Einige Überlegungen zur Völkerwanderung in unseren Tagen

Wir erleben derzeit eine Völkerwanderung: Hunderttausende sind auf dem Weg – und der Menschenstrom reißt nicht ab. Das Ziel heißt Deutschland.
Was sind die Ursachen dieser Völkerwanderung? Für die Flüchtlinge in den Bürgerkriegsländern ist es die Gefahr für Leib und Leben. Diese Menschen lassen alles zurück, Hab und Gut und ihre Heimat. Dann gibt es jene, die auf der Suche nach einem besseren Leben unterwegs sind, weil sie keine ausreichenden Entwicklungschancen in ihrem Land finden. Auch das ist legitim und erinnert an die europäischen Auswanderer, besonders im 19. und 20. Jahrhundert in die Neue Welt. Man muss sie deswegen nicht als die „Goldgräber des 21. Jahrhunderts“ bezeichnen.
Was haben die genannten Ursachen mit Europa, mit uns zu tun? Kriege werden mit Waffen geführt, die nicht in diesen Ländern produziert werden. Sie kommen von außen, z.B. von Europa. Deutschland ist der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Das Geld, das damit verdient wird, wird nicht ausreichen, um die Kosten für die Aufnahme und Integration der Flüchtlinge zu decken.
Die geringen Entwicklungschancen in den Ländern, aus denen Wirtschaftsflüchtlinge zu uns kommen, sind neben der Misswirtschaft und Korruption in diesen Staaten auch auf die zu geringe Entwicklungshilfe für diese Länder zurückzuführen.
Die Bundeskanzlerin hat angesichts der Völkerwanderung die Parole ausgegeben, „Wir schaffen es!“ Stimmt das? Angesichts der Bilder von Menschen, Kindern und Alten, die durchnässt, frierend und hungernd sich den Weg über den Balkan bis zur deutschen Grenze bahnen, sind die meisten bei uns geneigt, sie bei uns aufzunehmen. Die „Willkommenskultur“ mit den vielen freiwilligen Helfern neben Roten Kreuz und Caritas hat den Deutschen Sympathien im Ausland eingebracht. Aber sie beantwortet noch nicht die Frage „Schaffen wir das?“ Inzwischen sind freistehende Gebäude, ehemalige Kasernen, Turnhalle und andere öffentliche Räume überfüllt und die Enge verschafft sich auch schon handgreiflich Luft.
Niemand kann uns heute sagen, wie viele Menschen und aus welchen Motiven – mit Anspruch auf Asyl? – in das Land eingeströmt sind. Das ist auch ein Sicherheitsrisiko für die Menschen, das Angst und auf längere Sicht Ablehnung produziert. Ein Hauptzweck des Staates ist es für die Sicherheit seiner Bürger zu sorgen. Deswegen haben die Menschen an den Staat das Gewaltmonopol abgegeben. Den Schutz der Außengrenzen muss der Staat leisten. „Wenn wir ernstgemeinte Grenzkontrollen durchführen wollen, müssen wir einen Zaun entlang der deutschen Grenze bauen“. Er sei „dafür, dass wir das machen“, sagte der Gewerkschaftschef der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt (Augsburger Allgemeine Zeitung, 19.10.2015). Dieser Vorschlag aus den Reihen der Polizei, die die Hauptlast für die Sicherheit der Bürger trägt, ist wohl kaum ein „unverantwortliches Spiel mit dem Feuer“. Er ist schon eher ein Schrei der Hilflosigkeit und ein Aufruf nach einem überfälligen Handeln der Politiker. Er zeigt, dass wir auf diesen Ansturm nicht vorbereitet waren. Da hilft auch die Parole „Wir schaffen es“ nicht weiter. Die Überforderung macht sich bereits breit bei Bürgermeistern, Landräten und auch bei den Hilfswilligen.
Was meint die Parole „Wir schaffen es“ eigentlich? Ein Großteil der Menschen, die in das Land hereinströmen, wollen, wie Gespräche zeigen, dauerhaft bleiben. Wollen sie sich auch integrieren? Integration ist mehr als ein Dach über dem Kopf, etwas zu Essen und Anzuziehen. Integration heißt Akzeptanz der Rechtsordnung, der verfassungsmäßigen Grundrechte und Grundpflichten, wie sie unser Grundgesetz vorsieht. Integration heißt die Bereitschaft, sich in die Kultur- und Wertegemeinschaft des Gastlandes einzufügen. Kann das gelingen? Es ist noch keine Form von Ausländerfeindlichkeit, wenn darauf hingewiesen wird, dass die Ankommenden aus ganz verschiedenen Kulturkreisen kommen und als Christen oder Moslems unterschiedliche Auffassungen von Recht und Gesellschaft haben, die einer Integration im Wege stehen können.
Es gibt auch Schwierigkeiten von der anderen Seite. Politiker sprechen auf Festrede gerne von der europäischen Wertegemeinschaft. Sie vermeiden zumeist, diese Wertegemeinschaft als christlich geprägt zu präzisieren. Die Realität ist, dass auch die verfassungsmäßig garantierten Rechte, z.B. das auf Leben immer stärker ausgehöhlt werden. Hinzu kommt, dass das Bewusstsein der eigenen Geschichte und Kultur immer mehr verblasst. Die Frage ist also, wohin sollen sich die Neuankömmlinge integrieren? Die Bundesrepublik wird, so heißt es, nach der Masseneinwanderung nicht mehr die sein, die sie einmal war. Welches Gesicht wird sie aber dann haben?
Das Römische Reich war ein großartiges Imperium. Über Jahrhunderte hat sie die Menschen verschiedenster Herkünfte, Religionen und Kulturen zu einer umfassenden Rechts- und zu einer neuen Kulturgemeinschaft geformt. Von Arabien bis Britannien waren die Bewohner stolz auf den Titel „ich bin römischer Bürger“ (civis romanus sum). Wird eine ähnliche Integration bei uns möglich werden? Als die Invasion der Germanen Ende des vierten Jahrhunderts die römischen Provinzen überflutete, war eine Integration nicht mehr möglich und das Römische Reich ging zugrunde.
Die Masseneinwanderung nach Deutschland hat auch mit der mangelnden Solidarität der Europäischen Union zu tun. Diese fehlende Solidarität zeigt, wie es um die europäische Wertegesellschaft bestellt ist. Die Aussagen führender Politiker, wir nehmen keine oder nur eine begrenzte Zahl oder wir nehmen nur Christen auf, ist dann inakzeptabel, wenn die buchstäbliche Not durch Bedrohung an Leib und Leben vor der Grenze steht. Der Vorgang erinnert an die bekannte Parabel „Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho und fiel unter die Räuber“ …“der Samariter fragte den Halbtoten nicht, ob er Jude oder Samariter sei. Er half ihm. Nach der katholischen Soziallehre ist dem Notleidenden zuerst zu helfen, dann kommen die anderen Fragen.

Hubert Gindert

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5 Antworten auf Einige Überlegungen zur Völkerwanderung in unseren Tagen

  1. Johannes Friedrich sagt:

    Zu dem Satz „Die Aussagen führender Politiker, wir nehmen keine oder nur eine begrenzte Zahl oder wir nehmen nur Christen auf, ist dann inakzeptabel, wenn die buchstäbliche Not durch Bedrohung an Leib und Leben vor der Grenze steht.“, nehme ich wie folgt, Stellung. Auf den ersten Blick ist dem zuzustimmen. Wenn man aber bedenkt, daß vor allem die Christen verfolgt werden und die Mohammedaner in den umliegenden Staaten, wie z. B. dem reichen Saudi Arabien sicher wären, ist es eben doch richtig, nur Christen aufzunehmen, vor allem auch vor dem Hintergrund, daß die islamischen Flüchtlinge fordern und auch erfolgreich vesuchen, die Regeln des Islams in den Flüchtlingsunterkünften durchzusetzen. Ständig werden christliche Flüchtlinge an Leib und Leben bedroht. So ist z. B. eine christliche Familie aus dem Iran, wieder dorthin zurückgekehrt, nachdem sie erfahren mußten, daß sie in Deutschland genau so wenig sicher waren, wie in ihrem Herkunftsland.

    Sehr bedenklich stimmt auch die Aussage Saudi Arabiens, keine Flüchtlinge aufzunehmen, sondern statt dessen in Deutschland 200 Moscheen finanzieren zu wollen. Dies zeigt deutlich, worum es geht: die Islamisierung Deutschlands. Wenn dies erreicht ist, ist schon ein großer Schritt getan, ganz Europa zu islamisieren.

  2. Herbert Klupp sagt:

    Der Barmherzige Samariter hat VOR ORT geholfen, mit Medizin, Geld, Bedachung. Wir sollten das auch so tun. Der Samariter hat NICHT den Geschlagenen zu sich nach Hause eingeladen, und dann noch für immer, wie unsere deutschen Diskussionen ja unsäglicherweise laufen. Tun wir so wie Jesus es sagt, und helfen wir den armen Menschen in ihren Flüchtlingslagern rund um Syrien, bis sie ( hoffentlich bald) wieder in die Heimat können. Alles andere ist Hybris (die sollen UNS helfen, irgendwelche Finanzen zu generieren?) ist Bevormundung (alles muß gemanagt werden für die „Flüchtlinge“, sie selber haben nichts zu tun?) ist Entwurzelung (klar kommen die gerne hierher weil es ihnen wie ein Schalraffenland vorkommt, aber die Realität ist doch anders)

  3. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Wir wollen die Kinder beim Namen nennen in dreifacher Hinsicht.
    1. Können sich 70 % muslimische Einwanderer in Persona junger Männer hier integrieren? Das hat leider schon teilweise nicht mit den mehrere Generationen umfassenden türkischen Mitbürgern geklappt. Ein Nebeneinanderherleben ist keine Integration. Und vornehmlich arabische junge Männer aus wahabitisch-sunnitisch, also aus noch radikaler denkenden Islamkreisen sind wohl noch weniger bereit, sich zu integrieren und das auch noch in eine in ihren Augen ungläubige Gesellschaft.
    2. Das Problem des Familiennachzuges dieser jungen Männer, die bei teilweise fehlender Registrierung auch durchaus IS-Kreisen angehören könnten, wird exorbitante Ausmaße auf die Identität Deutschlands haben. Die Sicherheitskräfte in der BRD warnen bereits schon jetzt vor extremen Sicherheitslücken. Und selbst wenn diese Anschläge ausbleiben sollten, würde der Familiennachzug die Mehrheiten der Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung so sehr zugunsten des Islams verändern, dass hier zu befürchten steht, dass hier auch zunehmend islamische Verhältnisse entstehen werden.
    3. Allerdings hat sich auch die BRD verändert. Sie beruht eben nicht mehr vornehmlich auf christlichen Werten. Die wurden mit dem Gang durch die Institutionen von links-atheistischen Kräften ent“christlicht“, was im Sinne dieser Kräfte knallhart durchgeführt wurde und noch immer wird. Folge: Weitgehende Identitäts- und Wurzellosigkeit, Geschichtsvergessenheit (die deutsche Geschichte besteht nicht nur aus Weltkriegen) und ja, auch Gottvergessenheit. In seine solche Gesellschaft werden sich religiöse Islamkreise wohl kaum integrieren können.
    Das Gesicht der BRD wird sich auf Dauer bei dem Durchsetzungsvermögen des Islams, dem selbst unsere feministischen und linkshumanistischen Kräfte auffallend devot begegnen, negativ verändern, ob wir wollen oder nicht.

    • Herbert Klupp sagt:

      Sehr geehrter Herr Kemmerer, ich finde, Ihnen ist in allem recht zu geben !
      Darf ich Ihre Gedanken noch etwas zuspitzen ? Wenn dieser Zustrom von jährlich ca einer Million Muslime nicht radikal gestoppt wird, werden wir in 10 bis 15 Jahren über 10 Millionen „neue“ Muslime hier haben, die dann gut und gerne 30 bis 40 weitere Millionen „nachziehen“. Parallel wird es vermehrte Absetzbewegungen aus Deutschland geben ( und zwar von den Besten, vermutlich ). Somit werden wir in naher Zukunft 50% Muslime in Deutschland haben. Was wird dann sein ? Eine Balkanisierung ? Eine (endgültige) Auflösung christlicher Strukturen ? Weitverbreitet Scharia statt Grundgesetz ? Islamistischer Terror in unbeherrschbarer Größenordnung ? Verfall des Staates wie damals, als der christliche Libanon von Muslimen geflutet worden war und der Bürgerkrieg einsetzte ? Wer will all diese Szenarien riskieren ? Und ich wage eine Antwort: die von Ihnen richtigerweise angeführten 68er in Medien und Politk sind die Propagandisten dieses Szenarios. Niedergang.

      • Hermann-Josef Kemmer sagt:

        Sehr geehrter Herr Klupp,
        das ist leider die zukünftige Realität, die auf uns zukommen wird, mathematisch genau von Ihnen zum Ausdruck gebracht, wenn da nicht eine Kehrtwende von 180 Grad beschlossen und vor allem durchgesetzt wird. Ich sehe aber nicht, wie das geschehen soll, da bereits in der Vergangenheit vor der heutigen Flüchtlingskrise die Rückführung von erheblich weniger abgewiesenen Einwanderern schon nicht geklappt hat.

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