„Von der Synode über die Familie erwarte ich mir…“ Pfarrer i. R. Dr. Hansmartin Lochner

…dass sie gemäß Vatikanum II betont, dass alle Gläubigen zur Heiligkeit berufen sind und deshalb Sünden, besonders schwere Sünden vermeiden müssen. Die Sünde tötet ja das durch die Taufe eingegossene übernatürliche Leben und führt, falls keine Umkehr geschieht, zum ewigen Verderben. Das Verlangen nach Heiligkeit ist auch für die Neuevangelisierung von größter Bedeutung; denn nur dieses Ziel kann den heutigen Menschen veranlassen, sich aus der Finsternis der Sünde zu Gott zu bekehren.
…dass sie klar herausstellt: Das Ideal der Kirche ist die kinderfreudige, vom Heiligen Geist erfüllte Familie, die fähig ist, durch die Gnade des Ehesakraments, durch die Mitfeier der heiligen Messe und durch gemeinsames persönliches Gebet allen Versuchungen des bösen Feindes zu wiederstehen.

…dass sie betont, das Ehen nur halten, wenn die Eheleute bewusst aus dem Glauben an Gott leben, der selbst die Liebe und die Quelle aller Liebe ist. Nur Er allein gibt den Eheleuten immer wieder die Kraft, einander zu verzeihen und das Eheband zu erneuern. Darum ist Gottvergessenheit die Hauptursache der vielen heutigen Scheidungen.

…dass sie wieder in Erinnerung ruft, dass Unzucht schwere Sünde ist und deshalb das Ideal vorehelicher Keuschheit klar herausstellt.

…dass sie keinen Zweifel daran lässt, dass die Kirche – vom Heiligen Geist geleitet – von allem Anfang an Ehebruch als schwer sündhaft angesehen und dass sie auch immer an den Worten Jesu festgehalten hat, dass Scheidung und Wiederheirat einem Jünger Jesu nicht erlaubt ist.

…dass sie die gottwidrige Ideologie des Genderismus eindeutig zurückweist und alles veranlasst, um die Schulkinder vor einer Frühsexualisierung und Verunsicherung der geschlechtlichen Identität zu bewahren, und dass sie mit dem heiligen Paulus (1. Tim 2,5) daran erinnert, dass Gott die Frau zur geistigen und leiblichen Mutterschaft berufen hat.

…dass sie als eine der wichtigsten Aufgaben darauf dringt, dass unserer heranwachsende Jugend außerschulisch über Jahre hinweg eine intensive katechetische Unterweisung angeboten wird, damit die jungen Menschen am Ende in freier Entscheidung und in voller Bewusstheit ein volles Ja zum katholischen Glaube sprechen können und dass sie daran erinnert, dass in den geistlichen Bewegungen viele bereit stehen, hier Aufgaben zu übernehmen.

…dass das Verbrechen der Abtreibung klar als solches benannt und dazu aufgerufen wird, all jene zu unterstützen, die den Massenmord an Ungeborenen einzudämmen suchen.

…dass das Thema der „Homosexualität“ auf einer der Festigung der Familie gewidmeten Synode keinen Platz hat und dass jede Verneigung vor dem durch dunkle Mächte gesteuerten „Homosexualismus“ unterbleiben muss.

…das die Synode nicht die Kritik der durch den Zeitgeist beeinflussten Medien zu fürchten hat, sondern deren Beifall; denn der würde klar zeigen, dass sie eindeutig auf dem falschen Wege ist.

Hansmartin Lochner, Bistum München und Freising

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels” im Juniheft. Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten auf „Von der Synode über die Familie erwarte ich mir…“ Pfarrer i. R. Dr. Hansmartin Lochner

  1. Oblatin sagt:

    Trefflich formuliert ! Pfarrer i. R. Dr. Hansmartin Lochner hat ausgezeichnet dargelegt, was ich und bestimmt die meisten Gläubigen von der Familiensynode erwarten. Sonst wäre ja schon die Bezeichnung der Synode irreführend.
    Im „Fels“ konnte ich auch den sehr guten Leserbrief von Pfarrer Lochner lesen. Die Idee mit der außerschulischen katechetischen Unterrichtung ist hervorragend. Jedoch muss ich aus eigener Erfahrung als Mutter und ausgebildeter Katechistin einige Schwierigkeiten schildern. Wenn die Jugendlichen vom Religionslehrer hören, dass die Bibel ein Märchenbuch sei, dann ist für mindestens zwei Jahre kein Gespräch mehr möglich. Dem Lehrer wird Kompetenz unterstellt. Er ist eine Autorität für die Schüler. Die Jugendlichen kommen sich belogen vor. Sie gehen nicht mehr mit in die Kirche, geschweige denn zu einer außerschulischen katechetischen Unterrichtung.
    Vor meiner Ausbildung zur Katechistin durfte ich Kommunion – und Firmgruppen leiten. Nach meiner Ausbildung wurde ich nicht mehr gebraucht. Der Pfarrer freute sich aber über mein Engagement für mein privates Glaubensleben. In der Gemeinde würde das nicht gebraucht.

    Der Religionsunterricht in der Schule muss anders werden. Ganz richtig schreibt Pfarrer Lochner, dass man das heute eher Religionskundeunterricht nennen muss, der über den Islam und Buddhismus mehr informiert als über den katholischen Glauben – geschweige denn, dass der die Jugendlichen für den katholischen Glauben gewinnen würde.
    Hätte ich vor Jahren gewusst, was ich heute weiß, ich hätte meine Kinder vom sogenannten Religionsunterricht abgemeldet. Unser Vertrauen wurde missbraucht. Selbst als ich die Religionslehrerin dann endlich ansprach – als es ganz offensichtlich war – lachte sie mich aus, weil ich das immer noch glaube.
    Ich fürchte, mindestens 50% der Religionslehrer hat den falschen Beruf gewählt. Sie wollten wohl nur ein bequemes Fach und leicht gutes Geld “ verdienen „.
    Wo ist denn die Aufsicht der Bischöfe? Sicher wäre es im Rahmen der Familiensynode wichtiger über Religionsunterricht zu sprechen als über Homopaare .

  2. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Genau diese Einstellung habe ich jahrzehntelang als Verkündigungsinhalt vermisst. Die Jugendlichen wurden vielmehr mit erfolglosen Versuchen von Jugendmessen mit rhythmischer Musik versucht zu halten als mit der Festigung eines gesunden Glaubens. Die damaligen Jugendlichen waren wir. In den 70er Jahren hörten wir schon kaum noch den Ruf nach Keuschheit vor der Ehe, weil dieser Ruf da schon vielfach ins Leere gegangen ist. Als ich 1980 geheiratet habe, sagte uns der damalige Pfarrer beim Brautgespräch, dass 90 % der jungen Leute vorehelichen Verkehr gehabt haben. Die damalige Kirche versuchte wohl durch Verschweigen dieser Glaubenslehre die Jugendlichen zu halten. Wohl letzlich eine falsche Strategie. Wer seine Glaubensinhalte besonders im Sexual- und Familienbereich schamhaft versteckt, weil der Zeitgeist der sexuellen Revolution die innerkatholischen Werte zu überrollen scheint, der wirkt unglaubwürdig, der steht nicht zur eigenen Lehre. Wie sollen die Menschen da aufschauen. Die Kirche hat Glaubwürdigkeitskredit verspielt. In kleinen Dingen wie die Kleiderordnung von Priestern, die ihren Glauben so nicht mehr öffentlich bekennen wollten bis hin zu dem Verschweigen dieser vitalen Glaubensinhalte, die die sexuelle Orientierungslosigkeit der Menschen nur gefördert hat, liegt letztlich Glaubenssprengstoff. Damals war Gott tot, Haags Abschied vom Teufel wurde propagiert. Der gesamte Glaube geriet ins Wanken. Wenn Priester schon nicht mehr als Katholiken erkennbar sein wollten, warum sollten Katholiken durch ihr Verhalten das Salz der Erde sein müssen? Der Weg der Masse war allemal einfacher und man zählte nicht mehr zu den Ewiggestrigen. Die Kirche hätte der Fels in diesen Fragen sein sollen. Sie war nicht einmal ein Sandhaufen am Meer. Sie erging sich in Selbstfindung und in Diskussionen der inneren Glaubenswidersprüche anstatt die Einheit im Glauben zu bewahren. Das war einmal und diese Diskussion ist heute noch nicht abgeebbt. Die Früchte sehen wir jetzt. Wirklich wundern dürfen wir uns da nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*