Es reicht nun mit dem DBK-Portal „katholisch.de“ !

Wir sind ja nun inzwischen viel gewohnt von großen Teilen der deutschen Berufskatholiken auch und besonders von denen in dem aus unseren Kirchensteuern hochalimentierten Internet-Portal der DBK „katholische de“. Was sich aber am 25.11.15 der Redakteur des Portals, Björn Odendahl, mit seinem Pamphlet „Romantische, arme Kirche“ geleistet hat, das ist nun wirklich ein einsamer Höhepunkt an selbstgefälligem deutschen katholischen Institutionalismus. In den fünfziger Jahren hielt der große evangelisch/lutherische Theologe Helmut Thielicke vor dem Bundestag eine Rede und las den deutschen, in fetter Selbstgefälligkeit schwimmenden Verantwortlichen aus allen Institutionen auch aus den Kirchen die Leviten und nannte sie „rotweinschlürfende und rumsteakmampfende“ Bonzen, die sich herablassend über die Armen ( und doch in vielerlei Hinsicht Reicheren als wir) äußerten. Diese Rede existiert noch auf Tonträgern der Zeit und erregte damals viel Aufsehen. Ich war noch ein Pennäler, als ich sie mit Begeisterung hörte und wurde heute daran erinnert, als ich den unverschämten und selbstgefälligen Artikel von Odendahl auf der DBK-Seite las.
Odendahl beschreibt, dass Papst Franziskus an die Ränder zu den Alten, Kranken, Armen und Ausgegrenzten gehen möchte und apostrophiert das so: “ Das sagt er immer wieder. Und das tut er auch. Ob er einen neuen Friseursalon für Obdachlose eröffnen lässt oder ob ihn seine Reisen vor allem dahin verschlagen, wo die Menschen arm, aber die Kirche im Aufschwung ist: Lateinamerika, Asien oder – wie jetzt – Afrika.“ Auch hier macht immer der Ton mit Zwischentönen die Musik.
Und dann mokiert er sich über den Papst, wie der der römischen Kurie und damit allen Kurien und ihren Anhängseln der Welt und jüngst den deutschen Bischöfen bei ihrem Ad-limina-Besuch die Leviten las mit deutlichen Worten. Dass ist menschlich verständlich; denn Herr Odendahl hat richtig begriffen, dass auch das Sekretariat der DBK mit dem Anhängsel katholisch.de und er selbst gemeint war. Das tut weh, und wer getroffen ist jault.
Aber dann wird es schlimm. Gnädig gesteht er dem Nachfolger des Apostels Petrus zu, dass der in vielem Recht hat, aber nicht in allem. Er äußert sich negativ über die Kapitalismuskritik des Papstes, die viel zu pauschal sei und unterstellt ihm Misstrauen gegenüber dem Fortschritt: „Das wird der alten Welt nicht gerecht und romantisiert die schlechten Zustände dort, wo Franziskus sie eigentlich verbessern will.“ Und nun fällt er über Afrika her:
„So wie in Afrika. Natürlich wächst die Kirche dort. Sie wächst, weil die Menschen sozial abgehängt sind und oft nichts anderes haben als ihren Glauben. Sie wächst, weil der Bildungsstand durchschnittlich auf einem niedrigeren Niveau ist und die Menschen einfache Antworten auf schwierige (Glaubens)fragen akzeptieren. Antworten, wie sie zum Beispiel Kardinal Sarah aus Guinea gibt. Und auch die wachsende Zahl der Priester ist nicht allein der missionarischen Kraft zu verdanken, sondern ebenso eine der wenigen Möglichkeiten der sozialen Absicherung auf dem schwarzen Kontinent.“
Es ist schon ziemlich grotesk, wenn ein hochbezahlter Angestellter der DBK von der sozialen Absicherung spricht, die angeblich Priester in Afrika anstreben. Das spricht nicht für Kenntnis der Verhältnisse in der blühenden Kirche Afrikas. Oder sollte hier der geistliche Neid (die invidia clericalis) eines satten (rotweinschlürfenden und rumsteakmampfenden) Vertreters einer sterbenden Kirche halluzinieren?
Zum Schluss gibt es dann noch mal einen Seitenhieb auf den Papst und einen bemerkenswerten Schlusssatz:
„Natürlich wünscht man sich für Europa mehr Glaubensfreude und missionarische Kraft. Doch ein romantisierendes Ideal der Armut, wie es nicht nur der Papst fordert, hilft uns dabei nicht weiter. Die Kirche braucht auch einen Apparat und Geld, um Gutes zu tun.“
Mit diesem Schlusssatz hat der Redakteur der DBK-Seite, wohl gemeint, dass die Kirche ihn, seine Mitarbeiter braucht und damit Geld, ihm und seinen Kollgen Gutes zu tun und diese Haltung des Portals der DBK weiter reichlich zu finanzieren. Und so waren dann auch am 25.11. die Kommentare unter dem Artikel wirklich vernichtend für Autor und Portal. Aber sicher wird die Redaktion auch noch für andere sorgen.
Hier ist nun eindeutig der Vorsitzende der DBK, Reinhard Kardinal Marx, gefordert, der dringend gebeten wird, anstatt sich verächtlich über die katholischen Blogger zu äußern, sich etwas ausführlicher mit dem Internet-Portal der DBK zu beschäftigen und einigen Leuten den Ausgang zu zeigen.
Die große Internetzeitung kath.net hat ihrem Bericht zu diesem Artikel des Herrn Odendahl das Bild von Mutter Angelica vorangestellt aus ihrer berühmten Fernsehansprache, mit der sie den Wandel in der US-amerikanischen Bischofskonferenz seinerzeit eingeleitet hat.
„SHAME ON YOU!“.
http://www.kath.net/news/53049

Michael Schneider-Flagmeyer

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Eine Antwort auf Es reicht nun mit dem DBK-Portal „katholisch.de“ !

  1. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Wir dürfen einmal kritisch nachfragen, was Herr Odendahl unter „Gutes tun“ versteht? Da hilft ein Blick in das NT. Jesus und das Beispiel der Witwe, die ihr Weniges noch in den Opferkasten getan hat. Ob Jesus wohl die Deutsche Teilkirche genauso positiv beurteilt hätte wie diese Witwe? Bedeutet „Gutes tun“ auch immer mit den zeitgeistdiktatorischen Wölfen heulen und vom steuerfinanzierten, also zwangsweise von Katholiken erbrachten Beträgen des Reichtums auch nur etwas abzugeben?
    Das „Gute tun“ mag manchmal Struktur und Organisation brauchen. Einen Apparat von der Größe der kath. Kirche Deutschlands braucht es aber nicht.
    Es ist immer noch ein Unterschied: Tue ich Gutes, um mein Image zu pflegen oder tue ich Gutes um der Menschen willen oder tue ich Gutes, um der Menschen und um Jesu willen. Zwischen diesen „Methoden“ liegen für Christen Welten. Gutes tun im Sinne Jesu bedeutet aus der Kraft des Glaubens heraus für Menschen da zu sein und zu helfen, weil es Jesus so will und weil er keine anderen Hände hat als die unseren und weil wir im Hilflosen Jesus selbst erkennen können und dürfen.
    Ja, aus einer sicheren Position der sozialen Absicherung heraus können Autoren wie Herr Odendahl solche abenteuerlichen Statements abgeben über Länder, die völlig andere Strukturen kennen und vor allem noch, Herr Odendahl, gesunden Familienzusammenhalt kennen und leben. Denn aus gesunden Familien kann auch eine gesunde Kirche heranwachsen. Diese Strukturen wurden hier seit Jahrzehnten unter teilnahmslosem Zuschauen der DBK mutwillig zerstört. Wir brauchen nur die Gesetzgebung im Familienrecht zu verfolgen. Die Ehe hat auch in dieser Weise, nämlich selbst im Formellen ihre Wichtigkeit und Wertigkeit als Keimzelle der Gesellschaft verloren. Die Gesellschaft mit ihren Patchworkfamilien und ihrer Entchristlichung schafft halt kein Klima, um Priesternachwuchs zu fördern. In Afrika mag das anders sein. Wie leichtfertig ein Mensch über andere, die er nicht kennt, Urteile abgeben kann.
    Herr Odendahl mag sich lieber Gedanken darüber machen, wie „katholisch“ in einer satten und in weiten Teilen kaputten und senilen Gesellschaft geht als andere Kontinente unter negativen Generalverdacht zu stellen. Denn kath. Glauben sollte nichts mit den sozialen Verhältnissen zu tun haben, sondern mit Überzeugung und Tatkraft.

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