Ein Sinneswandel bei der KNA und ihrem Chef Ludwig Ring- Eifel?

Vor über drei Jahren war der Chef der KNA, Ludwig Ring-Eifel, zu der jährlichen Runde der katholischen Publizisten mit dem päpstlichen Sekretär Erzbischof Gänswein in den Palazzo Cesi in Rom eingeladen worden, um einen Brückenschlag zwischen dieser Runde und der amtlichen deutschen katholischen Publizistik herzustellen. Anschließend ging er in zwei Artikeln, „Die Trauer der Rebellen“ und „Die vaterlose Gesellschaft“ seine Gastgeber hart an und fiel über die „papsttreue katholische Publizistik“ her.
Damals habe ich ihm auf kath.net ausführlich geantwortet, was wiederum ihn zu einer Gegenantwort
nötigte. Siehe hier:
kath.net/news/40335
Seinem Vorwurf, wir – „die papsttreuen Publizisten“ – wären nach dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. nun vaterlos, habe wie damals so beantwortet:
„Wir sind nicht vaterlos und werden es auch niemals sein. Wir haben einen Vater im Himmel. Und dessen Stellvertreter auf Erden, Benedikt XVI., wird uns verbunden bleiben im Gebet noch über seinen Tod hinaus. Und einen neuen “Vater” auf dem Stuhle Petri werden wir in wenigen Tagen wieder haben, dem wir uns in Treue verbinden, weil ihm die Schlüssel des Himmels gegeben sind.“
Wenige Tage später wurde Papst Franziskus als Nachfolger des heiligen Petrus gewählt, der für uns durch den Heiligen Geist mit der Amtsgnade für das Amt des Stellvertreters Christi auf Erden, des Schlüsselträgers (siehe Jesaja 22,20-23), ausgestattet der Vater der auf Erden pilgernden Kirche ist.
Seitdem ist viel Wasser den Rhein, die Donau und den Tiber herabgeflossen und Papst Franziskus hat die Kirche aufgeweckt in einem Maße, das ihm vor allem in Deutschland viel Unverständnis und Ablehnung aus Kreisen der Tradition und der „Linken“ gebracht hat. Das alles geschah in Übereinstimmung und bestem Einvernehmen mit seinem emeritierten Vorgänger, was hierzulande von „rechten“ und „linken“ Kreisen (um dieses simple Schubladendenken noch einmal zu verwenden) nicht angenommen wird.
Aber nicht so von Ludwig Ring-Eifel. Er schrieb auf katholisch.de einen kurzen aber inhaltsschweren Artikel zu der BITTE von Kardinal Sarah, dem Präfekt der Liturgie-Kongregation in Rom, die Priester mögen sich wieder öfter mit der Gemeinde zusammen nach „Osten“ zum Tabernakel hin, dem wiederkommenden Christus zuwenden und die Gläubigen mögen wieder das Knien vor dem eucharistischen Herrn lernen. Siehe:
kath.net/news/55850
In seinem Artikel „Der richtige Weg“ (katholisch.de/aktuelles/standpunkt/der-richtige-weg) zeigt uns Ludwig Ring-Eifel ein so tiefes Verständnis für den Heiligen Stuhl, Kardinal Sarah und den Papst und das von Kardinal Sarah als Bitte vorgeschlagene Verhalten der Priester bei der Feier des Messopfers, dass ich, der ich ihn und seine KNA oft sehr deutlich kritisiert habe, dafür ausdrücklich danken möchte. Ich tue das auch im Namen des Vorsitzenden des Forum Deutscher Katholiken Prof. Hubert Gindert.
Wir pflegen als katholische Christen ( und auch als „papsttreue Publizisten“) keine Feindschaften, auch wenn wir der Aufforderung der Apostels Paulus folgen, nicht Menschen zu verurteilen, aber einige ihrer Worte und Werke deutlich abzulehnen und zu kritisieren.. Das werden wir auch in aller Klarheit weiterhin tun.
Aber nach dem differenzierten Artikel von Ludwig Ring-Eifel hoffen wir auf das, was dieser nach dem Treffen im Palazzo Cesi 2013 schrieb: “Gesucht wird ein Brückenbauer, dem es gelingt, die kritischen Köpfe von rechts und links für die Kirche der Zukunft zu gewinnen.”
Wenn wir aufhören uns gegenseitig in der Kirche mit Steinen zu bewerfen, sondern uns nach den Worten Christi und des von Ihm selbst eingerichteten Lehramtes des Papstes richten, dann kann das wohl gelingen. Wir vertrauen darauf, dass wir von der KNA und ihrem Vorsitzenden weiterhin so dankenswerte und differenzierte Beiträge hören und lesen und wollen stets das Wort Jesu aus dem Markus-Evangelium im Ohr und im Herzen haben: „ Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!“
Lasst uns gemeinsam auf dem „richtigen Weg“ (Ring-Eifel), den der Herr selbst ist, gehen, den Blick fest auf Ihn gerichtet; denn dann „schreitet Christus durch die Zeit in seiner Kirche Pilgerkleid, Gott lobend. Halleluja!“

Michael Schneider-Flagmeyer

Zuerst erschienen als kath.net-Kommentar

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