Der gestörte Weihnachtsfrieden und seine Wiedererlangung.

Weihnachten – Fest des Friedens? Es sieht nicht danach aus. Christen feiern das Fest des Erlösers. Von ihm sagte Zacharias, dass er „das Heil bringen wird in der Vergebung der Sünden“ (Luk 1,77). Jesus Christus sagt später: „Meinen Frieden gebe ich euch, nicht wie ihn die Welt gibt“ (Joh 14,27). Warum? Weil dieser Friede häufig nichts mit Gerechtigkeit und Wahrheit zu tun hat.
Europa hat seit 70 Jahren Frieden. In Westeuropa haben gläubige Christen, nämlich Robert Schumann, Konrad Adenauer und Alcide de Gasperi die Grundlagen dafür gelegt. In den vergangenen 70 Jahren hat Europa viel in die Welt exportiert: Technologien, Waren, Kapital. Haben wir auch ausreichend Entwicklungshilfe exportiert, damit sich die Länder der Dritten Welt entfalten konnten? Wir können nicht unterschlagen: Wir haben auch Waffen in großem Umfang exportiert und tun es immer noch. Deutschland ist weltweit der drittgrößte Waffenexporteur. Haben wir damit potentiell nicht auch Krieg exportiert? Kriege führt man mit Waffen. Wo sie angehäuft werden, schwindet die Bereitschaft zum Dialog und Verhandlungsfrieden.
Vor den Toren Europas, das vielfach nicht mehr weiß, was es am 24. Dezember feiert, stehen jetzt Kriegsflüchtlinge, durchnässt, frierend und hungernd, darunter Kinder und Alte. Müssen wir sie aufnehmen? Für Kriegsflüchtlinge, die an Leib und Leben bedroht sind, gilt, was der Samariter an dem Mann getan hat, der von Jerusalem nach Jericho ging und unter die Räuber fiel. Wirtschaftsflüchtlinge können nicht das Gleiche für sich in Anspruch nehmen.
Können wir die hereinströmenden Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integrieren? Das ist fraglich. Das Problem betrifft nicht nur die Integrationsbereitschaft derer, die aus Ländern unterschiedlicher Kultur, Religion, Rechts- und Gesellschaftsauffassung hereinströmen. Denn sie kommen in eine Gesellschaft, die unsicher geworden ist, welche Werte für sie selber noch verbindlich sind und was sie als geschichtliches Erbe weitergeben will. Weil uns nur die Wahrheit frei macht, müssen wir bekennen, dass wir auch in unserer Gesellschaft im Namen von Emanzipation und Freiheit Krieg führen, z.B. gegen wehrlose Ungeborene, gegen Kranke und Alte im assistierten Suizid. Wohin sollen sich also die von außen Hereinkommenden integrieren? Wir reden gerne etwas von oben herab über Korruption und Misswirtschaft in Ländern der Dritten Welt und entdecken, dass Korruption in Banken, Wirtschaftsunternehmen und im Sport geschieht und Sommermärchen in winterliche Realität verwandeln. Wir erleben, dass nicht nur das Rückgrat von Wirtschaftskapitänen, Sportfunktionären und Politikern manchmal mehr gekrümmt als aufrecht steht, sondern dass auch Hirten, wie wir das auf der Bischofssynode in Rom erlebt haben, vor den Medien in die Knie gehen. Die Wahrheit lässt sich aber nicht gegen Barmherzigkeit ausspielen.
Der gestörte Weihnachtsfriede hat die Abkehr von Gott als eigentliche Ursache. Der Relativismus, nach dem nur die jeweilige Tagesmeinung gilt, holt uns ein. Wenn aber nichts auf Dauer gilt, dann ist eben alles möglich. Das Heil liegt in der Rückkehr zu Gott. Dann kann auch der Weihnachtsfriede wieder einziehen.

Mit den besten Wünschen für einen gesegneten Advent und ein frohes Weihnachtsfest.

Hubert Gindert

Das Foto hat uns unsere Freundin Eva Benedicta Sherpa zur Verfügung gestellt. Es stammt aus ihrer schönen Heimat, dem Thüringer  Wald.

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Eine Antwort auf Der gestörte Weihnachtsfrieden und seine Wiedererlangung.

  1. Hildegard Maria Kiefer sagt:

    Solange es Abtreibungen gibt, gibt es keinen Frieden.
    Abtreibung ist MORD. Mord an den Kindern die GOTT uns anvertraut!
    Wir töten die Geschöpfe GOTTES.

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