dann findet man sehr wenig darüber in den Zeitungen und anderen Medien. Es sind hauptsächlich katholische Privatseiten oder Blogs, die darüber berichten.
Auf der kirchenamtlichen katholischen Internetseite, die mit viel Geld aus unseren Kirchensteuern betrieben wird, habe ich dazu nichts finden können ebenso wie auf der Seite der deutschen Bischofskonferenz.
Ein weiteres Motiv für die Kirchenschändungen erfahren wir aus der Weltpresse. Der „Islamische Staat“ IS, der von seinen großen Geldquellen inzwischen weitgehend abgeschnitten ist, verkauft nicht nur kurdische Leichen für Millionensummen und betätigt sich im Organhandel – Ärzte die sich weigern werden massakriert – sondern er handelt auch mit Antiquitäten, die zu einem beachtlichen Teil aus den Einbrüchen in Kirchen Europas und damit natürlich auch aus Deutschland stammen. Und die Hirten schweigen weitgehend. In Frankreich beschließt ein Bischof, in seiner Diözese die Kirchen geschlossen zu halten. So weit sind wir in Deutschland noch nicht, aber wer weiß, was noch kommt.
„Hurra, wir kapitulieren!“ Wir kapitulieren in Staat und Kirche. Salafistische Prediger, wie Pierre Vogel, und viele andere, deren Treiben man in den Moscheen nicht kontrolliert, dürfen nach wie vor ihr Gift verspritzen ohne mit Folgen rechnen zu müssen. Der IS durfte in Saarbrücken auf seinem Haus die schwarze IS-Flagge viel zu lange hissen, bis die Behörden einschritten. Woher kommt denn die zunehmende Aggression von muslimischen Schülern auf dem Schulhof, die antichristliche Parolen schreien und Lehrerinnen als christliche Huren beschimpfen und Kirchen beschmieren? Von alleine sind die Kinder sicher nicht darauf gekommen.
Eine der besten Einschätzungen unserer Lage und unserer Feigheit hat Alexander Kissler im Cicero geliefert:
http://www.cicero.de/berliner-republik/karneval-und-terror-wir-sind-alle-gefangene/58882
Nach dem furchtbaren Massaker an unseren 21 koptischen Glaubensbrüdern durch IS-Horden in Libyen, von denen wir Bilder gezeigt haben, hätte man einen Aufschrei in allen Medien erwarten dürfen. Aber die meisten schwiegen wie bei den Kirchenschändungen. Dafür war einen Tag nach den Meldungen über das Massaker an den Kopten auf der mehrfach genannten katholischen Seite ein Artikel des kirchlich beamteten Limburger Akademiedirektors Prof. Joachim Valentin zu lesen: „Keine Panik“. Er stellte die Frage, wie wir, die potentiellen Opfer von Attentaten, auf diese Gefahr reagieren sollen und stellte fest: „Sicher nicht, indem wir panisch mit dem Finger auf Muslime zeigen, die friedlich unter uns leben und selbst potentielle Anschlagopfer sind…“ Das ist natürlich absolut richtig. Es ist jedem vernünftigen Menschen klar, dass der überwiegende Teil der Muslime bei uns friedlich leben will. Aber die islamistische Agression nimmt eben zu und das nicht nur in den Schulen. Und außerhalb Europas gilt diese Festellung der friedlichen Einstellung keineswegs, was die schwere Verfolgung der Christen in den meisten islamischen Ländern beweist.
Und dann kommt von Valentin ein Satz, der typisch ist für die an „Ausgewogenheit“ und Ignoranz nur so strotzenden Erklärungen mancher Amtskatholiken: „Es gilt vielmehr zu verstehen, dass sich islamistisch gerechtfertigte Gewalt nicht notwenig aus der muslimischen Religion ergibt, auch wenn der Koran sich für die Legtimation „gerechter Kriege“ besser eignet als die Bibel. Kreuzüge und Hexenverbrennung hat sie auch nicht verhindern können“ (sic!). Valentin dokumentiert damit, dass er den Koran und die Kirchengeschichte nicht kennt. Er spricht sogar von den pazifistischen Aussagen des Islam.
Fairerweise soll hier auch gewürdigt werden, dass auf derselben Seite ein sehr viel differenzierter „Standpunkt“ von Alexander Görlach erschien: „Wehret den Anfängen“. Hier stellt der Autor fest, dass „der Nahostkonflikt in Europa mehr als angekommen ist. In Frankreich muss der Präsident die jüdischen Mitbüger bitten, das Land nicht zu verlassen. Die deutsche Politik tut es ihm gleich und verspricht Juden Schutz, die bei uns im Land leben.“
Die Hauptgefahr für die Juden geht heute bei uns und in ganz Europa von den Islamisten aus. So werden auch jüdische Synagogen und Friedhöfe von Islamisten angegriffen.
Dr.theol (kath) und Dr. phil Alexander Görlach als Firat Kaya, Sohn türkischer Gastarbeiter, in Ludwigshafen geboren und wenige Monate alt von deutschen Eltern adoptiert, kennt im Gegensatz zu Prof. Valentin den Islam bestens, denn er hat nicht nur in Mainz und Rom studiert sondern auch an dem sunnitischen Zentrum, der Al-Azhar Universität in Kairo. Er ist seit 2009 Herausgeber und Chefredakteur des Debatten-Magazins „The European“, das auf deutsch und englisch erscheint als Internet- und Print-Magazin.
Prof. Valentin sei daran erinnert, dass der Islam sehr wohl etwas mit dem Islamismus zu tun hat; denn sonst hätte der Scheich der Al-Azhar Moschee, der als die wichtigste sunnitische Autorität gilt, es nicht abgelehnt, die Schlächter des IS aus der islamischen Gemeinschaft auszuschließen und sie trotz der betonten Schädigung für den Islam aber doch ihm zugehörig bezeichnet hat. Eine sehr bedenkliche Angelegenheit, die jeden hier bei uns in Politik und Kirche aufrütteln sollte.
Eine klare und unmissverständliche Stellungnahme der deutschen Bischöfe zu all den hier geschilderten Vorgängen ist überfällig, ausgerichtet an dem Wort des im Himmel erhöhten Herrn an die Gemeinde von Laodizea: „Ach das ihr doch kalt oder warm wäret…!“
Wir schließen mit einem Satz von Alexander Görlach, der die Sprachlosigkeit der Kirche kritisiert angesichts drängender Fragen (in: „Christ und Welt“):
„Die Menschen in Europa, so schieb Elias Canetti in seinem berühmten Werk „Masse und Macht“, glaubten nicht mehr an das Jenseits. Das mache die Mobilisierung durch das Christentum unmöglich. Die Reaktion der Kirche fällt angesichts dieser Umstände erschreckend dürftig aus.“
Das trifft für die deutsche Teilkirche besonders zu.

Michael Schneider-Flagmeyer

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6 Antworten auf Tausende von Kirchenschändungen. Wo bleibt die Antwort der DBK?

  1. Obl-Scholastika sagt:

    Der sogenannte Religionsunterricht ist wirklich seit Jahrzehnten eine Farce. Leider kann ich das nur bestätigen. Ungestraft und fürstlich bezahlt dürfen sogenannte katholische Religionslehrer die Bibel als Märchenbuch verspotten. Die Jugend reagiert heftig und Eltern haben dann größte Probleme. Auf Jahre ist kein Glaubensgespräch mehr möglich und Kirchgang sowieso nicht. Klaus Berger hat ja gesagt, dass nur noch zwei von 100 an theologischen Fakultäten Lehrenden an die Auferstehung Jesu Christi glauben. Und die bilden dann Religionslehrer und Priester aus.

  2. Malteser sagt:

    @ KH

    Leider ist es so, dass Herrn Cukierman jetzt eine Anzeige durch den französischen Verband der Muslime droht. In Zeiten der schon lange nicht mehr schleichenden Islamisierung ist es gefährlich geworden, die Wahrheit zu sagen.

  3. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Nun, der Hass auf das Christentum hat unbedingt mit Jesus selbst zu tun. Er wurde schon damals gehasst und ans Kreuz geschlagen. Er wird noch heute von monotheistischen Gläubigen entweder gehasst oder wird seiner Dimensionen beraubt und somit als Vertreter einer minderwertigen Religion gesehen. Der Eckstein Jesus ist es, an dem sich die Menschen reiben werden bis zum Jüngsten Tag. Solange er – von der modernen Theologie gefördert – als Sozialerlöser gesehen wird, findet kein Hass statt seitens der Politik usw. Wird er aber als göttliche Moralinstanz gesehen mit Anspruch auf Christlichkeit, wird gehasst, was das Zeug hält. Die Kirche wird, allein schon wegen ihrer Stellung zur Abtreibung und ihrer kritischen Stellung zur Genderideologie gehasst und deren Lehre diesbezüglich wird in nicht allzu ferner Zeit kollidieren mit dem Strafgesetzbuch. Da brauchen wir hier nicht einmal auf den Islam zu zeigen.
    Der Hass auf Christen seitens anderer Religionen und da insbesondere vom Islam her, hat auch direkt etwas mit Jesus als Gottes Sohn zu tun. Christen werden abgeschlachtet, weil die Terroristen bestätigten, dass sie, die 21 koptischen Märtyrer, ihren Gott noch im Tode angerufen haben, nämlich JESUS. Wer aber Christen umbringt um ihres Glaubens willen, tut dies letztlich aus Hass gegen Jesus. Nun werden aber nicht nur Christen um ihres Glaubens willen umgebracht, sondern auch Jesiden und Angehörige anderer Minderheiten. Das Umbringen und das Kirchenschänden besorgen in den meisten Fällen in islamischen Ländern Gläubige des Islam. Hier in Europa und Deutschland sollten wir die Ermittlungsergebnisse abwarten. In den meisten Fällen werden die Täter nicht gefasst, so dass eine Behauptung, dass diese Schändungen durch Islamgläubige verübt werden, nicht statthaft wäre, was in diesem Artikel auch nicht ausgeführt wurde.
    Je enger wir Christen unsere Anbetung auf Jesus Christus richten, umso wütender der Hass der Gegner. Ich denke aber, dass Jesus uns das in der Bibel vorausgesagt hat. Darum dürfen wir uns nicht nur die Glaubensverdunstung, sondern auch die steigende Feindschaft, die gegen Jesus selbst gerichtet ist, gefasst aufnehmen, da dies alles ja bereits in der Bibel beschrieben wurde. Ihr werdet um meinetwillen gehasst werden. Klare Prophetie. Die Bibel fragt ja zu Recht, ob Jesus noch Glauben bei seiner Wiederkunft vorfinden wird? Wenn diese Glaubensverdunstung (übrigens ein toller Begriff der Beschreibung in einem Wort!) und damit auch die Geringschätzung von Kirchenbauten im Allgemeinen, die sich dann auch bei der Begehung von Strafttaten Bahn bricht und zum Ausdruck kommt, stellt ja für diese Straftäter kaum noch ein Risiko dar.
    Ein Kirchenbau der kath. Art beherbergt immer das Allerheiligste, also Jesus selbst. Jeder Angriff auf eine kath. Kirche ist somit ein Angriff gegen Jesus selbst. Aber selbst das wissen die meisten Katholiken nicht, wie sollten das dann normale Straftäter wissen? Das Geheimnis um den Tabernakel, in dem sich Jesus in Gestalt der Hostie selbst befindet, schreckt nicht mehr ab. Möglicherweise auch mangels Glaubenswissens.

    • Malteser sagt:

      Es gibt eine gefährliche Tendenz, Jesus nur noch als eine Art Sozialarbeiter zu betrachten, oder als Revolutionär oder Guru. Wenn Die Gottessohnschaft, die jungfräuliche Geburt und die Auferstehung nicht mehr geglaubt werden, wenn Jesus zurechtgestutzt wird zu einem netten, hilfsbereiten Wanderprediger, dann stimmt grundsätzlich etwas nicht mehr mit dem Glauben.
      Die grossen Mysterien müssen wieder in den Mittelpunkt rücken.
      Sie können uns tragen und stärken.
      Eine “ Stuhlkreis – Mitmach – Kaffeekränzchen – Multikultibeleibigkeits – Kirche“
      ist nicht geeignet, die Botschaft Jesu zu verkünden. Leider sind wir, mit der evangelischen Kirche schon länger, nun auch mit der katholischen Kirche auf einem Weg des Zögerns, der Anpassung, der Kleinmütigkeit.
      Lasst uns alle dafür kämpfen, dass wir wieder auf den richtigen Weg kommen.
      Gott wird uns helfen, wenn er den guten Willen sieht. Daran glaube ich fest.

  4. Obl-Scholastika sagt:

    Es wäre ein Segen, wenn in unseren Kirchen Anbetung möglich wäre, wenn möglich 24 Stunden oder wenigstens von z. B. 6Uhr bis 22 Uhr. Man könnte eine Liste auslegen, so daß immer mindestens 2 Beter da wären. Dann wären unsere Kirchen wieder Gebetshäuser, ganz so wie der HERR es sich gewünscht hat.“Mein Haus soll ein Haus des Gebetes genannt werden!“ (Mt 21,13) Denken wir auch an die hochbetagte Prophetin Hanna, die nicht vom Tempel wich und Tag und Nacht Gott diente mit Fasten und Gebet! Reden wir doch miteinander und bitten unsere Priester um Erlaubnis (?), um Unterstützung und Werbung für die gute Sache. Die Kirchen wären dann übrigens automatisch geschützt. Ein schöner Nebeneffekt. Leute, vielleicht Touristen, treffen immer auf Beter. Auch dieses Zeugnisgeben wäre ein schöner Nebeneffekt. Und dann das Gebet für die vielen Nöte, Sorgen und Anliegen – da könnte so viel Segen ausgehen. Ein Segen sollst du sein! Fangen wir doch einfach schon mal damit an!

  5. KH sagt:

    Unsere Bischöfe scheuen die Auseinandersetzung. Aber sie sollten folgenden Spruch bedenken:
    „In Gefahr und großer Not bringt der Mittelweg den Tod.“

    Der Präsident des jüdischen Dachverbandes in Frankreich, Roger Cukierman, hingegen hatte keine Angst, die Dinge beim Namen zu nennen.
    „Alle Gewalttaten werden von jungen Muslimen begangen“
    http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/alle-gewalttaten-werden-von-jungen-muslimen-begangen-13446273.html

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