Das Unwort des Jahres 2015: Gutmensch. Wer bestimmt das und was ist ein „Gutmensch“?

Wir haben es alle im Fernsehen und in den Leitmedien vernommen: Das Unwort des Jahres 2015 ist „Gutmensch“. Diese Nachricht wurde vor allem in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten und in vielen Leitmedien wie eine Regierungserklärung von hohem Gewicht und Nachrichtenwert verkündet und in der ARD – aber sicher nicht nur dort – mit dem Zusatz versehen, dass mit diesem diskriminierenden Wort  Menschen bezeichnet würden, die Flüchtlingen helfen. Das kann natürlich nicht daran liegen, dass die Mitglieder der Nachrichtenredaktion so dumm sind, dass sie einen Gutmenschen und einen guten Menschen nicht auseinanderhalten können, sondern die Haltung weist einmal mehr auf die ideologischen Einfärbung vieler Nachrichtensendungen hin, die den Zuschauer, Leser und Hörer in  eine bestimmte ideologische Richtung drängen wollen. Dass das nicht gelingt, ist nun täglich bei den Bürgern zu hören und vor allem im Internet zu lesen, das das Monopol der früher alles beherrschenden und noch immer mächtigen Leitmedien mehr und mehr aufbricht. Beschäftigen wir uns zunächst mit der selbsternannten, von niemand beauftragten Jury von vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und einer Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, der/die jedes Jahr neu zur Jury hinzu geladen wird. Der fest zur Jury gehörende Journalist ist Stefan Hebel, der früher einmal stellvertretender Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“ war, die ja keineswegs für ihre Rechts-Lastigkeit bekannt war und ist. Das für 2015 zugeladene Jurymitglied war der ehemalige klinisch tätige Psychologe und Kabarettist, Georg Schramm, der sicher manche Verdienste hat und unter anderem aus der ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“ bekannt ist und bei den Montagsdemonstrationen gegen „Stuttgart 21“ auftrat. Im Jahre 2012 wurde er von Mitgliedern der Partei „die Linke“ und der „Piraten“ als Kandidat für das Bundespräsidentenamt vorgeschlagen, was er aber ablehnte. Laut „Spiegel online“ vom 12. Januar 2016 argumentiert die „Jury“: „Als Gutmenschen wurden insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder sich gegen die Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen.“ Und weiter: Mit dem Vorwurf ‚Gutmensch‘, ‚Gutbürger‘ oder ‚Gutmenschentum‘ werden Toleranz und Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert.“ Diese Aussage der selbsternannten „Jury“ lässt ja nun keinen Zweifel daran, dass das Ganze aus der links-grünen Ecke kommt, über deren Polemik und Tatsachenverdrehung man sich nun nicht mehr wundert. Betrachten wir als Christen die einzelnen Vorwürfe. Menschen, die Flüchtlingen, also Menschen in akuter Not, selbstlos beistehen und nach besten Kräften helfen sind keine Gutmenschen sondern  einfach gute Menschen. Uns steht das Beispiel des guten Samariters stets vor Augen, das Christus uns selbst eingeprägt hat. Was die Linken unter Toleranz verstehen, haben wir im Laufe der Jahrzehnte 1000fach erfahren müssen. Wo wird denn Hilfsbereitschaft pauschal als naiv, dumm, weltfremd und Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus bezeichnet? Mir ist das noch nirgends begegnet. Solche Behauptungen empfinde ich einfach als Aufwiegelei. Unser Land hat schwere Schuld auf sich geladen, in dem es Millionen Kinder im Mutterleib, die unsere Zukunft waren, rechtswidrig aber straffrei getötet hat. Die Strafe dafür liegt in der Tat selbst. Wir sind ein sterbendes Volk und manchmal werde ich an ein Wort des Propheten Jesaja erinnert, dass das Land dem Volk weggenommen wird und einem anderen Volk gegeben wird. Aber – man gestatte mir diese persönliche Ansicht – dass es uns immer noch so gut geht, liegt eben daran, dass nicht das Gutmenschentum obsiegt, sondern das aufrichtige Mitleiden zahlloser Landsleute. Wir sind eines der Länder, in denen das Spendenaufkommen für Katastrophen und in Not geratenen Menschen ungewöhnlich hoch ist. Die Hilfsbereitschaft zahlloser Menschen in unserem Land ist einmalig und gar nicht hoch genug einzuschätzen. Dieses wie oben von „Spiegel-online“ zitierte Wort der sogenannten Jury ist bösartig und zeigt seinen ideologischen Hintergrund. Meine sehr persönliche Begründung, dass es uns noch so gut geht, speist sich aus einem neutestamentlichen Wort des Briefes an die Hebräer (6,10): „Denn Gott ist nicht so ungerecht, euer Tun zu vergessen und die Liebe, die ihr seinem Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und noch dient.“ Der Apostel Paulus, aus dessen unmittelbarem Umkreis dieser Brief stammt, hat unter den Heiligen stets die Christen verstanden. Wenn wir heute Menschen in Not, darunter vielen mit hilflosen Kindern und Alten nach Kräften und aus Mitleiden beistehen, ob Christ oder Nichtchrist, dann erweisen wir diese Liebe DEM Heiligen, der uns in ihnen begegnet. Dieses als diskriminierendes Gutmenschentum einer sogenannten „Rechten“ unterstellen zu wollen, kann nicht einfach als Ignorantia (schuldhaftes Nichtwissenwollen) bezeichnet werden, sondern ist ideologische Verblendung. Was ist denn nun ein Gutmensch? Sprachlich, sagt Wikipedia, eine ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“. Das ist richtig. Weiter heißt es dort: Es sei ein Kampfbegriff in der politischen Rhetorik Konservativer und Rechter. Aha, hier taucht wieder die Ideologie auf. Nun ist Wikipedia kein Brockhaus, aber die meisten online-Leser orientieren sich an diesem Lexikon. Wir verstehen unter Gutmensch Menschen, die meist bewusst aber auch manchmal unbewusst ihre Ideologie als das wahre Gute ausgeben und dabei oft genug dem Bösen auf den Leim gehen. Ich nenne hier nur zwei Beispiele für zahllose. Die ach so friedensbewegten Ostermarschierer der sogenannten Friedensbewegung engagieren sich besonders gegen den Westen. Sie benutzen das Wort Frieden für Ihre politischen Ziele. Als Saddam Hussein Giftgasbomben auf die eigene Bevölkerung warf mit Tausenden von toten Zivilisten, war von ihnen kein Wort zu hören. Angesichts der Kölner, Hamburger und Stuttgarter Untaten von Arabern an Frauen war außer ein paar Nebelkerzen nichts von den Feministen und Feministinnen zu sehen und zu hören. Das Schweigen im Walde! Das sind für uns ausgeprägte Beispiele von Gutmenschentum, wo der Anspruch erhoben wird, Gutes zu wollen und zu tun und im Ernstfall gekniffen wird und damit Böses direkt oder indirekt unterstützt wird, um die eigene Ideologie nicht in Frage zu stellen. Das gilt natürlich auch für die hinter ihnen stehenden Politiker und Medienleute. Das nicht gewollte Auseinanderhalten von Gutmensch und gutem Menschen und die Definition von Gutmenschen der selbsternannten, ideologisierten „Jury“ weisen wir entschieden zurück und ermutigen alle Leser, Hörer unnd Fernsehzuschauer, dieses Urteil zu missachten.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Eine Antwort auf Das Unwort des Jahres 2015: Gutmensch. Wer bestimmt das und was ist ein „Gutmensch“?

  1. Eduard Werner sagt:

    Es gibt den guten menschen, der dem einzelnen Flüchtling hilft und ihn notfalls sogar in die eigene Wohnung aufnimmt. Dagegen gibt es aber auch den Gutmenschen, der alle Flüchtlinge ohne Unterschied für wohlerzogene Mitbürger hält, die hier Toleranz und Liberalität leben wollen. Nach dieser Art von Gutmenschen braucht es auch keine Grenzkonrolle. Und das trotz der täglichen Nachrichten von Attentaten weltweit, von Attentatsplänen in Deutschland, die im letzten Moment noch verhindert werden konnten. Diesen Gutmenschen fehlt die Gabe der Unterscheidung. Dieser Mangel macht sie zu Gutmenschen.

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