Wir sind im Dritten Weltkrieg: die Genderideologie ist ein Teil davon

Im Brief an die Römer hält Paulus den Heiden den praktizierten Lasterkatalog von damals vor. Paulus zeigt auf, wozu der von Gott abgewandte und orientierungslos gewordene Mensch fähig ist: „Gottes Zorn enthüllt sich vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, weil sie in ihrer Ungerechtigkeit die Wahrheit niederhalten“ (Röm. 1,18)… „Darum überließ sie Gott der Unreinheit in ihres Herzens bösen Gelüsten: Sie schändeten ihren Leib, weil sie der Lüge anstelle der Wahrheit Gottes folgten und dem Geschöpf Ver-ehrung und Anbetung erwiesen, anstelle des Schöpfers… So gab denn Gott sie schmählichen Leidenschaften preis: Ihre Frauen verloren sich in widernatürlichen Umgang statt des natürlichen, ebenso setzten Männer die natürliche Beziehung zur Frau hintan und entbrannten in zügellosem Begehren zueinander“… (Röm. 1,24-25, 26-27).
Fairerweise muss man zugeben, dass die Heiden von damals nicht behauptet haben, ihr Tun sei Ausdruck von Tugend oder von Selbstbestimmung und Freiheit oder gar die Befreiung von Diskriminierung. Das blieb dem Ausgang des zwanzigsten Jahrhunderts vorbehalten.
Im Jahr 1990 veröffentlichte Judith Buttler ihr Buch „Gendertrouble – Subversi-on of Identity“. Der Titel sagt, was die Verfasserin will „Die Subversion der Identität des Menschen“. Das soll heißen: Der Mensch hat nicht von Natur ein bestimmtes Geschlecht, sondern bestimmt als Ausdruck seines autonomen Schöpferwillens sein Geschlecht selbst.
„Es geht“, wie Gabriele Kuby in ihrem Beitrag „Die Abschaffung des Ge-schlechts“ (Tagespost, 27.7.16, S. 3) sagt: „nicht um Rechte von Minderheiten, es geht um die Abschaffung des Geschlechts als fundamentaler Matrix der menschlichen Existenz. Dies hat die Auflösung der tragenden menschlichen Beziehungen zur Folge… Es ist ein Angriff auf die Wurzel und die Voraussetzung von Familie und aller gesellschaftlicher Strukturen, die daraus erwachsen“.
Ideologien, die so eindeutig, wie die Genderideologie im Widerspruch zur Natur des Menschen stehen, setzen sich nicht von selber durch. Dazu bedarf es der Bewusstseinsmanipulation und der Umdeutung, was unter Familie zu verstehen sei, sowie des massiven Zwangs.
Die Genderideologie versucht den Menschen einzureden, Selbstbestimmung des Geschlechts und Geschlechtsumwandlung sei ein „Recht“ und „Ausdruck menschlicher Freiheit“. Um das in die Köpfe der Menschen zu bringen, wird bereits bei Kindern in Kindergarten und Schule angesetzt. Nach der Genderideologie sind alle Formen geschlechtlicher Betätigungen gleichwertig: Lesbisch, Gay, Bisexuell und Transsexuell (LGBT). Die Manipulation geschieht heute auf breiter Front in staatlichen Pflichtschulen. Hinzu kommt: Das Zusammenleben aller Menschen, gleichgültig welche sexuelle Orientierung sie haben, wird der NaturEhe gleichgestellt. Wir finden das beispielsweise in Berichten der Bundesregierung zur Ehe und Familie. Der „Familienbegriff ist entkernt und diversifiziert“ (Gabriele Kuby).
Von UN und EU werden in die Kultur- und Familienpolitik der Staaten Programme zur Legalisierung eingetragener Partnerschaften, zum Adoptionsrecht homosexueller Partnerschaften für Kinder, zur künstlichen Kinderproduktion durch Kauf von Samen und Ei mit der Leihmutterschaft hineingetragen.
Es sind inzwischen nationale Regierungen, insbesondere die führende Weltmacht der USA, die seit der Legalisierung der Homo-Ehe durch den obersten Gerichtshof der USA am 26. Juni 2015 zur Hauptantriebskraft für dieses Bestreben geworden ist. Zusammen mit global arbeitenden Kooperationen und Milliardenstiftungen, sowie den Institutionen des Weltbevölkerungsfonds und der International-Parenthood-Federation der UN wird die Gewährung von Entwicklungshilfe an Bedingungen geknüpft, die dazu helfen, LGBT-Rechte durchzusetzen.
Der Einführung der Genderideologie, z.B. durch staatliche Erlasse in den Schulen, gehen keine Volksabstimmung, Parlamentsbeschlüsse oder andere Formen der Mitbestimmung des Volkes voraus. Die Genderideologie wird, wie in totalitären Staaten üblich, mit Gewalt durchgedrückt. Es ist so, wie Gabriele Kuby in ihrem o.a. Artikel ausführt: „Grundlegende Menschenrechte, welche wir dem christlichen Konzept der unverletzlichen Würde des Menschen verdanken, werden ausgehöhlt und der neuen Ideologie geopfert: Religionsfreiheit, Gewissensfreiheit, das Erziehungsrecht der Eltern, Meinungsfreiheit, Redefreiheit, unternehmerische Freiheit“. Es ist ein Krieg, der mit allen Mitteln gegen die Menschen geführt wird.
Papst Franziskus hat die Genderideologie als eine dämonische Ideologie bezeichnet. Auf dem Flug von Rom nach Krakau zum Weltjugendtag sprach Papst Franziskus am 27. Juli 2016 vom Dritten Weltkrieg: „Wenn ich von Krieg spreche, spreche ich ernsthaft von Krieg. Nicht von Religionskrieg, nein. Es herrscht Krieg der Interessen, es herrscht Krieg ums Geld, es herrscht Krieg um die Ressourcen der Natur, es herrscht Krieg um die Herrschaft der Völker“ (Tagespost, 30.7.2016). Die Genderideologie ist Teil des Dritten Weltkriegs!

Hubert Gindert

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