„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“

Vor einiger Zeit ging eine schreckliche Meldung durch Presse und Internet. Eine Frau, Mutter eines kleinen Jungen, hatte eine dominante und offensichtlich agressive Lesbe geheiratet, die von dem Bübchen verlangte, dass es „Papa“ zu ihr sage. Aber der Kleine weigerte sich. Daraufhin schlug sie ihn schwer. Aber das Kind blieb bei seiner Weigerung und die Lesbe schlug es in Gegenwart der Kindesmutter tot. Wir kommen auf diesen Bericht nicht zurück, um hier zu zeigen, dass gleichgeschlechtliche Paare zu schrecklichen Taten fähig sind. So etwas hört man jeden Tag leider in viel größerer Zahl von Heterosexuellen.
Das Leid so vieler Kinder in unserer Welt ist unbeschreiblich und kann einem das Herz im Leibe umdrehen.
Wir kommen auf diese Geschichte zurück, weil mir hier etwas sehr Bemerkenswertes auffällt. Der kleine Junge begriff ganz natürlich, dass man zu einer Frau nicht „Papa“ sagen kann, weil Papa nunmal ein Mann ist. Wir sehen hier, in welch unbeschreibliche Verwirrung wir Kinder mit der ganzen Genderei bringen können, wenn wir unsere seelischen Fehlhaltungen, die wir heute zur Ideologie erheben, den Kindern aufdrücken wollen, die ja noch gerade wenn sie klein sind, ein ganz natürliches Empfinden haben. Wir zwingen ihnen Haltungen von kleinen Minderheiten auf, die gar nicht in ihre kleine Welt passen und die sie mit natürlichem Empfinden ablehnen und auch dabei bleiben, wie unser Beispiel zeigt. Kleine Kinder sind noch offen, vertrauensvoll und denken ganz logisch.
Jesus hat sie uns als besonders exemplarisch hingestellt, in dem Er seine Jünger anwies, sie zu Ihm zu lassen; „denn ihnen gehört das Reich Gottes“. Und er ermahnte die ach so Erwachsenen, dass sie nicht in das Reich Gottes kommen werden, wenn sie es nicht so annehmen ohne theologische und philosophische Spitzfindigkeiten wie die Kinder, die vertrauensvoll glauben. Ja, Er hat die Menschen sogar daran erinnert, dass die Engel dieser Kleinen immer das Gesicht des Himmlischen Vaters schauen und uns damit darauf hingewiesen, dass die Kinder in ihrem gotteskindlichen Vertrauen unmittelbar in Beziehung zu dem Himmlischen Vater stehen, von dem so viele Erwachsene sich durch Mißtrauen, selbst gemachte intellektuellen Barrieren (Hans Urs von Balthasar) getrennt haben.
Die Kleinen leben noch das, was die Muttergottes als „Frau aller Völker“ in den kirchlich anerkannten Erscheinungen von Amsterdam am 1.4.1951 den Theologen und allen „Weisen“ dieser Erde ins Stammbuch geschrieben hat:
„Theologen, der Sohn sucht immer das Kleine und Einfache für seine Sache! Glaubt ihr an das Kleine und Einfache, so wie ihr das auch anderen vorhaltet? Einfach glauben. Wir haben keine Zeit um lange zu warten. Diese Zeit ist unsere Zeit.“
Die christlichen Kinder in Syrien und dem Irak wurden vom IS unter Todesdrohungen gezwungen, Christus abzusagen. Aber sie weigerten sich standhaft und wurden ans Kreuz geschlagen oder ihnen wurde vor den Augen der Eltern bei lebendigem Leib der Kopf abgeschnitten. Eine Foto, dass der IS stolz ins Internet gestellt hatte, zeigt ein hilflos dreinblickendes, am Boden sitzendes Kleinkind, dem vier „tapfere Helden“ des IS ihre Gewehrläufe an den Kopf hielten, um es zu erschießen.
Die Kinder, hat ein Dichter gesagt, sind die Garantie und das Zeichen dafür, dass Gott es mit der Menschheit noch nicht aufgegeben hat. Sie werden in so großer Zahl auf der ganzen Welt misshandelt und getötet. Bei uns werden sie nicht im Stil von IS massakriert, aber sie, die unsere Zukunft sein sollen, werden millionenfach im Mutterleib massakriert und das soll nun auch vom Europaparlament durch die Initiative einer deutschen Sozialdemokratin als „Menschenrecht“ anerkannt werden. Wir fürchten Gott nicht mehr! Das ist das Schlimmste, was der Menschheit geschehen kann.
Lernen wir von den Kleinen offen zu sein, Vertrauen zu haben und die Botschaft Jesu anzunehmen nicht kindisch sondern gotteskindlich, damit auch wir unsere Ziel, das Reich Gottes, erreichen, dass den Kindern gehört nach Jesu Wort.
Der Dichter Matthias Claudius hat im 18. Jahrhundert es so erbeten („Der Mond ist aufgegangen“):
Gott, lass Dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs bauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor Dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Michael Schneider-Flagmeyer

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4 Antworten auf „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder…“

  1. Michael Rieger sagt:

    Mein Eindruck mag falsch sein – aber leben wir nicht auch in einer Gesellschaft, in der Kinder mehr und mehr verhätschelt werden, bis zu einem Grad des Irrsinns, bis zur Angleichung der Erwachsenen an das Kind selbst, somit bis zur „Infantilisierung“ der scheinbar Erwachsenen? Kennen wir nicht alle diese Szenen übertriebener Aufmerksamkeit? Das ist die eine Seite.
    Auf der anderen Seite können wir ständig Berichte lesen über Vernachlässigungen übelster Art, über Misshandlungen und deren teilweise tödliche Folgen. Und daneben werden täglich Abtreibungen vorgenommen, als sei das die natürlichste Sache der Welt. Die Abtreibung zu einem Menschenrecht zu erklären, beweist, in welchem Maß das Unnatürliche und Abseitige zum Normalen erklärt werden soll, insofern ist die Rede von der satanischen Verwirrung (wie in einem anderen Kommentar bereits angemerkt wurde) völlig berechtigt.
    In allen Fällen – der „Infantilisierung“, der Vernachlässigung und der „Entsorgung“ per Abtreibung – zeigt sich, dass die Maßstäbe verloren gegangen sind: das Verhältnis zu den Kindern hat keinen festen Bezugsrahmen mehr, der einem sagt, was richtig und was falsch ist. Stattdessen büßen Kinder oftmals für persönliche Annahmen, Launen, Experimente, Solipsismen, die allesamt willkürlich sind. Was die Natur sagt, die Überlieferung, die Tradition… all das wurde leichtfertig über Bord geworfen, um persönliche Interessen und Eitelkeiten zu befriedigen oder ideologische Clownerien zu bedienen. Was es also braucht, wäre die laut vernehmliche Stimme, die dazu aufruft, das zu tun, was richtig ist – und über das subjektive, individuelle Wollen hinaus einmal in einem etwas größeren Rahmen nachzudenken und daraus Konsequenzen zu ziehen. Die Kirche hat diese Stimme – noch. Und sie muss sie noch viel lauter zu Gehör bringen, um durchzudringen, um gehört zu werden in einer Zeit, die nichts davon hören will. Aber man muss sich eben nicht daran orientieren, was diese Zeit hören will: das sind wir den Kindern dieser Zeit schuldig und uns auch.

  2. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    „Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben.
    Auch dem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt.“
    Ein hartes Urteil Jesu, aber auch ein konsequentes und erkenntnisunterscheidendes Urteil. Aber genau diese Sünde ist es, die die EU gerade wieder einmal u. a. mit ihrem „Recht auf Abtreibung“ begangen hat. Eine Sünde wider den Hl. Geist, die nicht vergeben wird, weil sie eine lebensfeindliche, ja, lebenstödliche, weil vernichtende Forderung ist.
    Wenn es je eines Beweises bedurft hätte, dass Satan existiert, so erleben wir in dieser geistlosen Zeit das Wirken dieses ehemals als formvollendeten Lichtbringer geschaffenen Geschöpfes namens Luzifer als satanischen Verwirrer und als Durcheinanderbringer vor unseren Augen heute wie vor 70 Jahren. Der Baum der Erkenntnis aus dem Paradiese strahlt hier auf. Wir wünschen uns einen Kardinal von Galen zurück, der auch gerade in heutiger Zeit hier unserem Land die schlichte Erkenntnis zwischen Gut und Böse, zwischen Unrecht und Recht, zwischen Licht und Dunkel zum Ausdruck bringt. Ein „Recht auf Abtreibung“ und die es begleitenden Genderforderungen sind die Umkehrung des Lebensrechts. Dieses Europa ist auf dem besten Wege in den trostlosen auf Diesseits ausgerichteten atheistisch-humanistischen Spaß- und Fun-Nihilismus in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, angesichts dieser EU-Forderungen völlig zu Recht.
    Es wird immer drängender und dringlicher, christliche Bekenntnisse abzulegen in ihrer Einfachheit und ihrer Eindringlichkeit, die der Einfalt eines Kindes gleicht. Es wird Zeit, dass die gesamte Bischofskonferenz nicht nur den Marsch für das Leben anführt und so ein unmissverständliches Zeichen setzen müsste, wo sie steht, sondern auch sich wöchtenlich des Themas Christenverfolgung annehmen müsste und auch diesbezügliche Dialoge mit den muslimischen Partnern zu führen hätte. Sie muss ihre Stimme gegen jegliche genderideologische Irrlehre erheben. Einzelne Stimmen sind mittlerweile viel zu wenig.
    Das Gesamtpaket der Bischöfe hier im Lande wird langsam aber sicher erforderlich sein, diesem Begehren gegen den Zeitgeist den Ausdruck zu verleihen, den es verdient. Wenn dieser Irrsinn so weiter geht, werden katholische und christliche Forderungen, die öffentlich ausgesprochen werden, mit Strafe belegt. Wir sehen Priester und Bischöfe in nicht allzuferner Zeit hinter Gittern in dieser genderdurchwirkten menschenfeindlichen Umwelt. Die Denkweise der überwiegenden Mehrheit wird wie ein Stier am Nasenring einiger Lobbyisten durch die Weide geführt. Es wird Zeit, dass sich dieser Stier zur Wehr setzt.
    Das Beispiel des Autors mag zu denken geben.

  3. Ulrich S sagt:

    Nein KH, nicht Gott hat es langsam satt mit uns sondern wir selbst haben es satt mit uns.

  4. KH sagt:

    „Die Kinder, hat ein Dichter gesagt, sind die Garantie und das Zeichen dafür, dass Gott es mit der Menschheit noch nicht aufgegeben hat.“

    Wenn man bedenkt, wie wenige Kinder bei uns geboren werden, könnte man vermuten, daß Gott es langsam satt hat mit uns,

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