Erklärung von katholisch.de und DBK zum Odendahlkommentar ist eine „Verschlimmbesserung“.

Wir sind im Advent und auf dem Weg nach Bethlehem, um dort das Wunder zu sehen, das der Herr uns bereitet hat, den göttlichen Friedensfürst als hilfloses Kind in der Krippe. Wer kann dieses Wunder begreifen?
Deahalb wollen wir auch nicht groß nachkarren und auf Herrn Björn Odendahl den Redakteur des offiziellen Internet-Portals der Bischofskonferenz mit seinem unsäglichen Kommentar „Romantische, arme Kirche“ weiter herumhacken. Aber wir können das Thema auch nicht fallen lassen einmal, weil die Grundfrage nicht beantwortet ist: sind die Bischöfe noch die Herren der Bischofskonferenz und ihrer Institutionen und zum anderen, weil in der Weltkirche der Odendahlkommentar Aufsehen und große Empörung erregt hat: hier zwei Beispiele.
http://www.catholicherald.co.uk/news/2015/11/26/german-bishops-site-accused-of-lazy-slander-against-church-in-africa/
http://infocatolica.com/blog/archipielago.php/1511260650-pobres-ignorantes-interesados
Nun hat die DBK durch ihren Sprecher Matthias Kopp sich von dem Kommentar des Herrn Odendahl distanziert und erklärt, dass dies lediglich die Meinung des Redakteurs Odendahl sei und nicht die Meinung der DBK ( Deutsche Bischofskonferenz). Ausserdem habe sich Herr Odendahl auf Facebook geäußert, um Entschuldigung gebeten und einige Formulierungen erläutert. Also Friede auf allen Seiten. Fall erledigt.
http://www.kath.net/news/53095
Nein, dafür ist das Mäntelchen über den skandalösen Vorgang zu dünn und eines der Grundprobleme der deutschen Teilkirche wieder einmal übertüncht. Und das ist kein Frieden, sondern nur ein Kehren unter den Teppich. Wir müssen, ob wir wollen oder nicht, uns einer der Grundfragen der Deutschen Teilkirche stellen, wenn wir wirklich Frieden in unserer Kirche haben wollen. Wie weit reicht noch der Einfluß der Bischöfe nicht nur in der DBK sondern in der ganzen Kirche in Deutschland? Und: haben sich nicht allzuviele Bischöfe bei uns damit abgefunden, dass der kirchliche Apparat (hier das Sekretariat der DBK mit dem Internet-Portal) ohne sie entscheidet und die Bischöfe mehr oder weniger einfach beiseite schiebt? Denn von den Bischöfen und vor allem von dem durch ein Übermaß an Ämtern belasteten Vorsitzende der DBK, der erklärt hat, dass ihn das Internet nicht sonderlich interessiert, war kein Wort zu hören.
Zu lesen war allerdings ein Statement des Mainzer Domkapitulars und Offizials Peter Hilger auf der Facebookseite von katholisch.de: „Ihre Erklärung macht nichts besser. Es wird höchste Zeit, dass Sie Ihren Beitrag auf katholisch.de – einer über Kirchensteuer finanzierte Webseite – endlich zurückziehen!“ (siehe kath.net a.a.O)
Schauen wir nun auf die Erläuterung und die Entschuldigung des Herrn Odendahl auf Facebook:
„Der Papst will an die Ränder gehen zu den Armen und Ausgegrenzten. Das ist gut. Er fliegt nach Asien, Lateinamerika, Afrika. Ist er deshalb ein Rassist, weil er ausgerechnet die Menschen dort für arm und ausgegrenzt hält? Ich denke nicht.“
Klingt das nach einer einsichtigen Erläuterung oder nach einer weiteren Unverschämtheit? Denn weiter heißt es:
„Das gleiche trifft in meinen Augen auf die Schlussfolgerungen in meinem Standpunkt zu, die ich zugegebenermaßen zugespitzt habe: Weil der Papst häufig betont, wie schlecht die Menschen in Europa sind (satt/müde) und das auch auf ihren (fehlenden) Glauben bezieht, habe ich den Spieß umgedreht (sic). Wenn man das Glaubensleben in Afrika romantisiert, vergisst man schnell die dort vorherrschenden sozialen Missstände, auf die der Papst doch eigentlich (zurecht) immer verweist und die – natürlich neben anderen Faktoren – in meinen Augen (das belegen aber auch Studien) den Glauben durchaus stärken/wachsen lassen können.“
Das ist doch wirklich weiterer starker Tobak. Und zum Schluss dann schreibt Herrr Odendahl:
„Ich hoffe, die Erläuterungen machen meinen Standpunkt etwas deutlicher und können Vorbehalte ausräumen. Falls sich dennoch noch immer jemand durch meine Worte verletzt fühlt, bitte ich dafür um Entschuldigung.“
Nein, Herr Odendahl! Sie müssen sich nicht bei irgend jemand, der sich möglicherweise verletzt fühlen könnte, entschuldigen sondern in erster Linie bei dem Nachfolger des heiligen Apostels Petrus, Papst Franziskus und dann bei Kardinal Sarah und den afrikanischen Katholiken. Und diese Entschuldigung darf nun mal nicht mit einer Rechtfertigung, die Sie und der Pressesprecher der DBK „Erläuterung“ nennen, einhergehen sondern sollte doch wohl einsichtiger sein und dann die Löschung Ihres Kommentars auf katholische.de zur Folge haben.
Deshalb ist die Erklärung von Herrn Kopp, dass sich die DBK von dem Kommentar des Herrn Odendahl distanziert wenig glaubwürdig, weiß doch jedermann, dass auch katholische.de vom Sekretariat der Bischofskonferenz „kontrolliert“ und unterstützt wird. Beide Erklärungen bezeichnen wir deshalb als „Verschlimmbesserung“, die dem Frieden in der deutschen Teilkirche und in der Weltkirche nicht dient. Und diese ganze Affaire sollte vor Weihnachten von den Bischöfen und dem Vorsitzenden der DBK bereinigt werden mit  deutlichen Worten, die keine Fragen offenlassen.

Michael Schneider-Flagmeyer

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Erklärung von katholisch.de und DBK zum Odendahlkommentar ist eine „Verschlimmbesserung“.

  1. Konrad Kugler sagt:

    Der Geist des Konzils hat bei vielen einen Schepper verursacht. Als 22-Jähriger habe ich nach dem Konzil die Erfahrung machen müssen, daß jeder, der sich auf den ominösen „GdK“ berief, Neues, aber nicht die Wahrheit lehrte. Das ZdK begann gleich nach der Enzyklika „Humanae vitae“ mit dem Kampf gegen diese. Die Masse des Klerus ebenfalls.

    Dazu kam die 68-Verwahrlosungsbewegung. Das war der gemeinsame Auftakt zur Verwahrlosung Deutschlands, Niedergang von Staat und Kirche.

    Ach ja, so umera 1970 hat ein Professorle den Teufel abgeschafft, das paßte ganz gut zur All-Erlösungsseligkeit. Die gleich darauf einsetzende Woodstockisierung mancher Kleriker und deren Mißbrauchsfälle sind der Kirche vor ein paar Jahren krachend auf die Füße gefallen.

    Diese Sicht der letzten fünfzig Jahre schreit nach einem Historiker. Ach ja, die Arbeitsteilung zwischen DBK und ZdK habe ich so in Erinnerung: DBK für Soziales und ZdK für die Lehre (a la GdK).

  2. Eduard Werner sagt:

    Die Kirchenbürokratie in Deutschland ist so üppig, dass sie sich Verstöße gegen den Katechismus und gegen den guten Anstand leisten kann. Zentralkomitee und BdkJ forderten doch unlängst die Anerkennung von Homo-„Ehen“, dann die Anerkennung der Gender-Ideologie und nun will dieser Vertreter der Bischofskonferenz die gläubigen Afrikaner herabsetzen, weil sie noch einen ursprünglichen Glauben haben, der vielen Mitarbeitern der deutschen Kirchenbürokratie fehlt. Verkehrte Welt. Wenn diese arroganten Funktionäre ihr Brot auf dem freien Markt verdienen müssten, würden sie verhungern.

  3. Gerhard Ley sagt:

    Dieser Herr Odendahl ist unerträglich ! Und der Herr Kopp ist nahe dran !
    Diese DBK wirkt so unglaubwürdig, wie das ZDK unmöglich. Dort scheint jedenfalls weder der Vorsitzende noch die Bischöfe etwas zu sagen haben. Diese Institutionen sind
    überalimentiert und scheinen sich vollkommen selbstständig gemacht zu haben.
    Was haben wir für eine Kirchenleitung ?!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *