Eine kirchliche Fastnachtspredigt

In diesen frohen Fastnachtstagen
gilt Heiterkeit, vergesst das Klagen
besinnt euch drauf, es gilt euch Christen:
ihr seid die wahren Optimisten:
euch ist für eures Lebens Bahn
die „Frohe Botschaft“ kundgetan.
Euch wird sogar nach diesem Leben
die Freud‘ des Himmels gar gegeben:
doch schaut zu den Gemeinden hin-
da fehlt er oft der frohe Sinn
da gibt’s viel Lamentieren, Zetern
bei Kritikern und frommen Betern
der Gläubigen einst große Schar
wird kleiner hier um den Altar:
vor allem junge Leute, Kinder
und die Familien nicht minder
vermisst man hier im Gotteshaus
das weiß selbst jede Kirchenmaus
Die Zukunft: ja bedenket fein:
der Glaube muss gelehret sein.

So war es lange Tradition
man lehrte Tochter und den Sohn
als Eltern, dass uns Gott gegeben
sein Wort und Weisung für das Leben
und sonntags ging mit frohem Sinn
gemeinsam man zur Kirche hin.

Das ist nicht mehr, der Sonntag heut
ist für die meisten unsrer Leut‚
ein Tag zum Brunchen, Schlafen, Sport
man fährt gern mit dem Auto fort
auch Feste feiern, jederzeit
doch für den Herrgott ist kein Zeit.

Bedenkt: nicht nur in bösen Tagen
ich muss es leider deutlich sagen
nicht nur im Leid, in kranken Stunden
seid ihr dem lieben Gott verbunden
auch wenn es gut euch geht ihm Leben
sollt ihr dem Herrgott Ehre geben
er lässt euch nicht, er ist euch treu
er sucht euch jeden Tag auf’s Neu
drum bleibt: ich sags euch unumwunden
auch ihr ihm treu, mit ihm verbunden
ein altes Lied, es deutlich sagt,
wer Gott vertraut, es mit ihm wagt:
wer Gott dem Allerhöchsten traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.

Die Kirche, das ist unbestritten
hat letzte Zeit fürwahr gelitten
viel Unmut und Disharmonie,
soviel, wie lange Jahre nie
weil Hirten keine Hirten waren
und mit unmenschlichem Gebahren
wohl mancher Kinder Wohl missachtet
egal, wie man dies auch betrachtet
da ist nichts weg zu diskutieren
so etwas darf schlicht nicht passieren
doch falsch ist auch der Medien Schalle
schaut her, seht hin, so sind sie alle.
Unrecht muss man beim Namen nennen
doch gilt es weiter zu bekennen
dass unsre Kirche in der Tat
viel mehr der guten Hirten hat
die treu zu ihrer Sache stehn
und suchen, die Verloren gehn
mit euch an Gottes Reich hier bauen:
sie brauchen weiterhin Vertrauen
und Menschen, die mit Tat und Wort
die Kirche bilden, hier vor Ort.

Ein Jahr des Glaubens steht ins Haus
der Heilge Vater rief es aus
damit der Glaube wächst auf Erden
und viele Kinder Gottes werden
in einer medialen Zeit
wer denkt da an die Ewigkeit?
Wer denkt an Gott, wer will noch beten?
Mit andern in Verbindung treten
per email und per Telefon,
das kann ein kleines Kind heut schon
mit Face Book, Twitter SMS
und anderm hausgemachten Stress
online, erreichbar allezeit
doch für Gemeinschaft: keine Zeit
vor lauter Einzelinteressen
gibt’s kaum noch ein Familienessen:
in diese mediale Welt
der Papst nun unsern Glauben stellt.
Halt ein, oh Mensch bedenke still,
dass Gott auch etwas sagen will
doch seine Stimm im Medienwald
zu leise ist und oft verhallt
mit ihm mal in Verbindung treten
das nennen wir ganz einfach beten
ganz ohne technisches Gerät
der Herr ist da, von früh bis spät:
ein kleiner Blick nur himmelwärts,
das reicht und dein bereites Herz
schon ist zu ihm, der dir vertraut
eine Verbindung aufgebaut
dafür ist Glaube uns gegeben
auf unserm Weg zum ewgen Leben
das will das Jahr des Glaubens schenken
das wir mal wieder tiefer denken
und neu in unsere Seele sehn:
Fest soll mein Taufbund immer stehn!

Apropos Papst und Tradition
uralt ist die Verbindung schon:
verbunden sind seit langer Zeit
die Kirche und die Fastnachtszeit.
Ein Beispiel will ich euch nur nennen
dann werdet ihr es wohl erkennen:
schaut nach St. Peter, dort in Rom
und sehet hin zum Kölner Dom:
zwei Männer nur auf dieser Welt
denen dies Privileg zufällt
und das verbindet Rom so fein
mit Fastelovend dort am Rhein
der Papst nach alter Tradition
der Prinz in Köln, seit langem schon:
nur die zwei Männer ohne Zagen
die dürfen rote Schuhe tragen!
Ein „Halleluja“ geht nach Rom
und ein „Alaaf“ zum Kölner Dom!

Doch oftmals Anlass zu Kritik
gibt uns die hohe Politik
der Bürger muss es schmerzhaft lernen,
wie sehr sich einfach tut entfernen
von Mann und Frau, dem Bürger eben
politisch Denken und auch Streben
bekannt als großer Waffenlieferant
zu Saudis und zu manchem Ort:
Was sollen unsre Panzer dort?
wo Christen gar Verfolgung leiden
die Menschenrechte man tut meiden
es ist, wie meistens es bestellt :
Wirtschaft und Geld regiert die Welt.
Auch kann ich Richter nicht verstehen,
die starr in die Gesetze sehen
und es als Recht uns legen aus
für mich ist es ein einzger Graus
was für ein Recht in unsrer Welt:
Kindsmörder kriegen Schmerzensgeld
wenn das ist unser Deutsches Recht:
verbessert es: es ist doch schlecht :
wer Unrecht tat und das ist krumm:
tanzt allen auf der Nase rum!

Ein Wort, das hört man schon seit Jahren
Pfarreien: Geld ist knapp, tut sparen
Gebäude soll man wegsanieren
und Schäden nicht mehr reparieren
und für die meisten Sachen eben
Das Bistum kann kein Geld euch geben
Tuts aus Kollekten finanzieren
tat man in Trier schon registrieren
dass immer man dieselben Leut
mit Geldeinsammeln man erfreut
von Sonntagsbetern aus dem Wald
kein Cent in unser Körbchen fallt
die Treuen die zur Kirche gehen
die zahlen, ist das einzusehen?
Und seh ich dann mit Unbehagen
man könnte einfach nur verzagen
wie viele Gremien man erdacht
was Kosten sicherlich entfacht:
Man bildet neue Arbeitskreise
und auf geheimnisvolle Weise
wächst der Behördenapparat,
welchen die deutsche Kirche hat.
In Farbendruck auf Glanzpapier
erhalten jede Woche wir
Ergüsse, herrliche Ideen,
die die Verwaltung ließ erstehen:
oh höret es der Gläubigen Scharen:
In den Gemeinden müsst ihr sparen!

Trotz alledem, trotz manchem eben:
es bleibt das eine uns gegeben
was an den Anfang ich gestellt,
was jeden Lebensweg erhellt
die Botschaft, Jesu gute Lehre
die von uns nimmt des Lebens Schwere
die Freude an des Glaubens Licht,
das möchte ich vermissen nicht:

Es ist die Herzensfreude mein:
gerne und froh katholisch sein.
Dies weitersagen, vor zu leben
und so ganz einfach Zeugnis geben
Ich ruf euch zu vergesst es nicht:
Christus ist eures Lebens Licht.

Drum dürfet ihr auch fröhlich sein
an Fastnacht und Tag aus, Tag ein.

Wer froher Christ in dieser Zeit,
der findet auch die Ewigkeit.
Verbeuget euch vor Christi Namen:
wohl, der ihn kennt: Habt Dank und Amen!

Pfarrer Ralf Hiebert, St. Ludwig in Saarlouis

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