Nicht alle über einen Kamm scheren – Zu Schwierigkeiten mit dem Islam

Wir haben oft gesagt und geschrieben, dass Islam und Islamismus nicht zu trennen sind. Und dabei bleiben wir auch, da wir uns immer dabei auch auf islamische Autoritäten und den Koran selbst berufen können sowie auf die Aussagen maßgebender deutscher Politiker. Gerade in diesen Tagen wurde wieder von der Bundesregierung vor der wachsende Gefahr durch islamistische Aktivitäten gewarnt.
Aber es gibt auch Beispiele an denen man erkennen kann, dass sehr viele Muslime sich gut integriert haben und die Vorzüge von kirchlichen Institutionen sehr zu schätzen wissen.
Zur unserer Pfarrei in Saarlouis gehört eine große Kita (früher Kindergarten), in der vor Jahren im Gegensatz zu heute muslimische Kinder die Mehrheit waren. Am vergangenen Sonntag wurden die Kinder aus der Kita, die jetzt eingeschult werden, im sonntäglichen Hochamt gesegnet mit ihren Schulranzen und jedes Kind erhielt eine von den Händen fleißiger Helferinnen gebastelte schöne Schultüte, die noch mal extra mit Weihwasser gesegnet wurden. Der Kaplan legte jedem einzelnen Kind die Hände auf und segnete es im Namen Christi. Dabei waren auch einige muslimische Kinder, deren Mütter in der Kirche mit Kopftuch saßen. Das Ganze war natürlich abgesprochen und von den Kita-Damen eingeübt worden. Obwohl nicht alle muslimischen Kinder zu dieser katholischen Messfeier gekommen waren, zeigt sich doch an diesem Beispiel einmal mehr, dass es auch hierzulande zu einer freundlichen Beziehung zwischen Christen und Muslimen kommen kann und kommt.
Gerade meldet Radio Vatikan, dass in Schlewig-Holstein zu einer Forderung nach einem Gottesbezug in der Landesverfassung 20.000 Unterschriften nötig seien. In nur vier Monaten hatte man aber 40.000 Unterschriften gesammelt. Darunter waren auch die von Muslimen und Juden. Die Unterzeichner kamen aus allen Parteien.
Was sollten wir daraus folgern? Mit der Leisesetreterei von kirchlichen Amtsträgern zu Problemen wie mit dem Islam und zu Gender und anderen Problemen muss endlich Schluss sein. Unsere Bischofskonferenz muss sich in all diesen Fragen klar und unmißverständlich postitionieren und nicht aus Menschenfurcht und Angst vor finanziellen Verlusten schweigen. Der Papst macht es ihnen vor. Und wir Laien sollten mutig unseren Glauben bekennen und keine Furcht vor Nachteilen haben. Muslime respektieren durchaus ein festes und aufrechtes Bekenntnis zum Fundament unseres Glaubens. Was sie nicht respektieren, ist die schon peinliche Anbiederei zahlreicher kirchlicher Amtspersonen und Menschen, die im Dienst der Kirche stehen; denn auch viele Muslime fürchten den Islamismus hierzulande. Und die Politik muss endlich konsequenter gegenüber den islamistischen Hasspredigern und ihren Unterstützern und Mitläufern handeln. Und immer wieder müssen wir die Parteien fragen, was haben die hier noch zu suchen. Warum sind sie nicht längst aus Deutschland entfernt worden?

Michael Schneider-Flagmeyer

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2 Antworten auf Nicht alle über einen Kamm scheren – Zu Schwierigkeiten mit dem Islam

  1. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Jedem Wort dieses Statements ist zuzustimmen. Es stimmt, dass Muslime gläubige Christen ernst nehmen, nicht jedoch die lauen ohne eigenen Standpunkt und Glaubensfestigkeit. Ich fürchte keine Feiern zwischen Muslimen und Christen; sie können Erkenntnisse positiver Art bringen auf beiden Seiten. Es ist aber an den Kirchenführern, klar und eindeutig zu sagen, dass der Gott des Islams nicht identisch ist mit dem Dreieinen Gott. Das ist der Kern, der auch in der Lehre aufrechterhalten werden muss. Ohne Jesus ist kein Gott der vollkommenen Liebe begründbar, schon garnicht mit dem islamischen Propheten. Damit sind die Zugänge zu den diametral auseinanderliegenden Gottesbildern bereits nicht mehr zusammenführbar, soll der Wahrheit die Ehre erhalten bleiben. Die Religionsgrundsätze der völlig unterschiedlichen Art, leider in wichtigen Teilen ist unüberbrückbar. Muslime und Christen auf einer Feier ist ok, nicht aber die Statements leichtfertig dahingesagten Ein-Gott-Anbeter- und -biederei. Wer das nämlich behauptet, hat sich vom vollkommenen Gott der Liebe und auch von Jesus verabschiedet, möge es ihm auch nicht bewusst sein, ja er hat Jesus damit verraten. Bitten wir um den Heiligen Geist der klaren Unterscheidung der Erkenntnis der Verschiedenheit. Ein gutes Verhältnis zu Muslimen in Glaubensverschiedenheit ist zu befürworten und auch möglich. Die Synkretismusklitterung ist jedoch in Glaubensfragen vehement abzulehnen.

  2. Mathias Wagener sagt:

    Herr Dr. Schneider-Flagmeyer hat einmal mehr hier ganz wichtige Punkte im Verhältnis zu den hier lebenden Muslimen angesprochen. Mit Recht hat er von einer peinlichen Anbiederei gesprochen, die doch nur bestimmte Funktionärskreise aufwertet. Ich halte das für sehr essentiell, was hier berichtet worden ist.

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