Die Machtverfilzung behindert Reformen

Im Schreiben „Amoris Laetitia“ (Die Freude der Liebe) von Papst Franziskus finden sich auch eindeutige Aussagen zu den Gendertheorien (vergl. AL 56). Franziskus bekennt sich klar zur schöpfungsmäßigen Geschlechterpolarität: Der Mensch ist von Gott als Mann und Frau geschaffen. Leider fehlt eine solche eindeutige Aussage seitens der Deutschen Bischofskonferenz. Nur von einigen Bischöfen (z.B. Voderholzer, Algermissen) liegen uns klare Stellungnahmen vor.
Die parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth (CDU) hat zum Genderdiskurs „auch in der katholischen Kirche“ aufgerufen: „Das Kirchenvolk sei keine geschlechter¬homogene Masse. Die Kategorie Gender eröffne die Chance, die soziale Wirklichkeit differenziert wahrzunehmen – ‚eine unabdingbare Voraussetzung für jedes gesellschaftspolitische und kirchliche Handeln‘ … Gender ist für Flachsbarth ein Unterscheidungsmerkmal, das ebenso wie Alter, Religion oder Hautfarbe Gesellschaften strukturiere und hierarchisiere“.
Die Genderideologie, richtet sich eindeutig gegen die schöpfungskonforme Geschlechterpolarität und gegen den gesunden Menschenverstand. Papst Franziskus hat sie als dämonisch bezeichnet. Die Genderideologie kann sich in der Bundesrepublik Deutschland nur deswegen so rasch ausbreiten, weil sie im Kartell von Politikern, kirchlichen Funktionären und Medien unter dem Schweigen der meisten Bischöfe forciert wird. Die Gegenposition tut sich auch wegen der Machtverfilzung der Vorkämpfer der Genderideologie schwer. Oft vereinigen diese in einer Person mehrere Funktionen. Maria Flachsbarth ist ein sprechendes, deutliches Beispiel für diese Machtverfilzung. Flachsbarth ist Präsidentin des katholischen Frauenbundes Deutschlands, stellvertretende Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZDK) und Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium. Von 2009 bis 2013 war sie die Beauftragte ihrer Bundesfraktion für Kirche und Religionsgemeinschaften. Bei dieser Machtverflechtung sind zeitgeist-konforme Themen, wie die Genderideologie, mit dem Rückenwind der Medien gut voranzubringen. Dem entgegenzutreten erfordert den „Mut vor Königs Thronen“.

Hubert Gindert

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2 Antworten auf Die Machtverfilzung behindert Reformen

  1. G. Küpper-Sondermann sagt:

    Diese Machtverfilzung ist wirklich erschreckend.
    Präsidentin des katholischen Frauenbundes *und* stellv. Vorsitzende des ZdK *und* dann auch noch Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium! Wahnsinn.
    Ich denke, sie dürfte Merkel als mächtigste Frau der Welt insgeheim schon überholt haben. Man kann Hubert Gindert für seine weitsichtige Enttarnung dieser gefährlichen und einflussreichen Akteurin im weltweiten Spinnennetz der Macht der nur dankbar sein. Die TFP- und Adelsnetzwerke, die das FdK steuern, sind quasi nichts dagegen. Irre.

  2. Otto Spahn sagt:

    Es ist wichtig, die Hintermänner des Gender-Mainstreaming zu benennen. Danke für die klaren Worte, Herr Gindert.
    Der nächste Schritt ist die “ Sexualpädagogik der Vielfalt“. Es wird allerhöchste Zeit, dass die wenigen Bischöfe (Vorderholzer, Algermissen) für den Rest der Bischofskonferenz die Fenster aufreisen und kräftig durchlüften, damit der Blick auf das Kreuz wieder sichtbar wird.
    Eine Kirche die sich selbst säkularisiert, braucht niemand.

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