Mancher macht sich lächerlich so gut er kann.

„Es klingt nicht schön, aber Lächerlichmachen ist ein wirkungsvolles Instrument.“ So sagt P. Bernd Hagenkord SJ. Gemeint war die Bloggerschelte von Kardinal Marx, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Und Hagenkord setzte noch eins drauf: „Gut so. Grobe Klötze, grobe Keile.“
http://www.kath.net/news/52257
Nein, Herr Hagenkord, es klingt wirklich nicht schön und ist auch nicht gut so. Eigentlich könnte man über die Bemerkungen des Jesuitenpaters einfach mit einem Achselzucken oder einem müden Lächeln hinweggehen und sich nicht die Mühe machen, so etwas Unwichtiges zu kommentieren.
Aber das wird von vielen Seiten – auch von uns – in diesem Falle nicht getan; denn viele Menschen hatten schon die Bemerkungen des deutschen Kardinals als blamabel empfunden, andere waren eher traurig darüber, dass ein Kardinal sich in einer Pressekonferenz derart lächerlich macht, indem er bekennt, dass er die Gescholtenen gar nicht kennt und sich auch für sie nicht interessiert.
Nun könnte man die Bemerkungen des Herrn Hagenkord – wie gesagt – einfach einordnen in der Ablage: „Papierkorb“, wenn nicht Bernd Hagenkord Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan wäre und nicht selbst zu den „lächerlich gemachten“ Bloggern gehört, der eine Seite des Vatikans schon lange zu seinem persönlichen Blog gemacht hat. Hier zieht er gegen die „Kirchentreuen“ zu Felde. Gegen den Papst dort etwas zu sagen traut er sich doch nicht. Das spart er sich  für einen Heimatbesuch in München auf, wo er öffentlich verkündet, dass er theologische Bauchschmerzen habe, wenn der Papst ständig vom Teufel spricht.
Dass die Erwähnung des Teufels aber unbedingt immer wieder nötig ist, zeigen die Zustände in der Kirche, in der Kardinal gegen Kardinal und Bischof gegen Bischof steht und ein P. Hagenkord über andere treue Katholiken herfällt. Schließlich hat der Papst sehr genau gewusst, warum er seine Philippika vor der römischen Kurie einschließlich des Herrn Hagenkord hielt, die aber gleichzeitig allen Kurien der Weltkirche und letztlich uns allen galt.
Blogger wie Bernd Hagenkord dürfen eben eine Seite des Vaikans nicht missbrauchen, um sich in einer solchen Form lächerlich zu machen und mit seinem wichtigen Amt innerhalb des Heiligen Stuhls die Kirche weiter beschädigen.

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Mancher macht sich lächerlich so gut er kann.

  1. Eduard Werner sagt:

    Herr Vormbaum, Sie haben zwar recht. Es ist traurig, dass so viele Jesuiten so lieblos und trickreich gegen Mitmenschen und gegen die Kirche vorgehen. Das ist jedoch kein Grund zum Pessimismus. Die Kirche wird auch das überstehen so wie sie den Verrat eines Judas schon am Anfang überstanden hat. Die Tarn-Kleider des Bösen gehören zu seiner Arbeitsweise. An ihren gehässigen Ratschlägen können wir ihn erkennen. Viele Opfer-Seelen sühnen solche Sünden im Verborgenen.

    • Ralf Vormbaum sagt:

      Herr Werner,
      mag sein, dass die Kirche in Afrika und Asien noch einigermaßen stabil im Glauben steht, bezogen auf Europa kann man das wahrlich nicht mehr sagen, hier ist sie schon heute in offener Auflösung begriffen.

      Es ist wie mit der staatlichen Ehe, die mal als Fundament des Staates galt und heute nur noch ein leeres Konstrukt ist, das man ohne einen größeren Verlust zu erleiden, auch einfach abwerfen kann. Die staatliche Ehe hat bei näherem Hinsehen gar keine Existenzberechtigung mehr, sie ist nur noch Schein.

      Gleiches wird sich auch in der Kirche vollziehen.

      Es lösen sich also nicht nur die Fundamente des Glaubens und der Kirche auf, sondern die des Zusammenlebens der Menschen überhaupt. Am Ende einer solchen Entwicklung könnte dann die reine Barbarei stehen, wie im Nahen Osten schon zu sehen. Die Kirche, die bisher noch ihre Stimme gegen diese Auflösung des Sittlichen erhob, verfällt zunehmend in ein von innerer Taubheit verursachtes Schweigen.

  2. Ralf Vormbaum sagt:

    Das sagt/schreibt also ein Pater aus dem Jesuitenorden und dann noch aus dem Vatikan!

    Die Jesuiten waren einmal der Leuchtturm des katholischen Glaubens, das ist lange her und wenn man genau hinschaut, dann wird das wohl nie wieder so sein. Traurig, dieser Zustand der katholischen Kirche, wirklich nur traurig.

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