Ein Versuch, den neuen Bischof von Regensburg über den Tisch zu ziehen

Prof. Rudolf Voderholzer wurde von Papst Benedikt XVI. zum neuen Bischof von Regensburg ernannt. Während sich der designierte Bischof im Kloster Metten in Exerzitien auf die Bischofsweihe vorbereitete, bekam er vom „Verein Laienverantwortung Regensburg“ und von der Bewegung „Wir sind Kirche“ einen Brief mit der Einladung zu Gesprächen. Der „Verein Laienverantwortung Regensburg“ wird von Prof. Johannes Grabmeier, „Wir sind Kirche“ von seiner Ehefrau Sigrid geleitet. Absicht des Briefes war es, den Bischof mit einnehmenden Worten wie „Rudolf Voderholzer scheint ein Mensch zu sein, der ein offenes Ohr hat und auf Menschen zugeht“ einzuwickeln und für ein Gespräch mit den beiden Gruppen zu gewinnen, was unabhängig vom Ausgang eine prestigeträchtige Angelegenheit gewesen wäre.
„Das Erbe seines Vorgängers, des Bischofs Gerhard Ludwig Müller, sehen beide Vereinigungen als eine schwere Bürde. Sie verweisen auf die Kirchenaustrittszahlen in der Diözese während der Amtszeit von Bischof Müller“ und auf die Zerschlagung der Katholikenräte. (Passauer Neue Presse vom 23.1.2013).
Kirchenaustritte sind in unserer Zeit kein Beweis für eine nicht-evangeliengemäße Leitung der Diözese, eher dafür, dass das unverkürzte und unverfälschte Evangelium „sei es gelegen oder ungelegen“ verkündet wird. Der „Katholikenrat“ wurde von Bischof Müller nicht zerschlagen, sondern auf seine eigentliche Aufgabe zurückgeführt, was beispielhaft für den Episkopat in Deutschland war. Sigrid Grabmeier von „Wir sind Kirche“ erhofft sich, dass der Müller-Schüler Voderholzer sich von seinem Lehrer löse und ein eigenes Profil entwickele: „Prof. Voderholzer hat große Chancen, ein guter Bischof zu sein, wenn er auch Rückgrat vor Rom hat.“
Diese Aussage steht in Konsequenz mit den Zielen des Vereins. Die Zeitschrift „Publik Forum“ hat in ihrer Ausgabe Nr.2 vom 26. Januar 1996 in einem vierzigseitigen Dossier die Ziele von „Wir sind Kirche“ recht offenherzig dargelegt. So heißt es unter anderem auf S. 16: „So wird der Gehorsam gegenüber Rom zum eigentlichen Problem für einen Dialog zwischen einem demokratisch, freiheitlich gesinntem Kirchenvolk und einer hierarchischen, diktatorisch strukturierten Kirchenführung.“

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Ein Versuch, den neuen Bischof von Regensburg über den Tisch zu ziehen

  1. quer sagt:

    „…..Gehorsam gegenüber Rom zum eigentlichen Problem…“

    Klar doch! Hat schon Luther so gesehen. Der ist aber konsequenterweise nicht katholisch geblieben…..

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