Hat das Land ein Problem mit Martin Lohmann?

Diese Frage kann man getrost mit Nein beantworten. Es hat ein Problem mit der Lehre der Kirche, so wie die Welt schon immer ein Problem mit Gottes Geboten und den Wahrheiten Christi hatte.
Martin Lohmann ist als Mensch und Journalist ein getreuer Jünger, Verkündiger und Verteidiger der Lehre Christi, der die Lehre der Kirche seit 2000 Jahren treu folgt. Also stürzt sich die ganze Medienmeute und die ihr Hörigen mit „rattenhafter Wut“ ( Heinrich Böll) auf Martin Lohmann. Und damit steht er unter der Verheissung Christi, der seinen Getreuen dieses vorausgesagt hat. Woher diese Wut und dieser Hass? Die Frage wurde schon von den Propheten und dann mit letzter Autorität von Gottes Sohn endgültig beantwortet.
Die Mehrheit der Menschen heute ganz besonders in der westlichen Gesellschaft will in ihrem Drang, selbst die Maßstäbe zu bestimmen nicht gestört werden und das, was sie als ihr Glück empfinden selbst aus eigener Überzeugung gestalten ohne sich durch irgend etwas einschränken zu lassen. Gott und seine Ordnung stört dabei, die eigene Ordnung aufzurichten. Und so ist die „Welt“ denn auch, wie sie ist. Kluge Menschen aus den Geistes- und Naturwissenschaften sagen, dass die Welt ins Taumeln geraten ist. Und vor über 30 Jahren schon war aus dem Club of Rome, der einst höchstes Ansehen genoß, zu hören, dass die Welt im Begriff sei, ihr Überleben zu verspielen. Aber auch solche Warnungen aus nichtkirchlichen Kreisen stören die Kreise der Selbstverwirklicher und Selbsterlöser. Vom Club of Rome ist heute so gut wie nichts mehr zu hören.
In unserer Gesellschaft hat sich nach der Agenda-Setting-Theorie durch das „unfehlbare Lehr- und Hirtenamt“ der Leitmedien eine Einheitsmeinung gebildet, die nicht nur keinen Widerstand duldet, sondern auch jedes Aufmucken gegen diese „reine Lehre“ von der Relativierung und Einebnung aller Werte, die einmal unsere Stärke waren, gnadenlos verfolgt und abstraft. Diese Einheitsmeinung droht immer mehr zu einem Meinungsterror zu entgleisen und hat weiteste Kreis der Gesellschaft erfaßt. Die „Kultur des Todes“ von der der selige Johannes Paul II. sprach, hat die gesamte Gesellschaft erfaßt. Unsere Zukunft haben wir millionenfach abgetrieben und beklagen nun die Folgen daraus, ohne die Ursachen erkennen zu wollen. Wer heute ins Fernsehen schaut, der sieht wie in jedem Krimi verwesende Leichen zerfleddert präsentiert werden. Die Helden sind dort heute die Gerichtsmediziner und Pathologen. Wir betreiben eine Kultur des Todes bis zum Exzess. Alle Warnungen und die großen Zeichen aus der Natur veranlassen die Menschen nicht zur Besinnung und Umkehr, sondern zum Fluch gegen den pilgernden Christus auf Erden die Kirche, der unablässig mahnt und warnt. Genau das ist in der Apokalypse des Johannes vorhergesagt. Keine Droh- sondern nur Frohbotschaft, wie wir sie hören wollen und wie sie uns den ständigen Karneval auf dem Vulkan nicht vermiesst.
Da ist nun die katholische Kirche, die wohl als letztes weltumspannendes Bollwerk sich dieser Selbstzerstörung entgegenstellt und den Menschen zuruft, daß es einen Weg aus dem Dilemma gibt, den Gott selbst in Christus gewiesen hat und uns eine Tür geöffnet hat, die niemand mehr schließen kann. Der Eintritt durch diese Tür verlangt das Opfer unserer Eigensucht und den Verzicht auf vieles, was die Menschen für unverzichtbar halten. Aus der Entwickelungspsychologie wissen wir, dass das Kind durch Verzicht und damit durch Frustration reift. Es muß Opfer bringen. So geschieht Reifung. Der Begriff des Opfers ist uns weitgehend verloren gegangen und in der Kirche von einer bestimmten Theologie auch ausgeredet worden. Und so müssen wir mit Erschrecken erkennen, das immer mehr Menschen nicht mehr dem Leben und dem Tode entgegenreifen. Wenn wir in Pflege- und Altersheime und Krankenhäuser zur Seelsorge kommen, dann treffen wir immer mehr auf nicht gereifte Menschen, die klagen, dass sie ja noch gar nicht gelebt hätten. Wie oft habe ich an Kranken- und Sterbebetten diese Klage gehört. So dürfen wir also der „Welt“ nicht nachgeben, sondern mit konsequenter Liebe und Geduld den Auftrag Christi, ob gelegen oder ungelegen, erfüllen. Es gibt einen Ausweg aus allem Dilemma und aller Not der Menschen, den Christus gewiesen hat und der er selbst ist. Liebe muß konsequent sein, sonst ist sie nur Gefühlsduselei. Die Kirche hat in ihrer Verkündigung diese Konsequenz und muß ständig neu um den rechten Ausdruck (nicht um die Inhalte) kämpfen um sie den Menschen nahe zu bringen.
Da ist nun dieser freundliche Martin Lohmann, der diese Konsequenz aus Liebe mit bewunderungwürdiger Festigkeit vertritt in dem Bewußtsein, den Auftrag Christi und seiner Kirche zu erfüllen.
Es darf uns nicht wundern, dass die „Welt“ ihre Kreise gestört sieht und mit „rattenhafter Wut“ (H.Böll) darauf reagiert und über ihn herfällt. Je besser seine Argumente um so größer die Wut und der Hass.
Martin Lohmann darf sich unserer  absoluten Loyalität sicher sein. „Wir“ das sind doch noch Millionen von Katholiken und nicht 0,01 Prozent, wie eine Berufskatholikin im Dom-Radio meinte .
Besonders bitter allerdings ist, wenn ein nicht namentlich genannter Funktionär der Bischofskonferenz, wie kath. net berichtet, der aber unbedingt genannt werden sollte, Lohmann bei seinem tapferen Kampf in den Rücken fällt und sich für die Bischofskonferenz distanziert. Das ist nun wirklich ein unglaublicher Skandal, dass aus der Bischofskonferenz erklärt wird, man sei nicht glücklich über Lohmanns Auftritte, der doch nichts weiter getan hat als die Lehre der Kiche zu verkünden und zu verteidigen.
Dieses macht noch einmal die Art der Krise in der deutschen Teilkirche deutlich. Nicht mehr die Bischöfe bestimmen den Ton, sondern die übermächtig gewordenen Sekretäre und der riesige sich immer mehr verselbständigende Funktionärsapparat. Es ist wohl kaum denkbar, dass sich ein deutscher Bischof von den lehramtstreuen Aussagen Martin Lohmanns distanziert, der für die Bischöfe im Fernsehen seinen Kopf hinhält, wenn die Moderatoren Günther Jauch oder Markus Lanz keinen Bischof für ihren Talk in der ARD  oder im ZDF gewinnen  können.
Das Sekretariat der deutschen Bischofskonferenz umfaßt über 300 Mitarbeiter, die natürlich beschäftigt werden müssen und die Bischöfe mit Vorlagen bombadieren, und sie so kostbarer Zeit für ihre Hirtenaufgaben berauben.
Was ist zu tun?
Alle lehramtstreuen katholischen Priester und Laien müssen sich in der Öffentlichkeit mehr und sehr deutlich zu Wort melden. Die unter uns, die sei es aus Alters- oder Krankheitsgründen oder anderen Gründen nicht können, sind herzlich gebeten, den wichtigsten Dienst für diesen geistlichen Kampf zu leisten: das Gebet.
Das Internet ist der Raum, in dem wir unabhängig von der Macht der Leitmedien aktiv werden können und es auch schon sind. Hier ist nichts verschlafen worden. Unser Freund Martin Lohmann wurde seiner Haltung zur Homoehe wegen als Dozent aus der Macromedia Hochschule für Medien, ohne ihn in Kenntnis zu setzen, hinausgeworfen. Gerade die, die eine besondere Verantwortung für Ausbildung junger Medienschaffender tragen, üben nicht nur Intoleranz im Namen der Toleranz aus, sondern treten die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Meinung mit Füßen und gefährden damit die demokratischen Rechte unserer offenen Gesellschaft. Damit outen sie sich als die „Feinde der offenen Gesellschaft“, wie Karl Raimund Popper sein philosophisches Hauptwerk nannte. Lohmann erhielt Unterstützung von dem sich als Schwuler bekennenden tapferen Journalisten und Publizisten Holger Doetsch, der ihn vor Jahren an die Hochschule gebracht hatte und nun seinen Rauswurf als Skandal bezeichnete nur weil er sich gegen die Homoehe ausgesrochen hatte. (Siehe Merkur-Online vom 7.2.13 um 15:39 Uhr).
Ein Ziel wäre es, eine eigene Medienakademie zu schaffen für katholische Journalisten; denn ich bin davon überzeugt, dass der Funktionärsapparat alles daran setzen wird, die Bischöfe von einem solchen Vorhaben abzuhalten.
Lassen wir uns nicht einschüchtern sondern vertrauen wir auf die Verheissungen Christi und nehmen wird den geistlichen Kampf in Erinnerung an einen Ausspruch der großen heiligen Kirchenlehrerin Teresa von Avila auf: „Gott und ich wir sind immer in der Mehrheit“.

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Hat das Land ein Problem mit Martin Lohmann?

  1. Hans-Joachim Willers sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Schneider-Flagmeyer,

    für Ihre guten Beiträge und Kommentare in den Internet-Medien (und vermutlich auch an anderen Stellen), jetzt insbesondere diesen hier, möchte ich mich hier jetzt gerne einmal herzlich bedanken. Ihren Gedanken konnte ich bisher immer voll und ganz zustimmen; wie auch dem Forum. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Sie ein betender Mensch sind mit einer tiefen Christus- und Marien-Beziehung. Denn anders kann ich mir Ihre klaren Stellungnahmen nicht erklären.

    Ich selbst habe nicht Ihre Fähigkeiten (und nicht die Gesundheit), so in der Öffentlichkeit Stellung zu nehmen wie Sie, aber immer wieder gerate auch ich in unserer Kirche in Deutschland in Situationen, wo auch ich meine Stimme – immer mal wieder – unbequem erheben muss; etwa spätestens seit dem unsäglichen Kirchenvolksbegehren. Die moderne Exegese und modernistisches Verständnis von der Kirche (sog. ‚Geist des Konzils‘) fordern auch meine Stellungnahmen immer wieder mal heraus: in kirchlichen Seminaren (z. B. Liturgie- und Theologie-Grundseminar) und in pfarrlichen und überpfarrlichen Themen- und Diskussionsrunden. Immer vor solchen Einsätzen bete ich oder/und lasse von Mitgliedern unseres Gebetskreises (MPB) Rosenkranz beten. Das verschafft manches mal richtig schönen ‚Rückenwind‘ für den Heiligen Geist.

    Meines Erachtens wird es jetzt allerhöchste Zeit (2017 – 100 Jahre Fatima und wohl auch 500 Jahre Luther – steht vor der Tür), sich den Aufrufen der gesamten Fatima-Botschaft (Fatima, Tui und Pontevedra) zuzuwenden. Die Gottesmutter hat uns versprochen, dass (umfassender) Friede sein wird, wenn wir das tun, weshalb sie zu uns in diese Zeit gekommen ist. Wir (d. h. die Vielzahl unserer Hirten) haben – zu unserem eigene Schaden – schon so lange nicht auf ihre Bitten gehört. Wir sollten es doch jetzt endlich tun. Im sog. „Blauen Buch“ sagt sie zu Don Gobbi und zu uns etwa sinngemäß: „Mit dem Rosenkranzgebet könnt ihr alle Wechselfälle des Lebens beeinflussen“ und „Mit dem Rosenkranzgebet könnt ihr mehr erreichen, als mit euren vielen Diskussionen (siehe auch sog. ‚Dialogprozeß‘) und (politischen) Sitzungen und Tagungen“.

    Wenn wir doch alle mehr von unseren Bischöfen zum Gebet aufgefordert würden; wenn die Hirten uns doch auf die Macht des (Rosenkranz-)Gebetes so verweisen würden, dass immer mehr Christen dadurch zu wirklicher Umkehr geführt würden. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn auch Sie (und das Forum) sich an entsprechenden Stellen dafür verwenden würden. Danke.

    Noch einmal herzlichen Dank für Ihren immer deutlichen Einsatz für das Wahre, Gute und Schöne, für das Katholische, für den vom einzig wahren Gott geoffenbarten Glauben, der Wahrheit ist, die allerdings die Welt nicht versteht, weil sie verblendet ist. Diese Verblendung der Menschen können wir durch viele bzw. immer mehr Rosenkranzbeter verringern, wie wir besonders auch am Beispiel ‚Beten vor Abtreibungskliniken‘ sehen können.

    Ich wünsche mir so sehr, dass die Wichtigkeit der Fatima-Botschaft („bringt Opfer, man hat den Herrn schon so sehr beleidigt“ und „kehrt um“ und Betet, betet, betet den Rosenkranz“) endlich ernst genommen wird. Danke für jegliche Unterstützung von Ihnen und anderen die dies hier lesen. Gott segne Sie und Maria nehme Sie und alle unter ihren Schutzmantel.

    Im Gebet verbunden, Ihr Hans-Joachim Willers

  2. Eduard Werner sagt:

    Die Kirche in Deutschland wird bei Angriffen im Fernsehen fast nur von dem Privatmann Martin Lohmann verteidigt – und das sehr tapfer! Wo bleiben denn die Bischöfe, deren Aufgabe es wäre, die Lehre der Kirche zu vertreten? Es sind doch nur wenige unter ihnen. Wo sind die sonst do eifrigen Funktiononäre des hochalimentierten so genannten Zentralkomitees ?
    Der wohl unglaublichste Vorfall war die Distanzierung eines Funktionärs des Sekretariats der Bischofskonferenz von dem glaubensstarken Auftreten des Martin Lohmann.
    Vielleicht wäre es für die Kirche besser, wenn das Sekretariat der Bischofskonferenz und das Zentralkomitee verschwinden würden. Eduard Werner

  3. Gertraud Neldner sagt:

    Sehr verehrter Herr Schneider-Flagmeyer!

    Ich danke Ihnen sehr für Ihren ausgezeichneten Kommentar.
    Sie hatten auf kath.net auf ihn aufmerksam gemacht und so wünsche ich Ihnen viele aufmerksame Leser, die darüber nachdenken mögen, was Sie zu sagen haben.

    Auch ich empfinde bzw. sehe die Dinge so, wie Sie sie beschrieben haben.
    Meine Befürchtung darüberhinaus ist, dass dies nur der Beginn einer Entwicklung ist, von der ich mich frage, ob sie noch aufzuhalten sein wird.

    Wenn wir alle, die wir Christus wirklich von Herzen lieben und IHM nachfolgen wollen, unseren ganzen Mut zusammen nähmen, um Zeugnis zu geben.
    Wenn wir Widerstand leisteten gegen die uns verordnete Doktrin, so gut es uns möglich ist, könnte dies sicher vieles bewirken.
    Doch meine Einschätzung ist die, dass ein starkes Grundgefühl der Angst unsere Gesellschaft bestimmt.
    Eine Gesellschaft, deren Grundgefühl -wie ich vermute- jedoch die Angst ist, kann nicht gesund sein.

    Es scheint, alle haben Angst: Die Hartz IV-Empfänger, weil sie keine Perspektive haben, besonders dann, wenn sie schon älter sind.
    Die Berufstätigen, weil sie um ihren Arbeitsplatz bangen.
    Die Alten haben Angst. Sie fragen sich, wie wohl ihr Leben enden wird. Dürfen sie auf liebevolle Pflege hoffen?
    Ihre Beschreibung über die innere Situation vieler alten Menschen fand ich sehr schlüssig.
    Dem Tod entgegenreifen – ja, das ist eine Aufgabe, der wir uns stellen sollten.
    Und auch die Kinder haben schon Angst und kennen Gefühle der Depression.
    Möchte man sie deshalb mit Geschenken überschütten?

    Das nächste scheint mir die Angst vor dem „ausgeschlossen werden“ zu sein.
    Uns leitet das starke Gefühl des „dazugehören wollens“.
    Es fehlt uns an Mut, „aus der Reihe“ zu tanzen und uns ausserhalb zu stellen.
    Dies scheint mir mit ein Grund zu sein, warum nicht massiver gegen die Ideologien unserer Zeit protestiert wird.
    Und so lacht man halt mit, wenn alle lachen.
    Man pöbelt mit, wenn alle pöbeln.
    Man reißt Witze, wo alle Witze reißen, meist auf Kosten des anderen.
    Man teilt die Meinung, die alle haben.
    Alles nur, um dazuzugehören!
    Mangel an persönlichem Mut, Mangel an Vertrauen!
    Wenn noch ein Mangel an Glauben hinzukommt oder gar keiner mehr vorhanden ist, was bleibt dann noch?
    Was gibt den Menschen dann die Kraft für das Leben?

    Martin Lohmann hat viel Glauben, viel Gottvertrauen und wohl auch viel innere Kraft.
    Er ist überzeugt von dem, was er tut!
    Doch Vorsicht, auch er ist psychisch nicht unbegrenzt belastbar.
    Stellen wir uns hinter ihn!
    Ob auf kath.net oder zusätzlich auf anderen Seiten und vor allem in unserer persönlichen Umgebung.
    Für die weniger Tapferen unter uns bleibt immer noch das Gebet.
    Und das ist nicht wenig! Im Gegenteil – es ist machtvoll.
    Ganz im Sinne Reinhold Schneiders: „Nur den Betern kann es noch gelingen, …..“

    Noch einmal, lieber Herr Schneider-Flagmeyer, vielen Dank für Ihre Analyse in diesem Forum.

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