Die dämonischen Ursachen des Terrorismus beim Namen nennen!

Paris-Nizza-München-Würzburg-Ansbach-Reims… Die Kette von Anschlägen gegen Unschuldige reißt nicht ab. Wir leben in einem Terrorkrieg, in dem kei-ner, an keinem Ort und zu keiner Zeit noch sicher ist.
Der Terror zeigt auch die Schwäche des modernen Staates. Gegen Terroristen im Land helfen weder Atombomben noch Panzer oder Flugzeuge. Die Sicherheitsorgane können gelegentlich einen Anschlagsplan aufdecken. Gegen entschlossene Selbstmordattentäter sind sie immer in der Nachhand. So kann ein einzelner Terrorist eine Millionenstadt wie München lahmlegen.
Für Attentäter hat das Leben andersdenkender oder andersgläubiger Menschen keinen Wert. Die Gesellschaft hat aber ein Recht, sich vor solchen Menschen zu schützen: An der Grenze und im Inneren des Staates mit Polizei und allen Mitteln des Rechtsstaats. Menschenverachtender Terrorismus wächst auf dem Humus, auf dem das Recht auf Leben nicht mehr geschützt ist. Also auch bei uns. Oder können wir dort, wo Ungeborene, Behinderte, alte und kranke Menschen ihres Lebens nicht mehr sicher sein können, nicht von einem Nährboden für Geringschätzung des Lebens sprechen? Das zu sagen ist völlig gegen die politische Korrektheit, aber trotzdem wahr. Das Recht auf Leben ist unteilbar.
Terroristen kommen nicht nur von außerhalb der Landesgrenzen. Es sind auch Menschen darunter, die hier geboren sind oder schon lange hier leben. Eine wirkliche Werterziehung für das Recht auf Leben, als ein unübersteigbarer Damm, ist in einer Gesellschaft ohne Gott, nicht mehr möglich.
Nach Terroranschlägen ziehen die Stellungnahmen der Politiker, dieses Endlosband in bekannter Manier an uns vorbei. Es sind nichtssagende Sätze und Ausdrücke von Hilf- und Sprachlosigkeit vor dem Elend der betroffenen Menschen. Wenn aber der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und der oberste Repräsentant der Evangelischen Landeskirchen in ökumenischer Eintracht auch nicht sehr viel mehr als die Politiker zu sagen wissen, ist das ein Armutszeugnis. Der Pastoraltheologie Andreas Wollbold hatte für den seelsorgerlichen Umgang mit dem Schock über den Terror mehr zu bieten. Er antwortete auf Fragen, die auch in einer gottentfremdeten Welt noch auftauchen: „Woher kommt das Böse? Was ist der Anteil des freien Willens Einzelner, was geht auf den ‚Vater der Lüge‘ selbst zurück? Hier haben Christen ein Wissen, das den hilflosen Reden, die wir derzeit hören, abgeht. …zunächst einmal finden wir einen Trost bei Gott, den Menschen nicht mehr geben können: Mit dem Tod ist nicht alles aus. …Dann dürfen wir auch klarstellen: die Verantwortung für diese Untaten tragen abgrundtief böse Menschen und nicht Gott. Dabei ist mit Händen zu greifen: Wir leben in einer gefallenen, gottfernen Welt. Vielleicht beginnen wir auch zu ahnen, wieviel jeder von uns beiträgt zu dieser Gottferne“. (Tagespost, 26. Juli 2016)

Hubert Gindert

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