Erklärung des Forums Deutscher Katholiken. Eine Initiative, die zum Weiterdenken auffordert.

„Es ist absolut inakzeptabel, dass trächtige Kühe geschlachtet werden. Deswegen wollen und müssen wir etwas dagegen tun“, sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er wird dabei von den Schlachthausveterinären, von der deutschen Fleischwirtschaft und vom deutschen Bauernverband unterstützt. Was ist die Begründung?  Die ungeborenen Kälber ersticken nach dem Tod der Kuh in einem Prozess, der bis zu 20 Minuten dauern kann. Das sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar.
Die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministers für die ungeborenen Kälber ist zu begrüßen. Sie provoziert aber gleichzeitig die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, dass ungeborene Kinder im Mutterleib getötet werden dürfen?
Auch Abtreibung ist qualvoll!
Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers verlangt ein Weiterdenken, nämlich dass zum wirksamen Schutz der ungeborenen Kinder das System der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung geändert werden muss.

Prof. Dr. Hubert Gindert

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4 Antworten auf Erklärung des Forums Deutscher Katholiken. Eine Initiative, die zum Weiterdenken auffordert.

  1. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Keine staatlichen Gesetze haben so verheerende Bewusstseinstrübung hervorgerufen wie die Abtreibungsgesetze. Abtreibung ist erlaubt und nicht verboten, so die Volksmundmeinung. Die Perversion der menschlichen Gedanken macht sich in solchen Artikelinhalten deutlich. Empört sind die Menschen, wenn trächtige Kühe geschlachtet werden – völlig zu Recht -, nicht empört jedoch, wenn abgetrieben wird. Das wird unter der Rubrik „Normales“ eingeordnet.

    Die Abtreibung steht jedoch am Ende der Versexualisierungskette. Werden bereits Grundschulkinder mit staatlichn Bildungsplänen auf Sexualspiele in alle Richtungen vorbereitet, nein verdorben, wird der Sextrieb mit dem Trieb der Selbsterhaltung wie Essen und Trinken verglichen, wird der Begriff „Liebe“ zweckentfremdet, so ist es zwangsläufige Folge, dass Abtreibungen krankenkassenfinanziert in dem Bewusstsein durchgeführt werden, nichts Unrechtes begangen zu haben. Die gesellschaftliche Aktzeptanz ist ihnen sicher.

    Die Ehrfurcht vor dem Leben des Menschen ist völlig pervertiert worden und nicht nur durch den IS. Da wird für einen Hundewelpen in Not mehr Schutz gefordert als für das Lebensrecht eines Menschen im Mutterleib. Meine Position ist ein sowohl als auch. Beides verdient Respekt. Wer jedoch den Embryo im Mutterleib als eine frei verfügbare Sache ansieht, die der Eigentümer vernichten kann oder auch nicht, hat jegliches Gespür für Prioritäten und erst recht für göttliche Gebote verloren.
    Das sind die Lebensfolgen, wenn Gottes Gebote und Jesus selbst aus dem eigenen Leben verbannt werden.

    • Klaus Ebner sagt:

      Mir ist ehrlich gesagt nicht ersichtlich warum so viele Lebensschützer so große Hoffnungen in eine Änderung der Rechtslage legen. Warum sollte eine Frau, die aus welchen Gründen auch immer, in der Schwangerschaft die Zerstörung ihrer Zukunft sieht, sich von einer bedingten Geldstrafe abschrecken lassen. Und auf die liefe es bei der unbescholtenen Ersttäterin wohl hinaus.

      • Hermann-Josef Kemmer sagt:

        Werter Herr Ebner,
        es kommt nicht auf die Höhe der Strafe an, sondern dass eine Abtreibung im Bewusstsein der Menschen strafbar bleibt. Selbstverständlich kann in Härtefällen von Strafe abgesehen werden. Aber es ist eine bewusstseinsbildende Maßnahme. Und eine Frau, die nicht abtreiben möchte und von ihrer Umgebung bestenfalls „überredet“ werden soll, hat nicht einmal mehr das Argument der Ablehnung der Abtreibung mit der Begründung zur Verfügung, dass sie sich damit strafbar machen wird.

        • Klaus Ebner sagt:

          Damit sind Sie ganz genau beim wesentlichen Punkt. Denn um von Strafe abzusehen muss ein Gericht erst mal jeden einzelnen Fall überprüfen. Und genau das will – seit den Vorfällen in Memmingen – niemand mehr. Vor allem nicht die Frauen im Bundestag. Bei der Abstimmung 1995 haben gerade mal 2 % aller im Bundestag vertretenen Frauen Ihre Stimme für eine vergleichbare Lösung gegeben. Seit Memmingen gibt es offensichtlich in dieser Frage kein Vertrauen in die Justiz mehr.

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