Die sexuelle Spaßgesellschaft und die Ausbeutung von Frauen

Die sexuelle Spaßgesellschaft funktioniert nicht mehr wie gewünscht. Sie ist durch Überforderung erschöpft. Aber die sexuelle Ausbeutung von Menschen darf nicht an ihr Ende kommen, weil sie einen scheinbar unerschöpflichen Markt repräsentiert. Deswegen muss der Tanz um das „Goldene Kalb“ weitergehen, wie in anderen Fällen unter der verlogenen Parole der Freiheit.
Wie die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 20.08.15 mitteilt, darf in den USA das „luststeigernde Medikament“ mit dem Namen Addyi an Frauen, „die unter sexueller Unlust leiden“ verkauft werden. „Sexuelle Unlust“, sei laut Bericht, „ein Problem von Millionen Frauen und oft auch ein Problem für die Beziehung“. Addyi ist ein Psychopharmakum, das die Freisetzung bestimmter Hormone bewirkt. Das „Viagra für Frauen“ kann „beträchtliche Nebenwirkungen“ zur Folge haben. „Ob und wann das Präparat auch nach Deutschland kommt, ist ungewiss“. Interessant ist, dass offensichtlich die Sexualisierung des täglichen Lebens, forciert durch Internet, TV, Filme und Presse, nicht mehr ausreicht, um die sexuelle Lust aufrecht zu erhalten. Der Markt für Prostitution und käufliche Liebe wird derweil ständig ausgeweitet. Der Bericht „Amnesty schockt Alice Schwarzer“ (AZ, 13.8.15) bringt ein Bild mit der bezeichnenden Unterschrift: „Mit Neon auf Freierfang: Prostitution ist in Deutschland in Groß- und Kleinstädten, ja sogar auf dem Land zuhause“. In nackten Zahlen: „Eine häufig zitierte Schätzung geht von rund 400 000 in Deutschland in der Prostitution tätigen Frauen aus. Davon abgeleitet sollen täglich 1,2 Mio. Männer sexuelle Dienstleistungen kaufen. Mit der Prostitution werden in Deutschland jährlich 14,5 Mrd. Euro umgesetzt“ (Tagespost, 19.8.15).
Zur rechtlichen Lage vermerkt der Artikel (AZ, 13.8.15): „Mit dem Prostitutionsgesetz wollte die frühere Rot/Grüne Bundesregierung die rechtliche und soziale Lage der Prostituierten verbessern. Vor Einführung 2002 galt käuflicher Sex als sittenwidrig. Seither können Prostituierte ihren Lohn gerichtlich einklagen und in die Kranken-, Renten- und Arbeitsversicherung aufgenommen werden“. Die damalige Bundesregierung hat mit dem „Wert“ einer rechtlichen und sozialen Absicherung die Prostitution insgesamt aufgewertet und so den Markt ausgeweitet. Inzwischen will die Menschenrechtsorganisation Amnesty International „weltweit gegen Strafen gegen Prostitution kämpfen. Ihr Argument: Verbote schaden den Sexarbeiterinnen“. Laut AZ (13.8.15) haben sich Amnesty-Delegierte aus der ganzen Welt mehrheitlich in Dublin auf die „Empfehlung verständigt, die grundlegend ist für den weiteren Umgang der Menschenrechtler mit der Prostitution. Die internationale Führung von Amnesty ist nun befugt, eine entsprechende Politik zu entwickeln“. Frauenrechtlerinnen wie Alice Schwarzer, werfen Amnesty vor, sich mit dieser Entscheidung dafür einzusetzen, „dass Frauenhändler, Zuhälter und Bordellbetreiber noch unbehelligter ihrem Milliardengeschäft nachgehen können“. Alice Schwarzer: „Damit schlägt Amnesty sich auf die Seite der Täter, ein Signal wie das von Amnesty bestärkt die Frauenhändler und macht den Frauen das Leben noch schwerer“.
Die Gründerin der Hilfsorganisation „Solwodi“ (SOLWODI Deutschland e.V. SoLidarity with Women in Distress – Solidarität mit Frauen in Not), die Ordensschwester Lea Ackermann äußerte sich zur möglichen Legalisierung der Prostitution mit den Worten: „Frauen in der Prostitution sind die am meisten ausgebeutete Gruppe der Gesellschaft. Es sind Frauen, die man bezahlt, damit sie ihren Körper anderen ausliefern. Dieser Kauf von Sex ist kriminell und gehört verboten“. (Konradsblatt 34-35 2015)
Bei diesem Milliardengeschäft mit der Prostitution werden Frauen aus Osteuropa, Asien und Afrika unter verlogenen Versprechungen, sie würden im Westen, insbesondere in Deutschland, einen gutbezahlten, sicheren Arbeitsplatz finden, von den Frauenhändlern angelockt und danach den Zuhältern und Bordellbetreibern ausgeliefert. Westeuropa ist so in den letzten Jahrzehnten in einen riesigen Bordellbetrieb verwandelt worden. Dagegen sollten die Frauenverbände ankämpfen!

Hubert Gindert

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