Köln – „Eine Katastrophe für uns Journalisten“

Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) vom 7.1.2016 berichtet in vier! Artikeln: „Gewalt in Köln löst scharfe Debatte um Flüchtlinge aus“, „Wer Probleme verharmlost, hilft den rechten Hetzern“, „Wie Augenzeugen die Schreckensnacht erlebten“, „Das lange Schweigen der Polizei“ über die Gewalt an Frauen während der Silvesternacht in Köln. In Hamburg und Stuttgart kam es zu ähnlichen Vorfällen.
Michael Stifter, AZ, schrieb in seinem Artikel: „Wer Probleme verharmlost, hilft den rechten Hetzern“: „… Die Nacht der Gewalt in Köln ist eine Katastrophe. Für die Frauen … die Polizei … und für uns Journalisten, die wir die Ausschreitungen anfangs falsch eingeschätzt haben … die Geschichte dieser Silvesternacht ist vor allem eine Geschichte von bestätigten Vorurteilen … sie verstärkt damit auch das Gefühl vieler Bürger, dass die Verantwortlichen vor lauter politischer Korrektheit Probleme verharmlosen … und der Fall hat noch eine zweite Ebene: Viele Menschen fragen sich, warum die Attacken so spät bekannt wurden. Warum meldet die Polizei noch an Neujahr eine ruhige Silvesternacht? Warum berichten so viele Medien erst Tage später? … Fakt ist, dass Polizei und viele Journalisten die Geschehnisse unterschätzt haben. Daran ergötzen sich jetzt jene, die so gerne über die ‚Lügenpresse‘ herziehen. Sie sehen sich bestätigt, dass die Medien Nachrichten verschweigen … Doch erstens kann sich in Zeiten des Internet keine Zeitung, keine Nachrichtensendung leisten, solche Informationen bewusst zu unterschlagen, wenn sie nicht ihre Glaubwürdigkeit riskieren will. Und zweitens vergessen die Vereinfacher von rechts außen einen entscheidenden Punkt: Anders als Internethetzer verbreiten seriöse Medien nicht jedes Gerücht ungefiltert weiter.“
In dem Bericht über die Kölner „Schreckensnacht“ erscheint vieles widersprüchlich. So hieß es: „Aus einer riesigen Männergruppe – rund 1000 Männer – heraus wurden Frauen vor dem Kölner Hauptbahnhof massenhaft angegangen und die Polizei erscheint macht- und hilflos.“ Noch an Neujahr hatte die Kölner Polizei in ihrem Pressebericht die Einsatzlage als „friedlich“ bezeichnet … Die Polizei bezeichnet den Bericht inzwischen als Fehler („Das lange Schweigen der Polizei“ AZ 5.1.16).
Wie konnte es aufgrund der Vorkommnisse zu einem solchen Polizeibericht kommen? Journalisten machen es sich zu einfach, wenn sie die Kritik an der verspäteten Berichterstattung und die Internetberichte pauschal als „rechte Hetze“ bezeichnen, die Stimmung schüren oder abschätzig von „Vereinfachern“ sprechen. Haben die „rechten Hetzer“ in den neuen Medien vielleicht erheblich dazu beigetragen, dass auch Presse und Öffentlich Rechtliche Medien schließlich doch über die Kölner „Schreckensnacht“ berichtet und zur Einsicht beigetragen haben, dass Journalisten „die Ausschreitungen“ anfangs falsch – in ihrer Auswirkung – eingeschätzt haben. Es ist ja bemerkenswert, wenn Birgit Kelle feststellt, dass Zeitschriften emanzipierter Frauenbewegungen die Kölner „Schreckensnacht“ nicht erwähnt haben, obwohl Frauen davon betroffen waren. Dass Zeitungen und auch von allen Steuerzahlern finanzierte Öffentlich Rechtliche Rundfunk- und Fernsehanstalten, trotz Internet, Nachrichten verschweigen, weil sie nicht in das ideologische Weltbild von Redaktionen passen, weiß jeder, der in den letzten Jahren in Berlin oder Stuttgart sich an friedlichen Demos gegen die Abtreibung oder die Genderideologie beteiligt hat. Da waren 5.000 bis 6.000 Menschen (Berlin) oder 2.000 bis 4.000 Menschen in Stuttgart auf der Straße. Was hat die AZ, trotz Internet, darüber berichtet? Nichts!
Der frühere Bundesinnenminister Hans Peter Friedrich sprach in Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Kölner Vorgänge von einem „Schweigekartell“. Gehört er jetzt auch zu den „rechten Hetzern“ und „Vereinfachern“?
Vielleicht sollten unsere Medien in ihrer Berichterstattung über die „eingeschränkte Pressefreiheit“ in Polen oder Ungarn etwas zurückhaltender sein. Man kann sich ja darüber unterhalten was schlimmer ist, das Verschweigen von Nachrichten durch ein „Schweigekartell“ oder eine „eingeschränkte Berichterstattung“.

Hubert Gindert

 

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6 Antworten auf Köln – „Eine Katastrophe für uns Journalisten“

  1. Herbert Klupp sagt:

    Der Kern dieses „Verschweigeproblems“ und der Ausgrenzung der Kritiker (der bunten Willkommenskultur) als „rechte Hetzer“ ist zutiefst das Problem einer verirrten Politik. Man kann diese Verirrung auch klar und deutlich benennen: sie ist links und grün und gutmenschlich-blauäugig. Woher kommt sie ? Auch das kann man klar benennen: der falschen Politik VORANGEHEND sind (linksgrün) verirrte Medien die Ursache. Fast unser gesamter Journalismus hat die Seriösität früherer Tage verlassen zugunsten eines Meinungs- und „Nanny“-Journalismus (Jan Fleischhauer). Und man muß noch eine Stufe weiter gehen mit der Analyse. Warum sind unsere Medien fast komplett nach linksgrün abgerutscht und parteilich „gegen rechts“, gegen Konservative, gegen die Kirche usw aufgestellt ? Es ist klar: die Spitze dieses medialen Kampfes sind die Öffentlich-Rechtlichen Medien. Sie müssen nicht im einem Konkurrenzkampf bestehen. Ihre Einnahmen sind sicher (und hoch). Unbemerkt von der Öffentlichkeit haben sie sich selber, im Nachgang zu „68“ eine linksgrün einheitliche Journalistenschar herangezogen (wer anders denkt, wurde halt nicht eingestellt), so daß wir hier, bei ARD, ZDF und CO das mächtige Zeughaus der linksgrün-gutmenschlichen Propaganda vor uns haben. Die politischen Journalisten dort agieren nicht mehr als Journalisten, sondern als Pädagogen, die „den Stammtisch“ erziehen wollen. Sie sind eine undemokratische Partei geworden, nie gewählt, nicht abwählbar, von niemand kontrollierbar ( die Rundfunkräte sind ein Witz, unterliegen selber der linksgrünen Propaganda, bzw der Angst, bei andersartigen Urteilen selber von den Medien aufs Korn genommen zu werden). So funktioniert der Mechanismus dieser extremen geistigen Verirrung in Deutschland. Und ARD & CO sind sehr mächtig. Einfach durch die „Gewalt“ ihrer Bilder, gegen die man kaum ankommen kann.

    • Hermann-Josef Kemmer sagt:

      Herr Klupp, danke für die gute Analyse des Journalismus der Öffentlich-Rechtlichen und die Wurzeln seines Entstehens.

  2. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Wer ist der Typ „rechter Hetzer“?
    Ist es derjenige, der die ausgrenzenden Teile des Islams kritisiert? Ist es derjenige, der die verschweigende Berichterstattung über die von Ausländern begangenen Straftaten kritisiert? Ist es derjenige, der die unkontrollierte Flüchtlingspolitik der Regierung kritisiert? Ist es derjenige, der sich sicher ist, dass die Vorgänge um Köln sofort ans Tageslicht gekommen wären, wären die Täter keine Muslime gewesen, sondern Deutsche? Ist es derjenige, der die Genderideologie kritisiert? Ist es derjenige, der kriminell gewordenen Flüchtlingen eine gute Heimreise wünscht ohne Wiederkehr nach Europa? Ist es derjenige, der kritisiert, dass der Anteil hilfebedürftiger Kriegsflüchtlinge einfach zu klein ist? Ist es derjenige, der fordert, dass insbesondere junge Männer aus sicheren Herkunftsländern hier den echten Flüchtlingsfamilien die Plätze wegnehmen?

    Sind alle Kritiker, die die Gefahren der Zerstörung einer christlichen Identität Europas nach außen hin tragen, rechte Hetzer? Sind diejenigen rechte Hetzer, die sich für den Erhalt eines Europas der Nationalstaaten in Vielfalt mit guten Beziehungen untereinander einsetzen und den EU- und Euro-Kurs der Regierung nicht mittragen können, einen EU-Einheitsstaat bilden zu wollen?

    Die demokratische Kultur des Respekts vor der Meinung Andersdenkender geht Stück für Stück verloren, weil einige linke Kreise meinen, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Das ist das Dilemma der heutigen Zeit. Feindbilder sind schnell ausgemacht und Menschen werden schubladenmäßig medial versenkt ohne sich mit deren Argumenten auseinandersetzen zu müssen. Überbringer schlechter Nachrichten dürfen nicht verantwortlich gemacht werden für die Tatsachen, die der schlechten Nachricht faktisch zugrunde liegen.

    Ja, es lässt sich trefflich darüber streiten, ob es sinnvoll ist, Teile der Wahrheit zu verschweigen, die ganze Wahrheit oder im Sinne der PC sogar ideologisch einseitig zu berichten. Aber die Wahrheit, d. h. die einfachen realen Fakten in einer objektiven Berichterstattung sollte es zumindest für die Öffentlich-Rechtlichen schon sein dürfen.

    Es sollte auch in Betracht gezogen werden, dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist, auch diejenigen, die nicht in die politkorrekte Welt von heute zu passen scheinen. Das jedenfalls sollten sich auch Bischöfe zu Herzen nehmen.

    • Mathias Wagener sagt:

      Wer überhaupt Kritik äußert, wird zum „rechten Hetzer“, so weit und so fatal ist die „Berichterstattung“ der Richtungsmedien schon geworden. Den Vorkommentator kann ich hier nur unterstützen.

    • Herbert Klupp sagt:

      Sehr geehrter Herr Kemmer, ich kann alle Ihre Ausführungen nur unterstützen. Ergänzend würde ich gerne bemerken, daß mir das dahinterstehende Problem noch viel größer erscheint, als es schon hier oder da beschrieben wurde. Wir stehen einem (satanischen) Lügenangriff ungeahnten Ausmaßes gegenüber, der sein Zeughaus bei uns, in den von uns bezahlten (!) ÖR-Medien hat, der aber weit darüber hinaus weltweit agiert und operiert. Eine ungeheuer vergiftete Quelle bspw befindet sich in den intellektuellen Zirkeln der USA. „Political Correctness“ heißt die Waffe. Für uns ganz konkret geht es bereits um die Frage, ob unser Grundrecht auf Meinungsfreiheit Bestand hat. Mag die AfD voller Unvollkommenheit stecken, mag Donald Trump unchristlich sprechen oder handeln ( oder es zu scheinen ), wir MÜSSEN bitte auf diese neuen Kräfte setzen, die wenigstens tendenziell gegen den immer mächtiger werdenden Lügen- und Verleumdungsgeist aufgestellt sind.

      • Hermann-Josef Kemmer sagt:

        Werter Herr Klupp,
        sehe ich genauso. Das Verabsolutierung der Meinungsdiktatur der PC ist die „unhinterfragbare“, „nachhaltige“ und „alternativlose“ neue „Moraltheologie“ des Atheismus hier im Westen. Die ÖR machen hier mehr als tendenziös und einseitig mit.

        Sie versteckt sich hinter der Fassade eines humanistischen Weltbildes, welche zum Religionsersatz mutiert ist. Dieser Humanismus ist für alles offen und damit nicht mehr ganz dicht. Früher war es die Religion, die Ängste hervorrief. Heute besorgen das Klimawandel, Rinderwahn und Vogelgrippe. Diese werden benutzt, um Menschen zu manipulieren, aber nicht zu deren Seelenheil, sondern diese werden für materielle Gewinne einiger in die Pflicht genommen wie eine Herde Schafe. Und die Menschen haben sich längst freiwillig zu „Nach-dem-Tod-ist-alles-aus-Lemmingen“ degradieren lassen und wollen genauso geführt werden, wie es den atheistischen Manipulationen entspricht. Das hat durchaus satanische Züge.

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