Reformer sehen anders aus

Am 25. Januar hat das Fernsehen Aufnahmen vom Treffen der Vertreter von (angeblich) 1000 Pfarrern in München gezeigt. Diese Priester wollen eine andere Kirche. So wie diese Pfarrer – es waren auch einige Frauen darunter – in den Fernsehaufnahmen dreinblickten, frustriert, glücklos, ohne eine Spur von Feuer, aufgereiht, wie in einem Wartezimmer vor einer Gerichtsverhandlung, ist von ihnen nicht der Schwung, den Reformen verlangen, zu erwarten. Was der Sprecher der Protestpfarrer, Christian Schuller, von sich gab, über die angeblich von der Kirche vorenthaltenden Grundrechte, war so daneben, dass seine Parolen kaum zum Aufstand reizen. Was die Nachrichtensprecherin im Fernsehen pflichtgemäß als Forderung der Pfarrer vortrug, war so altbekannt und wenig originell, dass es kaum mehr ein Gähnen hervorruft.
Von den 1000 unzufriedenen Pfarrern sollen 200 aus deutschen Diözesen stammen. Die übrigen sind aus Österreich und der Schweiz. Nach den eingeblendeten Schildern vertraten einige der gezeigten Pfarrer u.a. Priesterzusammenschlüsse von Augsburg und München: Altgediente Veteranen gegen die so genannte „Amtskirche“.
Der Vertreter des Münchner Ordinariats zeigte sich „überrascht“ über das Treffen dieser Pfarrer. Er mahnte zur Einheit, die sehr wichtig in der Kirche sei. Deutlichere Worte wären angebracht gewesen, z.B., dass die Forderungen dieser Pfarrer mit wirklichen Reformen nichts zu tun haben und dass vielmehr einem Neuaufbruch im Glauben, Umdenken, Umkehr und Rückkehr zum Evangelium Christi vorausgehen müssen. Der Sprecher des Ordinariats hätte diese Pfarrer auch daran erinnern können, was sie einmal bei ihrer Priesterweihe und bei der Übertragung ihrer Pfarrei vor den Gläubigen gelobt haben, nämlich, Treue zur Lehre der Kirche und Gehorsam gegenüber dem Bischof.

Hubert Gindert

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