Welchen Wert haben Satzungen, die nicht beachtet werden? Keinen!

Der katholische Sportverband DJK verleiht alle zwei Jahre einen Ethik-Preis. Die DJK hat diesen Preis gestiftet, weil sie „den am christlichen Menschenbild orientierten Sport“ als ideal ansieht (kath.net. 30.4.15). „Mit der Verleihung des Ethik-Preises des Sports will der DJK Sportverband seine Sicht der Ethik des Sports öffentlich manifestieren und für sie werben“ (Internetseite der DJK).
Der DJK ist laut Satzung „der katholische Sportverband in der Bundesrepublik Deutschland“ und „unterliegt der kirchlichen Aufsicht nach CIC (Codex Iuris Canonici).
Der DJK hat den Ethik-Preis 2015 an den ehemaligen deutschen Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger verliehen. Hitzlsperger ist ein sich offen bekennender Homosexueller. Der „DJK-Präsident Volker Monnerjahn betonte bei der Preisverleihung, dass man sich sehr wohl bewusst sei, dass der Preisträger auch ein Signal in die Kirche hineingebe, nicht nur in den Sport“. (Tagespost 5.5.15)
Es geht hier nicht um die Person des Thomas Hitzlsperger, sondern um die „Sicht der Ethik“ des DJK, die durch die Preisverleihung zum Ausdruck kommt. Der Verbandsspitze des DJK muss bekannt sein, was die Lehre der Kirche zur Homosexualität sagt, nämlich: …“gestützt auf die Hl. Schrift, die sie (Homose-xualität) als schlimme Abirrung bezeichnet, hat die kirchliche Überlieferung stets erklärt, dass die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind. Sie verstoßen gegen das natürliche Gesetz, denn die Weitergabe des Lebens bleibt beim Geschlechtsakt ausgeschlossen. Sie entspringen nicht einer wahren affektiven und geschlechtlichen Ergänzungsbedürftigkeit. Sie sind in keinem Fall zu billigen“. (KKK, Ziff 2357. Was das Verhalten gegenüber Homosexuellen betrifft, sagt die Kirche …“ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“ (KKK, Ziff 2358). Die Verantwortlichen des DJK können nicht behaupten, dass sich offen bekennende homosexuelle Sportler am „christlichen Menschenbild“ orientieren.
Wenn Satzungen noch einen Sinn haben sollen, dann hat die „kirchliche Aufsicht“ dafür Sorge zu tragen, dass kirchlich anerkannte Verbände den Moralvorstellungen der Kirche und den Vorschriften des CIC genügen. Ein Einspruch zuständiger kirchlicher Stellen ist nicht erfolgt. Das heißt, dass weder die Verantwortlichen des DJK hinter ihrer eigenen Satzung, noch die kirchlichen Aufsichtsgremien hinter den Vorschriften des CIC stehen. Das erklärt, warum die deutsche Ortskirche ständig an Glaubwürdigkeit verliert. Glaubwürdigkeit und Autenzität sind aber gerade in einer bindungslosen Gesellschaft des „anything goes“ ein unersetzliches Kapital.

Hubert Gindert

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf Welchen Wert haben Satzungen, die nicht beachtet werden? Keinen!

  1. Chris sagt:

    „Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen“

    Was auf „christlichen“ Seiten wie hier gleichbedeutend ist mit: „Seid froh, dass wir Euch nicht erschlagen. Mehr ist nicht drin.“

    Traurig, wie hasserfüllt man sein kann.

    • Ulrich S sagt:

      Ja, es ist traurig, dass so viele Menschen hasserfüllt sind. Hass auf den Nächsten, Hass in der Familie, Hass auf den, der anderer Meinung ist usw.
      Der Kathechismus der katholischen Kirche KKK ist klar und nicht misszuverstehen. Wer sich außerhalb dieses Katechismus stellt, der darf sich nicht römisch-katholisch nennen.
      Wenn Sie, Chris, hier alle katholischen Seiten in einen Topf werfen, und vor allem die Redaktionen für negative Kommentare verantwortlich machen, dann müßten Sie alle Seiten, auch die säkularen im Internet schließen.
      Im Übrigen überspannt die Homolobby den Bogen gewaltig. Er bricht eines Tages. Davor haben kluge Homosexuelle immer gewarnt. Es gibt nun einmal Leute, denen Gleichgeschlechtlichkeit zuwider ist aus den verschiedensten Gründen. Dem müssen Sie, ob Sie wollen oder nicht, Rechnung tragen.
      Das katholische Lehramt jedenfalls warnt jeden Katholiken davor, Homosexuellen mit Verachtung und Diskriminierung zu begegnen. Und das muss jeder Katholik sehr ernst nehmen.
      Die Homosexuellen müssen die Warnungen aus den eigenen Reihen sehr ernst nehmen schon deshalb, weil die Mehrheit der Jugend in Deutschland nicht mehr deutsch ist, sondern viele aus den orientalischen Ländern kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *