Der „Marsch für das Leben“ am 19.9.15 – eine erste Bilanz.

Nahmen im letzten Jahr noch gut 5000 Menschen am Marsch für das Leben in Berlin teil, so waren es in diesem Jahr über 7000 Marschierende. Und das, obwohl der offizielle Gegenwind noch größer war als im vergangenen Jahr.
http://www.kath.net/news/52109
Von besonderer Bedeutung war, dass ein Diözesanbischof, Prof. Dr. Rudolf Voderholzer (Regensburg) und drei Weihbischöfe, Prof. Laun (Salzburg), Weihbischof Heinrich (Berlin) und Weihbischof Renz (Rottenburg-Stuttgart) teilnahmen nach dem Vorbild der Bischöfe der USA, wo der größte Teil des Episkopates den Marsch für das Leben anführt und damit allen Gläubigen ein deutliches Signal gibt.
Das wird sicher auch bei uns in Deutschland eine große Wirkung erzielen. Je mehr Oberhirten an dem Marsch teilnehmen, um so größer wird die Teilnahme der katholischen Gläubigen sein. Nachdem der Papst sich wiederholt hinter die Marschierer für das Leben gestellt hatte, war auch den Bischöfen ein deutliches Zeichen gegeben. So dürfen wir denn hoffen, dass im nächsten Jahr die Anzahl der teilnehmenden Bischöfe deutlich wachsen wird.
Während auf katholischer Seite die Entwickelung durchaus erfreulich ist und zum Hoffen Anlass gibt, ist von offizieller Seite der EKD besonders von der Kirchenleitung Berlin/Brandenburg nur Negatives zu berichten. Schon im vorigen Jahr hatte diese Kirchenleitung den Lebensmarschieren, unter denen ja sehr viele Evangelische waren und sind, den Berliner Dom zum Abschlussgottesdienst verweigert. In diesem Jahr scheute sich dieselbe Kirchenleitung nicht, das Wort „menschenverachtend“ für die Argumente der Lebensschützer zu gebrauchen und dokumentiert damit einmal mehr, dass die EKD in ihrer Leitung dem links-grünen Meinungskartell das Wort redet und damit japsend dem Zeitgeist hinterherläuft, ohne ihn jemals einzuholen. In der EKD-Leitung will man schon lange nicht mehr „Salz der Erde“ sein sondern Schmieröl für die Räder des Mainstreams sein. So warf denn auch der evangelische Theologe Ulrich Parzany den evangelischen Kirchenleitungen vor, sich nicht eindeutig für den Marsch auszusprechen. Noch deutlicher wurde ein weiterer prominenter evangelischer Pfarrer auf seiner Facebook-Seite: der Hohenzollernprinz Philip Kiril Preussen, ein Urenkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelms II, der schlicht schrieb: „Schäm Dich, evangelische Kirche“. Er hielt seiner Kirche die Teilnahme der katholischen Bischöfe und die Unterstützung durch den Papst und die Deutsche Bischofskonferenz vor.
So dürfen wir auch hoffen, dass sich in der EKD-Leitung etwas bewegen wird, wenn man in zwei Jahren den Beginn der Reformation feiern will und des Mannes gedenken will, der das Lied schrieb (sozusagen die Hymne der Reformation in Deutschland) „Ein feste Burg ist unser Gott“, das aus heutiger Sicht jeder Katholik aus voller Kehle mitsingen kann.
„Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht’t: ein Wörtlein kann ihn fällen. (Jesus Christus)“
Auch in diesem Jahr wurde der Marsch für das Leben von tumultartigen Szenen der Gegendemonstranten von Schwulen und Lesben, Linken und Grünen behindert und aufgehalten. 900 Polizisten waren im Einsatz. Neu war, dass die Vorsitzende der Partei „Die Linke“ Katja Kipping dazu aufgerufen hatte, den Marsch für das Leben zu behindern und dabei von ihrem grünen Gesinnungsfreund Volker Beck unterstützt wurde. Auch andere Gruppen aus dem linken Lager gehören zu diesen ständigen Gegendemonstranten.
Wer dazu aufruft, einen friedlichen Marsch für den Schutz des menschlichen Lebens von der Zeugung bis zu seinem natürlichen Tod gewaltsam zu behindern, darf sich wohl kaum noch als Demokrat bezeichnen, weil er die Meinungsfreiheit unserer offenen Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes mit Füßen tritt und damit zu den Feinden der offenen Gesellschaft (Karl R.Popper) gehört.
Das sollten alle Menschen in unserem Lande sehr sorgfältig zur Kenntnis nehmen und bei allen Wahlen bedenken. Gerade die Partei, die in der direkten Nachfolge der SED steht, Jahrzehnte lang die Hauptfeindin und Unterdrückerin der freien, offenen Gesellschaft, hat hier in ihrer Vorsitzenden gezeigt, dass sie sich nicht von ihrem Unterdrückungskurs abgewandt hat. Und dass sich die Grünen hier anschließen, zeigt auch einmal mehr deren Drang zum Meinungsterror.
All das wurde selbst einem bekennenden Atheisten zu viel, der die Gefahr aus einem solchen Verhalten sehr klar ausdrückte. Der Sprecher der „Humanistischen Alternative Bodensee“ (HABO), Dennis Riehle, verurteilte die Ausforderung von Links-Grün bis Schwul-Lesbisch zum aktiven Widerstand gegen den Marsch für das Leben so:
„Es ist legitim, eine andere Meinung als die der Teilnehmenden des ‚Marsches für das Leben‘ zu haben – und diesen auch auf die Straße zu tragen. Die Erfahrungen zeigen aber, dass die geplanten Aktionen gegen die Kundgebung von aufgehetzten Stimmungen getrieben sind, aus denen leicht auch Aggression werden kann. Das ist nicht zu tolerieren. Im Übrigen ist die Zuschreibung des ‚Fundamentalismus‘ an die Mitwirkenden am Demonstrationszug, an dem gegen Sterbehilfe und Abtreibung protestiert wird, völlig haltlos. Wer seine Werte friedlich verteidigt, hat das Anrecht hierzu – und es gibt keinen Grund dafür, diesen Anspruch in Frage zu stellen“.
„Wer eine humanistische Denkweise vertritt, muss nach meinem Verständnis für eine demokratische Gesinnung stehen. Das bedeutet auch, sich mit anderen Positionen kritisch, aber gewaltlos auseinanderzusetzen und jedem Mitbürger dieselben Freiheiten zuzugestehen.“
http://www.kath.net/news/52111
Seien wir also sehr wachsam gegen die starke Tendenz der links-grünen Parteien, die Meinungsfreiheit unter dem Deckmantel der Diskriminierung und Freiheit einzuschränken in ihrem Sinne, oder sogar die Forderung nach Schutz des Lebens als menschenverachtend zu bezeichnen im Sinne der genannten politischen Parteien wie die EKD Berlin/Brandenburg. Der Marsch für das Leben ist eine Huldigung an eine Kultur des Lebens, die den Sieg über die Kultur des Todes erringen wird auch bei uns, weil Christus diesen Sieg längst errungen hat und weil Gott das Leben selbst ist; „denn bei Dir ist die Quelle des Lebens und in Deinem Licht schauen wir das Licht:“ (Psalm 36,10)

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Der „Marsch für das Leben“ am 19.9.15 – eine erste Bilanz.

  1. Herbert Klupp sagt:

    Ich war dabei. Der Marsch war großartig. Alle blieben absolut friedlich angesichts
    dreckigster, laut schreiend vorgetragener Unflätigkeiten gegen uns und unsere Kirche
    und unseren Heiland und Gott. Unsere (spontane) Antwort war das Singen von
    Kirchenliedern, „klassische“ und „neue“, „katholische“ und „freikirchliche“, alles
    gemeinsam, wie schön. Natürlich auch Gebet. Rosenkranzgebet und unvergesslich
    eine lange knieende Frau, die stets ihr Kruzifix, ihren Jesus küßt. Die Polizei scheint
    halbwegs gemeinsame Sache mit den linken Aggessoren zu machen. Sie haben weder
    den Gottesdienstplatz freigehalten von Störern, noch den Prozessionsweg
    (ja, der Eindruck einer Prozession war da) gesichert. Die meist jüngeren Kommunisten und linken Aktivisten, ich nenne sie „rote Faschist_Innen“, konnten uns für ca 90 Minuten blockieren, gleichzeitig von allen Seiten näher rankommen, und uns
    beschimpfen und unsere Menschenwürde in den Dreck treten. Wen interessierts? Am nächsten Morgen (heute morgen) in der BERLINER MORGENPOST dann ein kurzer lapidarer Artikel, der so tat, als habe es zufällig mehrere Demonstrationen gegeben, die einen eben pro Abtreibungen, die anderen contra. Kein Wort von den Aggressionen, von der Länge der Blockade, von der absoluten Friedfertigkeit der Christen, von unseren gläubigen Gesängen, von der Teilnahme von (Weih-)Bischöfen usw usw. Obwohl 10.000 Menschen auf den Beinen waren, und höchstes Konfliktpotenzial gegeben war (7000 wir, ca 2000 rabiate Gegner, und
    ca 1000 Polizisten, die uns schützen sollten vor der Aggression) war der Artikel
    nur ein Einspalter von nur ca 30 Zeilen auf einer hinteren Seite. Die Berichterstattung
    im TV (von rbb) war ebenso lapidar und falsch. Falsch in dem Sinne, daß der
    Gesamtcharakter der Ereignisse ganz verdreht rüberkam. Man weiß nicht, was man
    ekelhafter finden soll, die satanische Geisteshaltung verführter Jugendlicher, das
    augenzwinkernde polizeiliche Zulassen einiger „Erfolge“ dieser Bewegung (wohl damit
    sie nicht selber unter massive mediale Kritik kommen) oder die raffinierter Spin-Doktoren würdigen feinen Verdrehungen samt Auslassungen, Marginalisierungen, und falschen Schwerpunkten bei der medialen Wiedergabe der Ereignisse.

  2. Johannes Friedrich sagt:

    Es ist sehr erfreulich, daß endlich auch Bischöfe bei diesem Marsch dabei waren. Es ist wirklich zu hoffen, daß es nächstes Jahr mehr sein werden.

    Wenn die EKD die Argumente der Lebensschützer „menschenverachtend“ nennt, so ist dies ein starkes Stück. Menschenverachtend ist eher die Haltung dieser Gemeinschaft. Es ist kein Wunder, wenn immer mehr Menschen aus dieser Gemeinschaft austreten.

    Die Gegendemonstranten zeigen deutlich was uns blüht, wenn die linken Parteien an die Regierung kommen. Zustände wie im dritten Reich und der DDR, wo jeder, der eine andere Meinung vertreten hat, mundtot gemacht wurde.

  3. Helga Nuding sagt:

    Ich danke Allen die am gestrigen Marsch teilgenommen haben.

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