Seid Salz -nicht Zucker- der Erde. Stellungnahme der Laieninitiative „Una Sancta Catholica“ zum aktuellen Projekt „Homosexuellenseelsorge“ der „Stadtkirche Frankfurt“

Das Projekt wurde bereits im Dezember vorgestellt. Was gerade im Jahr der Barmherzigkeit eventuell sehr christlich erscheint, zeigt leider den erwähnten Pferdefuß. Er steckt in folgendem Satz der Ankündigung vom Dezember: „Zur umstrittenen Frage der Segnung homosexueller Paare unterstrich Pater W., dass Paare seit vielen Jahren auch in der katholischen Kirche den Segen Gottes zugesprochen bekämen.“  In einer vorangegangenen Veröffentlichung zum Projekt hatte er erwähnt, dass er selbst und andere Priester bereits homosexuelle Paare nichtöffentlich gesegnet hätten. (Wir erinnern: wg einer solchen -demonstrativ angelegten- Segnung (mit Fernsehkameras) hatte Bischof Tebartz zu Beginn seiner Limburger Zeit einen Dechanten zurück gestuft zum einfachen Pfarrer! Sic!)  Wir begrüßen ausdrücklich die seelsorgerliche Zuwendung zu homosexuell empfindenden Menschen; es ist sicher ein neues Feld der Pastoral, das zu beackern große Sensibilität und hohe Kompetenz erfordert. Zu befürchten steht nach den entsprechenden Erklärungen allerdings, dass hier unzulässig weit über das Ziel hinaus geschossen wird. Wir sprechen uns gemäß der Lehre der Kirche klar gegen die Einführung von Segnungen aus. Unsere öffentliche Stellungnahme, in der wir unsere Ablehnung darlegen finden Sie im Link unten. Öffentlich machen wir sie zum Einen wegen der öffentlichen Wirkung, die gerade diese Frankfurter Initiative haben wird; sie wird Nachahmer finden, was nicht begrüßt werden kann.  Zum Anderen gehen wir an die Öffentlichkeit wegen der weit verbreiteten Argumentationsnot vieler katholischer Mitchristen, denen der grassierende Relativismus schon seit Langem den Glaubenskompass  verwirrt. Wir möchten ihnen mit unserer Stellungnahme im angesprochenen Kontext Argumente an die Hand geben. Sehr nachdenklich stimmt uns allerdings das Fehlen priesterlicher Zwischenrufe. Unseres Wissens haben sich bisher weder aus der Stadtkirche, noch aus der Diözese Priester öffentlich gegen die geplanten Segnungen ausgesprochen. Es ist davon auszugehen, dass – wie im Bischofsstreit – viele Priester damit grundsätzlich nicht einverstanden sind. Warum schweigen sie? Gibt es innerhalb des Klerus überhaupt eine offene Auseinandersetzung zum Thema oder herrscht im Bistum Limburg bereits ein quasi verordneter Mainstream, gar ein Klima der Angst angesichts des allgegenwärtigen Limburger Klüngels? Es darf nach unserer Überzeugung auf keinen Fall eine Schweigespirale bezüglich der geplanten Segnungen homosexueller Paare geben!

Lesen Sie unsere Stellungnahme STELLUNGNAHMW1

 

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7 Antworten auf Seid Salz -nicht Zucker- der Erde. Stellungnahme der Laieninitiative „Una Sancta Catholica“ zum aktuellen Projekt „Homosexuellenseelsorge“ der „Stadtkirche Frankfurt“

  1. Gast auf Erden sagt:

    Wer gleichgeschlechtlich liebende Paare segnet, segnet mitnichten die Sünde. Sondern die Menschen.
    Es heisst doch immer so schön, die Sünde hassen, aber den Sünder lieben.

    Genau dass passiert bei der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Die Sünder werden gesegnet. Und wer von uns, der von einem Priester gesegnet wird, könnte von sich behaupten ohne Sünde zu sein.

    • Hermann-Josef Kemmer sagt:

      Werter Gast auf Erden, die wir es ja alle sind. Wir sollten mehr versuchen mit Gottes Augen zu sehen und mit dem Hl. Geist versuchen zu denken:
      1. Nun, wer gleichgeschlechtlich liebende Paare anlässlich eines „Traugottesdienstes“ gleichzeitig am Altar stehend (oder kniend), segnet, segnet damit auch das, was gleichgeschlechtlich liebende Paare tun.
      Wer homosexuelle Menschen einzeln segnet, segnet den Menschen unabhängig von seinem Tun, was zu fördern ist.
      2. Wer Mann und Frau am Traualtar segnet, segnet auch ihr Tun, nämlich die Weiterführung des Geschenks der Schöpfung Gottes.
      Und genau das ist der große Unterschied.
      In dieser Konstellation kann das Tun, also die Sünde bei der Segnung nicht ausgeklammert werden, denn das erste ist unbiblisch, somit also mit dem Blick des Menschen gedacht, das zweite ist mehr als biblisch, somit mit den Augen und dem Geist Gottes gedacht.

      Oder soll der Zelebrant bei der Segnung zum Ausdruck bringen, dass das Homosexuellenpaar als Menschen gesegnet ist, aber nicht dessen Tun?

      Denn das müsste dann zur Klarstellung gesagt werden, soll der Segen nicht gegen den Willen Gottes benutzt werden. Und das kann wohl niemand wollen.

      • Gast auf Erden sagt:

        Bringt der Zelebrant nicht bei jedem Segen, sozusagen vollautomatisch, aufs Tapet, dass er „nur“ die Menschen, oder die Tiere, die Feldfrüchte, die Motorräder oder die Waffen segnet, und nicht die Sünden, die damit begangen werden – können?

        • Hermann-Josef Kemmer sagt:

          Werter Gast auf Erden.

          Sie schreiben, „…die damit begangen werden – können“?
          Es geht hier speziell um Traugottesdienste in ihrer ureigenen Intention, nicht etwa um z. B. die hl. Messe, in der jeder Messteilnehmer als solcher gesegnet wird. Selbstverständlich wird jeder Mensch gesegnet, der sündigen kann. Das aber ist jedem Menschen gewissensmäßig überlassen. Der Segen mag hier stärkend Einfluss nehmen, dass eben nicht gesündigt wird.
          Hier bei Traugottesdiensten geht es doch nicht nur um die geistige Liebe zwischen Menschen, die immer den Segen Gottes erhält, sondern auch eben um die sexuelle Liebe, die eben von vornherein bei homosexuellen Menschen laut biblischer Überlieferung sündhaften Charakter hat. Ich kann doch auch nichts dafür, dass die Bibel hier so eindeutig ist. Eine ähnliche Problematik ist ja eben gerade auch bei der Wiederverheiratung Geschiedener gegeben, in der Jesus eindeutig war. Der Segen sollte als geistliche Stärkung und Stütze im Lebensalltag helfen, die Sünde abzuwehren, sie jedoch nicht unterstützen und damit auch zu legalisieren.
          Sollen denn göttliche Intentionen in dieser Weise, nur weil sie dem Menschen im Wege stehen, für ungültig erklärt werden? Hier geht es nicht um Wohlfühlreligion, sondern darum, das eigene ewige Seelenheil so gut wie möglich vorzubereiten auf Erden.
          Der Begriff der Seelsorge bringt es am besten zum Ausdruck. Sich um die Seele = Ebenbild Gottes in einem Menschen sorgen, sollte Ansporn und Richtungsweisung genug sein. Das heißt eben auch, sich nach dem Ansinnen Gottes (welches in der Bibel dargestellt ist) zu richten, auch wenn es schwer fällt und dem Menschen nicht einsichtig ist.

    • Hermann-Josef Kemmer sagt:

      Kleiner Nachtrag:
      Wer den Segen, durch einen Kleriker ausgesprochen, profanisiert und ihn zu einem „Gutes sagen“ degradiert so wie ich jedem Menschen bei einer Begegnung „Guten Morgen“ wünsche, hat die Bedeutung des christlichen Segens wohl kaum erfasst.
      Laut kath.pedia ist über den Segen folgendes gesagt:
      Der Segen (lat. benedictio) ist ein Spruch, der jemandem oder einem Ding etwas Gutes wünscht. Der Segen oder die Segnung im christliche Sinn, ist ein von der Kirche festgelegtes (Formel) Bittgebet über Personen (Segen) oder Sachen (Segnung), das der bevollmächtigte Vertreter der Kirche (Kleriker), in ihrem Namen spricht, um Gottes Schutz auf Personen und Gegenstände, der auf diejenige die sie gebrauchen herabzurufen (Sakramentalien, Weihen).
      Und auf das Tun eines homosexuellen Paares würde der Segen nicht dem Sinne Gottes entsprechen. Wer den Segen profaniert als „gutes Sagen“ auffasst, kann ja damit leben. Der christliche Segen ist ein Segen um Gottes Schutz. Damit wäre dann ja auch die Sünde von Gott geschützt. Da kann der Segen missbraucht werden.

  2. Hermann-Josef Kemmer sagt:

    Was kann alles aus menschlicher Sicht barmherzig oder besser gesagt, menschlich verständlich und damit nicht sündig sein?
    Homosexuelle segnen entgegen biblischer Anordnung
    Abtreibungen aus humanitären Gründen ebenfalls entgegen biblischer Anweisung
    Euthanasie von Alten aus humanitären Gründen ebenfalls entgegen biblischer Anweisung
    Mord kann verständlich scheinen z. B. nach jahrelange Misshandlung oder Unterdrückung
    Geschlechtsverkehr vor der Ehe, tun ja schließlich fast alle
    Selbstbefriedigung, tun ja schließlich fast alle

    Wir merken: Der Begriff „Sünde“, d. h. die bewusste Abkehr von Gott und seinen Geboten, scheint unter der Kategorie „Barmherzigkeit“ laufen zu können. Das aber konnte nur geschehen, weil nicht mehr Gott in den Fokus des Glaubens gerückt wurde und wenn, dann allenfalls ein Gott, der wie eine moralische Gummipuppe für alles „Menschliche Versagen“ Verständnis hat, ja haben muss. Es wird ihm geradezu aufoktroyiert.

    Alle Gläubigen müssen sich bewusst machen, dass Gott und seine Liebe, die aber nicht die Sünde „überliebt“, sondern eher bewusst machen will, dass Reue über die begangene Sünde erst eine Form der Liebe zu Gott ausmacht, in den Glaubensfokus zu nehmen ist. Was Gott will, soll Jesus als Weg, Wahrheit und Leben sein. Nicht was der Mensch will, ist göttlicher Weg. Das was Jesus uns als Richtschnur in seiner Lehre gegeben hat, ist gültig und die fordert nicht nur die Einhaltung der 10 Gebote, sondern darüberhinaus auch noch die Feindesliebe, das Gebet für die Verfolger und die Vergebung durch das Opfer einer Verfolgungsstraftat. Was Gott will, zu halten, nennt sich Glauben.

  3. Eduard Werner sagt:

    Wer homosexuelle Paare segnet, der segnet nicht nur Menschen, sondern auch widernatürliche Sünden. Ein Kirchenbezirk, in dem dies unwidersprochen üblich wird, gehört aufgelöst. Die Lehre der Schrift und der Kirche dürfen nicht verfälscht werden.
    Wo ist der zuständige Bischof? Wenn er sich nicht traut, die Lehre der Kirche zu vertreten, dann soll er zurücktreten.

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