Antwort auf Kritik an der liturgischen „Aufwertung“ des Magdalenengedenktages zum Fest.

Ein Kommentator hat auf unserer Facebookseite die „Aufwertung“ von Maria Magdalena in der kirchlichen Liturgie als Häresie des Papstes bezeichnet und seinen Austritt aus der Kirche angekündigt. Dazu nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir glauben, dass Sie das zu einfach sehen. Wir müssen unterscheiden zwischen dem APOSTEL-AMT und einem apostolischen Dienst. Wenn der heilige Kirchenlehrer Thomas von Aquin, der größte Theologe und Denker des Hochmittelalters, Maria Magdalena „Apostola Apostolorum“ nennt, dann wird wohl kein Katholik das als Häresie empfinden. Es freut uns, dass Papst Franziskus immer wieder sich auf den großen Aquinaten bezieht, der nach dem Konzil lange in der Kirche von den Modernisten abgewertet wurde. Es heißt ausdrücklich: „Maria Magdalena ist das Beispiel einer wahren, authentischen Verkünderin der Frohen Botschaft: einer Evangelistin, die die frohmachende, zentrale Botschaft von Ostern verkündet.“
Glaubt irgend ein Katholik ernsthaft, dass Christus sich irrte und eine Häresie beging, als er ZUERST der Magdalena erschien und ihr auftrug: „Geh hin und verkünde meinen Brüdern (den Aposteln)…..“?
Wir alle, Mann und Frau, sind zum apostolischen Dienst der Verkündigung durch unser Leben und zur Evangelisation gerufen als „königliches Priestertum“ (Petrus). Das heißt noch lange nicht, dass Maria von Magdala oder wir zur Teilnahme am AMT der Apostel berufen sind.
Dass Kardinal Sarah die Ausführung der päpstlichen Anordnung kommentiert, sollte jedem Kritiker ein weiterer Beweis für „Rechtgläubigkeit“ sein, die leider mancher, der sich katholisch nennt, heutzutage dem päpstlichen Lehramt glaubt nicht mehr zubilligen zu können. Siehe hierzu:
http://de.radiovaticana.va/news/2016/06/10/maria_magdalena_wird_liturgisch_den_aposteln_gleichgestellt/1236162

http://www.kath.net/news/55511

„In den Bischöfen, denen die Priester zur Seite stehen, ist also inmitten der Gläubigen der Herr Jesus Christus, der Hohepriester, anwesend. Zur Rechten des Vaters sitzend, ist er nicht fern von der Versammlung seiner Bischöfe, sondern vorzüglich durch ihren erhabenen Dienst verkündet er allen Völkern Gottes Wort und spendet den Glaubenden immerfort die Sakramente des Glaubens. Durch ihr väterliches Amt (vgl. 1 Kor 4,15) fügt er seinem Leib kraft der Wiedergeburt von oben neue Glieder ein. Durch ihre Weisheit und Umsicht endlich lenkt und ordnet er das Volk des Neuen Bundes auf seiner Pilgerschaft zur ewigen Seligkeit…“
II. Vatikanisches Konzil, Dogmatisches Konstitution „lumen gentium“ über die Kirche, 21

Michael Schneider-Flagmeyer

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*