Leben wir in einem weltweiten Krieg eines neuen Totalitarismus?

Liebe Leser,
die 68er hatten den flotten Spruch „stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin“. Was ist aber, wenn der Krieg ungerufen zu uns kommt? Wir leben heute in einem Krieg. Er ist totalitär und weltweit. Niemand kann ihm entweichen: Nicht das Kind in der Kita oder in der Grundschule, nicht der Beamte oder Angestellte eines Unternehmens, nicht der Fernsehzuschauer, nicht der Radiohörer. Es ist der Krieg, aus dem der neue Mensch hervorgehen soll, befreit von letzten Bindungen, die seinen Flug in die absolute Freiheit behindern können. Dieser moderne Mensch, der sich Gott gleich macht, bestimmt in der Genderpolitik, ob er Mann oder Frau ist. Er hat viele „Spielarten“ von Partnerschaften zur Verfügung. Er bestimmt, wie ein Mensch entsteht, durch natürliche Zeugung oder im Reagenzglas, mit welchen Eigenschaften er ausgestattet ist, ob er geboren werden darf oder abgetrieben wird. Und er bestimmt schließlich, wann er sich von dieser Erde verabschiedet. Sciencefiction? Mitnichten! Es ist die Realität. Es ist die absolute „Freiheit von“.
Kann ich noch frei sein, wenn ich mich an etwas binde? Heißt Bindung nicht Abhängigkeit oder sogar Unterwerfung? Auch Edith Stein stellte sich solche Fragen vor ihrer Konversion: Bleibe ich frei, wenn ich mich an Gott oder die Kirche binde? Ist da noch Platz für mich? Jean Paul Sartre gab die Antwort: „Wo Gott ist, kann ich nicht sein“. Es gibt jedoch die freiwillige Bindung, die Hingabe an einen Menschen oder eine Aufgabe, eben die „Freiheit zu“, z.B. in Ehe und Familie.
Die Gesellschaftsveränderer wussten immer schon, dass die auf die Ehe gegründete Familie das stärkste Bollwerk gegen ihre Absichten darstellt. Um sie einzuebnen, wird jetzt die „Ehe für alle“ mit Adoptionsrecht für wehrlose Kinder gefordert.
Wer hilft uns in diesem weltweit geführten Krieg der heutigen Auseinandersetzungen? Wie können wir uns dagegen wehren? Wir leben in der westlichen Welt in Demokratien. Hier brauchen die Gesetzgeber Mehrheiten. Öffentliche Zustimmung oder Ablehnung, die in Petitionen, Schreiben an Abgeordnete, in Leserbriefen und Demonstrationen zum Ausdruck kommt, sind wichtig. Die Frage ist, wie können wir Menschen begeistern und motivieren, sich zu engagieren? Wie überwinden wir Einschüchterung und Lähmung, die wie eine bleierne Decke auf unserem Land lastet? Das eigentliche Problem liegt in uns selber: Der Mangel an Begeisterung und die Bereitschaft, aufzubrechen. Papst Franziskus hat kürzlich darüber gesprochen, als er meinte: „Wir müssen wieder nach Galiläa zurück“, wo die Jünger alles zurück ließen und mit Begeisterung aufgebrochen und dem Herrn gefolgt sind. Ja, wir müssen wieder nach Galiläa zurück!

Hubert Gindert

Dieser Beitrag erscheint auch in der katholischen Monatszeitschrift “Der Fels” im Augustheft. Probehefte dieser Zeitschrift können angefordert werden unter der Telefonnummer 08191-966744 oder per E-mail: Hubert.Gindert@der-fels.de

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Eine Antwort auf Leben wir in einem weltweiten Krieg eines neuen Totalitarismus?

  1. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Selbst, wenn sich einige finden, die nach Galiläa zurück gingen, wäre für die Masse der Zug aus der Gendermisere bereits abgefahren. Das Endziel der Familienzerstörung, die Genderideologie, wurde jahrzehntelang vorbereitet. Es begann mit „Mein Bauch gehört mir“ und „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ über die Förderung der Promiskuität, der Prostitution, der Pornografie und der Akzeptanz der Homosexualität bis hin zur Ehe und zur Adoption von Kindern und deren staatliche frühkindlich-schulische Versexualisierung in alle Richtungen. Nun wird die ideologische Begründung, ohne dass diese wissenschaftlich begründet werden kann , nachgeschoben, sozusagen mit Ungeist befüllt, so dass alle Schranken fallen bis hin zur Lächerlichkeit, sozusagen der sexuellen Beliebigkeit die ungeistige Grundierung geben.
    Die Kirche, aber auch die geistigen Eliten haben es nicht verstanden, eine geistig-seelische, nicht einmal mehr christliche, geschweige denn katholische Grundweisheit in die Menschen zu pflanzen, wie auch, war Gott doch lange Zeit tot, der Zufall der Evolution wurde bemüht und ohne Gott brauchte es auch kein göttliches Gebot mehr. Der Mensch war selbst Macher und konnte eh alles besser in seiner im Artikel so schön beschriebenen Pseudofreiheit ohne Schranken.
    Die Sünde gab es nicht und sollte es einen Gott geben, so sollte er synkretistisch-kaugummihaft für alle menschlichen Bedürfnisse sein ok geben, damit wir arrogant Reste von Glauben an ein unbestimmtes Etwas verschwenden konnten. Soll Gott doch froh sein, wenn wir überhaupt an irgendetwas „Höheres“ glauben. Der Beliebigkeitsgott war geboren, indem Jesus als Wohltäter, der alles verzeiht und somit der Vater ebenfalls, für unsere Bedürfnisse uminstrumentalisiert werden konnte. Damit haben aber die Kirchen hier die Ursprungslehre verraten und auch den Jesus des Evangeliums nicht mehr katholisch verkündet. Im Gegenteil: Priesterrock ade, sexuelle Freiheit keine Sünde, im Grunde gewann die Feigheit Oberhand, weil sie es unterließ, den politischen und den zugleich immer unmoralisch werdenen
    Zeitgeist zu bekämpfen. Und dieser Zustand dauert bis heute an. Zurück zu den Wurzeln. Bischof Oster scheint ein Licht im bischöflichen Einerlei zu sein. Mut und Stehvermögen bedarf es seitens der Bischöfe und Priester, auch auf die Gefahr hin, dass die pc-gelenkten Schäfchen in weiteren Massen aus der Kirche austreten. Geld darf nicht Moralgeber sein. Auch hier hat Jesus recht: Entweltlichung: Niemand kann zwei Herren dienen (Geld und Jesus). Offensichtlich vertragen sich Kirchensteuer und Jesus nicht gut.

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