Wie geht die Katholische Nachrichten-Agentur KNA mit Nachrichten um?

Das Forum Deutscher Katholiken hatte zu seinem Kongress den päpstlichen Delegaten für die Neuevangelisierung, Bischof Tebartz-van Elst, eingeladen auf dem Kongress „Freude am Glauben“ im April in Aschaffenburg aus seinem neuen römischen Arbeitsfeld zum Thema „Auf der Suche nach einer Verkündigung der Verlässlichkeit“ zu sprechen. Gegen den Auftritt von Bischof Tebartz-van Elst waren von Laienseite Proteste und Demonstrationen sowie eine Online-Petition angekündigt worden und der Bischof von Würzburg, Dr. Friedhelm Hofmann hatte Bedenken gegen den Auftritt von Tebartz-van Elst bei diesem selbst und auch beim Veranstalter angemeldet und erkärt, er habe von diesem Auftritt erst aus der Presse erfahren. Daraufhin hatte der päpstliche Delegat seine Teilnahme zurückgezogen und das Forum Deutscher Katholiken hatte am 13. März 2016 eine Erklärung dazu herausgegeben ( siehe hier auf diesem Blog weiter unten und auch auf kath.net, wo dazu eine ungewöhnlich lebhafte Diskussion im Kommentatorenbreich stattfand in über 200 Komentaren zu zwei Artikeln)
Die Erklärung des Forums ging natürlich auch an die Katholische Nachrichten-Agentur KNA, die diese allerdings um den wesentlichen Passus verkürzte, dass am 10. November 2015 dem Bischof von Würzburg und auch allen anderen deutschen Diözesanbischöfen ein Schreiben mit dem Programm mit allen Referenten und ihren Themen zugegangen war. Damit wurde in der Wiedergabe der Erklärung durch die KNA eine entscheidene Passage des Veranstalters weggelassen, aber die Reaktion des Bischofs von Würzburg über die vermeintliche Information alleine durch die Presse besonders hervorgehoben. Auf den Protest des Forums reagierte die KNA erst ablehnend, hat dann aber doch ihre Meldung korrigiert und den Passus über den Brief an die Bischöfe vom 10. November nachgeholt. Immerhin!
Daraufhin wurde auch auf der Würzburger Bistumsseite unter Meldungen aus Aschaffenburg die Behauptung gestrichen, dass der Bischof über den Auftritt des päpstlichen Delegaten erst aus der Presse erfahren habe. Nicht so auf der offiziellen Seite der DBK katholisch.de, wo die Mitteilung von Bischof Hofmann über die Nichtinformation durch den Veranstalter stehen blieb.
Worum geht es hier? Das eigentliche Problem ist die Vorgehensweise von KNA, nämlich das Paktieren mit den scheinbar Mächtigen auf Kosten der Wahrheit und der Schwächeren. Auch durch Weglassen von Teilen einer Seite und und das einseitige Betonen von Erklärungen einer anderen Seite kann den Wahrheitsgehalt einer Meldung (hier durch die KNA) wesentlich verzerren. Dabei wollen wir durchaus würdigen, dass die KNA dieses nach Protest korrigiert hat und die Korrektur auch auf der Bistumsseite von Würzburg ihren Widerhall fand.
Von großen Teilen der säkularen Medien sind wir diese Verzerrungen von Wahrheitsgehalten durchaus gewöhnt, aber von den kirchlichen Medien dürfen und müssen wir verlangen, dass hier andere Regeln gelten, die sich aus dem Auftrag der Kirche ergeben.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Eine Antwort auf Wie geht die Katholische Nachrichten-Agentur KNA mit Nachrichten um?

  1. Herbert Klupp sagt:

    Ich wollte, ich täuschte mich bei meinem Eindruck, daß die gesamte heutige deutsche Journalistenschaft die ( an sich selbstverständlichen und grundlegenden ) journalistischen Tugenden der Neutralität und Ausgewogenheit hinter sich gelassen hat, zugunsten einer ( links-grün-gutmenschlich ) parteiischen Berichterstattung. Wahrscheinlich kommt diese indoktrinatorische Welle sehr breit aus den ÖR-Medien, vor allem der ARD ( und der ARD2, dem ZDF). Einzelne Journalisten mit Rückgrat sehen sich wahrscheinlich einem diesbezüglichen Anpassungsdruck ausgesetzt. Und das dürfte auch komplett für die katholische Medienwelt gelten. Machen wir uns nichts vor ! ( Und jetzt könnte ich aus dem Nähkästchen plaudern über meine Erfahrungen mit den Journalisten der Kirchenzeitung „Glaube und Leben“ und verwandter Kirchenblätter )

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