Willkommen, Papst Franziskus!

Ein Kardinal hat einmal gesagt: „Wir bauen dem Heiligen Geist immer Gleise, auf denen Er fahren soll, aber Er fliegt immer nebenher.“
Wie unendlich viele Gleise sind dem Heiligen Geist bei diesem Konklave von allen möglichen Seiten gebaut worden, aber wie wunderbar erleichternd und beruhigend ist es doch, dass Er so fliegt, wie Er will. Millionen von Gläubigen in aller Welt haben zum Heiligen Geist für die Kardinäle und für einen Papst nach Gottes Herzen gebetet. Der Herr der Kirche hat die Gebete erhöhrt und durch die Kardinäle gesprochen. Beten wir für ein weiteres Wunder, dass alle Katholiken jetzt Vertrauen zu Gott und seiner Entscheidung haben und auch zu dem, den Er erwählt hat und dem nun die Schlüssel des Himmels gegeben sind.
„Gott ist immer für eine Überraschung gut“, sagte am Mittwoch abend nach der Wahl Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt. Gott hat nun Jorge Mario Bergoglio, Jesuit und Erzbischof von Buenos Aires zum 266. Stellvertreter Christi auf Erden und damit zum Nachfolger des heiligen Petrus bestimmt. Er gab sich als Papst den Namen Franziskus. Der Poverello von Assisi steht für radikale Kreuzesnachfolge und Jüngerschaft Jesu sowie auch für den Aufbau der Kirche, den ihm Gott aufgetragen hatte. So war auch das Voranschreiten, Aufbauen und Bekennen das Thema seiner ersten Predigt, die Papst Franziskus heute bei der Messe zum Abschluß des Konklaves hielt. Wenn wir dem Herrn mit anderen Möglichkeiten ohne das Kreuz Christi folgen wollten, dann wären wir alles, aber keine Jünger Jesu. Wer nicht den gekreuzigten Herrn anbetet, der betet den Teufel an, sagte der Papst. Manchmal gäbe es Bewegungen, die nicht dem Schreiten entsprechen. In einer siebenminütigen Predigt sprach er das wichtigste Problem der Kirche an. Er forderte uns auf, den Mut zu haben, voranzuschreiten mit dem Kreuz des Herrn.
Der heilige Franziskus steht für die einem Menschen größtmögliche Treue zum gekreuzigten Christus und für absoluten Gehorsam der Kirche und dem Nachfolger Petri gegenüber. So ist der Name des Papstes Programm. Seine von Herzen kommende Demut und seine noble Haltung seinem Vorgägnger gegenüber nahmen uns für ihn ein. Sogleich nach seiner Wahl hat er mit Benedikt XVI. telefoniert.
Sein erster Besuch heute am Donnerstag galt der Mutter Gottes in Santa Maria Maggiore. Betend verweilte er auch am Grab des heiligen Papstes Pius V., dem Papst des Tridentinischen Konzils. Wir vom Forum Deutscher Katholiken blicken voll freudiger Hoffnung auf Papst Franziskus und heißen ihn von Herzen willkommen.
Wir schließen uns mit Überzeugung Bischof Hanke von Eichstätt an, der gestern abend sagte: „Ein Papst, der nicht aus Europa stammt, wird eine heilsame Erfahrung für uns, gerade für uns Deutsche sein, die uns zeigen wird, dass wir nicht Drehscheibe der Welt sind und uns in der langen weltkirchlichen Kette einreihen müssen. Der neue Papst wird uns neu zeigen, was Weltkirche ist.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen.
Wir versichern dem Heiligen Vater, Papst Franziskus, unsere uneingeschränkte Loyalität und versprechen ihm unser treues Gebet für seinen Petrusdienst.

Forum Deutscher Katholiken

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2 Antworten auf Willkommen, Papst Franziskus!

  1. Gertraud Neldner sagt:

    Durch die von der Jugend 2000 initiierte Aktion „adopt a cardinal“ wurde mir Jorge Mario Kardinal Bergoglio SJ zugewiesen.
    Er war mir bis dato nicht bekannt und ich erschrak sogar ein wenig, weil ich wusste, dass viele Jesuiten eine „weg von Rom“-Linie fahren.
    Sein erstes Auftreten auf der Loggia, sein bescheidene, ruhige, zurückhaltende Ausstrahlung nahmen mich aber sofort für ihn ein.
    Als „Schwester“ im Ordo Franciscanus Saecularis war ich dann besonders überrascht, froh und dankbar, als sich unser neues Oberhaupt den Namen Franziskus gab.
    Vielleicht bekommt der von Papst Benedikt emer. geäußerte Wunsch nach Entweltlichung der Kirche durch ihn neue Schubkraft.

    Wünsche, Hoffnungen, Ansprüche richten sich auf ihn.
    Auch hier wieder die Gefahr, dass ein Papst unseren Anforderungen und Erwartungen gemäß handeln soll.
    Papstsein ist vor allem eine Verpflichtung zur Nachfolge Jesu.
    So habe ich auch seine gestrige Predigt verstanden.
    Ein Papst soll für die Menschen da sein. Niemals aber darf er über GOTT hinweg sein Handeln ausrichten.
    Er darf nicht auf den Beifall der Welt schielen.

    Als Katholiken sind wir eine große, weltumspannende Familie und ihre Mitglieder sollten dieses Gefühl des Zusammengehörens pflegen.
    Das gemeinsame Gebet ist eine wunderbare Gelegenheit dazu.
    Beten wir also um Kraft, Zuversicht und große innere Stärke für das Oberhaupt unserer Familie.
    Der Herr möge ihn und sein Tun segnen!

    • Mathias Wagener sagt:

      Es ist völlig richtig, dass er nicht auf den Beifall der Welt schielen darf. Die Führung der Kirche muss auch wieder mehr Selbstbewußtsein zeigen.

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