Die Krise des Glaubens ist durch die Unkenntnis über die Glaubensinhalte bedingt.

„Die heutige Krise des Glaubens ist auch ist auch durch eine Unkenntnis über die Glaubensinhalte bedingt, die einen Lebensstil nach christlichen Vorgaben behindert.“
Diese Worte stammen von dem Kurienerzbischof Rino Fisichiella, dem Präsidenten des päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung. siehe dazu:
http://kath.net/news/50357
Viele gläubige Katholiken hören bei diesem Thema oft weg, weil sie das bis zum Überdruss gehört und durchgekaut haben. Und doch steckt hinter diesem Ausspruch das ganze Elend des Kirchenniederganges in Europa, das jüngst die neuen statistischen Zahlen des Heiligen Stuhles wieder belegt. Selbst der Bischof von Trier Stephan Ackermann hat in seiner Silvesteransprache vom Ende der Volkskirche gesprochen, worauf wir noch auf diesem Blog zurückkommen.
Manche Hauptamtliche tun so, als wäre diese Entwickelung gottgegeben. Es ist natürlich richtig, dass der Zeitgeist in Europa religionsfeindlich ist und die katholische Kirche davon besonders betroffen ist, weil sie zumindest in ihrem römschen Lehramt ein letztes Bollwerk darstellt gegen den individualistischen Geist unserer Zeit, der nach dem Dichterwort handelt, „erlaubt ist, was gefällt“. Diese Bollwerk gilt es zu schleifen. Und das wird dann als Befreiung von bedrückenden Fesseln gefeiert. Hat es die Menschen freier und glücklicher gemacht? Nein! Das fiel Friedrich Nietzsche schon auf und veranlasste ihn zu seinem berühmten Spruch: „Ich würde ja glauben, wenn die Erlösten erlöster aussehen würden.“
„Die auf Ihn schauen, deren Antlitz wird leuchten“, sagt der Psalmist David (Ps.34)
Folgen wir nun Erzbischof Fisichiella, dann müssen wir die Frage stellen. Wie kann jemand auf Ihn, Christus, schauen und damit sich des Heils und der Erlösung freuen, wenn er nichs darüber weiss?
Wir haben ca. 50 Ausbildungsstätten für Theologie und katholische Religion an deutschen Hochschulen und Universitäten, die zum größten Teil leider alles andere sind als Stätte der Glaubensvermittelung nach der Lehre der Heiligen Schrift und der Kirche. Und die Behauptung, dass man dort „dogmatische Erstarrungen“ aufbricht, ist offensichtlich falsch; denn sonst müssten doch die Ergebnisse in Deutschland, was das Glaubenswissen anbelangt, ganz andere sein. Von saarländischen Gymnasiasten habe ich gehört, dass der Name Jesus Christus in fünf Jahren im Religionsunterricht nicht vorgekommen sei. Ich selbst habe in zwei Diözesen jahrelang Kommunion- und Firmunterricht erteilt und von den Bistümern Vorlagen dazu erhalten, bei denen  man sich mitunter nur noch an den Kopf fassen konnte. In Trier wurde sogar empfohlen, doch mal eine Friseuse in den Firmunterricht einzuladen. Das ist kein verspäteter Aprilscherz.
Nun wollen wir ncht herumjammern, sondern mit dem Herrn die Hand an den Pflug legen und nach vorne schauen. Die Lage ist, wie sie ist und wir müssen nun reagieren. Dafür brauchen wir aber die Bischöfe und glaubensstarke Mitarbeiter in den bischöflichen Ämtern. „Ja da liegt’s“ sagt Shakepeare im Hamlet.
Hier kommt so gut wie nichts. Und um das Problem wirklich tatkräftig anzugehen, kommen wir doch nicht ganz umhin, die Gründe für den Niedergang der Volkskirche, den Bischof Ackermann konstatiert, zu analysieren. Denn, so lehrte der Frühaufklärer Baruch Spinoza: „Wenn du willst, dass die Zukunft besser wird als die Gegenwart, musst du in die Vergangenheit schauen.“

Michael Schneider-Flagmeyer

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2 Antworten auf Die Krise des Glaubens ist durch die Unkenntnis über die Glaubensinhalte bedingt.

  1. Johannes Friedrich sagt:

    Was dringend notwendig ist, ist den Gläubigen, die Lehre der Kirche nahezubringen und auch darzulegen, warum sie so ist, gar nicht anders sein kann. Dafür wären auch Predigten eine gute Gelegenheit. Dies habe ich auch schon zweimal in Schreiben an meinen Bischof, in denen ich mich besorgt zu der Lage der Kirche geäußert habe, thematisiert. Es kam zwar beide Male eine – nicht gerade befriedigende – Antwort, getan hat sich nicht das geringste.
    Ebenfalls wäre dringend eine Reform des Religionsunterrichtes fällig, damit dieser wieder den Namen verdient. Überaus wichtig finde ich auch, die Wiedereinführung des Katechismusunterrichtes.

  2. Eduard Werner sagt:

    Auch die katholisch gesinnten Bischöfe haben kaum noch Einfluss darauf, was die Katholiken heute glauben. Die Theologischen Fakultäten haben sie ja teilweise schon abgegeben. Die Massenmedien und die Bequemlichkeit sind stärker als die Bischöfe. Vielleicht gilt das alte Sprichwort noch: „Not lehrt beten.“ Warten wir es ab.

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