Wie sieht Versöhnung aus?

Für die Diözese Limburg wurde Dr. Georg Bätzing zum neuen Bischof geweiht. Er will, wie er sagt, eine Aussöhnung zwischen den Gegnern und Anhängern des früheren Bischofs Tebartz-van Elst erreichen. Er habe auch schon Kontakt mit Tabartz-van Elst aufgenommen. Der neue Bischof will also auf beide Seiten zugehen. Das passt zum Motto seiner bischöfliche Tätigkeit: „Führe zusammen!“
Der neue Bischof und sein Vorhaben wird von den Medien beobachtet und interpretiert. Das angestrebte Ziel des Bischofs sei nicht leicht zu erreichen. Würden sich doch, so Medien, noch viele Limburger vom früheren Bischof gekränkt fühlen. Dann wird in Medien das „Strafregister“ von Tebartz-van Elst ausgebreitet: Der, aufgrund der bischöflichen Sonderwünsche überteuerte Protzbau, der 31 Mio. gekostet habe etc. etc.. Einzelheiten, z.B. die „überteure Badewanne“ werden wohlweislich nicht mehr genannt. Denn die von Medien genannten Preise, die nach unten korrigiert werden mussten, würden doch einen peinlichen Fehler ans Tageslicht bringen. Selbstverständlich wird auch nicht nach der Verantwortung jener Gremien gefragt, die ihre Zustimmung zu den Bauvorhaben geben mussten oder erwähnt, dass der Bischof ein Projekt ausführen musste, das vor seiner Zeit beschlossen wurde.
Könnte es nicht sein, dass sich auch Sympathisanten von Bischof Tebartz-van Elst „gekränkt“ fühlen? Von ihnen wird in den Medien nicht gesprochen, z.B. von jenen, die die Hintergründe der entstandenen Baukosten und der übrigen Vorwürfe genau kennen, aber über kein mediales Sprachrohr verfügen. Es werden auch nicht jene erwähnt, die wissen, dass es noch einen anderen Grund gab, weswegen Bischof Tebartz-van Elst weggemobbt wurde, nämlich seine Korrekturen am synodalen Sonderweg der Diözese Limburg. Denn überhöhte Baukosten wären auch andernorts zu berichten gewesen, z.B. aus der Diözese Stuttgart-Rottenburg. Natürlich geht es den Medien, die zu Tebartz-van Elsts Zeiten Zwietracht gesät haben, nicht darum, zu einer Versöhnung in Limburg beizutragen. Diesen Medien geht es vielmehr darum, das früher gezeigte Bild aufzufrischen, keine objektive, allen Seiten gerecht werdende Aufarbeitung aufkommen zu lassen und dem neuen Bischof den Weg vorzugeben, den er zu beschreiten hat, wenn er die Medien auf seiner Seite haben will.
Die Arbeitsweise solcher Medien können wir aus einem Interview der Tagespost mit Peter Seewald erfahren. (15. 9. 16, S. 9) Auf die Frage – sie bezog sich auf Benedikt XVI. – „Sind das automatisierte Reflexe, auf die man sich auch weiterhin einstellen muss?“ antwortete Peter Seewald: „Der Theologe David Berger wurde von einem Redakteur einer ‚großen deutschen Tageszeitung‘ aufgefordert, zum Zeitpunkt des Erscheinens der ‚letzten Gespräche‘ seinen Unrat, den er vor Jahren über Ratzinger ausgeschüttet und damit für Aufsehen gesorgt hatte, erneut aufzutischen. Aber Berger lehnte ab… Berger schrieb mir: ‚Dass diese Medien zu Benedikt jeden Unsinn mitgemacht haben, steht auf demselben Blatt. Ich hätte damals diesen Leuten den größten Blödsinn erzählen können. Sie hätten es geglaubt, weil sie es glauben wollten‘“.
Inwischen hat David Berger öffentlich Papst Benedikt demütig um Vergebung gebeten. Das ist wohl die beste Art von Versöhnung!

Hubert Gindert

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2 Antworten auf Wie sieht Versöhnung aus?

  1. Eduard Werner sagt:

    Wenn man die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare als „Erneuerung“ ansieht, dann hat die Limburger Kirchenzeitung mit ihrer Bischofs-Kennzeichnung recht. Aber: Wo bleiben in Limburg die anatomischen Kenntnisse?

  2. Helena sagt:

    Geht Zusammenführen ohne Wahrheit?
    Die Kirchenzeitung für das Bistum Limburg, der Sonntag vom September 2016 mit Extra Ausgabe zur Bischofsweihe enthält auf Seite 63 eine Bildgalerie der Limburger Bischöfe, Titel : „Von Brand bis Bätzing“. Die verantwortlichen Redakteure der Zeitung der Sonntag und der Bildgalerie dieser Limburger Bistumszeitung der Sonntag haben auch eine Attributierung der Bischöfe vorgenommen als Bildunterschrift zum jeweiligen Bischofsbild, um die Leser entsprechend zu unterweisen.
    Hierzu ein Ausschnitt:
    Der Konservative : Antonius Hilfrich 1930 bis 1947
    Der Gütige: Ferdinand Dirichs 1948
    Der Erneuerer : Wilhelm Kempf 1949 – 1981
    Der Charismatische : Franz Kamphaus 1982 – 2007
    Der Uneinsichtige : Franz-Peter Tebartz 2008 – 2014

    War es denn nun eine charismatische Tat, wie Redakteure der Bildgalerie der Limburger Kirchenzeitung der Sonntag dem Leser als Ansicht aufnötigen wollen, die Unterschrift unter Beratungsscheine setzen zu wollen, die das Töten eines Kindes im Mutterleib straffrei ermöglichen? Das geschah Entgegen ausdrücklich anderer Positionierung und entgegen ausdrücklicher Anweisung der römisch-katholischen Kirche, nämlich 100% pro Life Anweisung von Rom und Papst Johannes Paul II. Mit diesem Konflikt wurden auch die Gläubigen im Bistum Limburg tief verletzt und gespalten. Abtreibung und Euthanasie, auch vor dem Hintergrund der NS Euthanasie, NS Tötungsanstalt Hadamar hat das Gläubige Limburger Christen sehr aufgewühlt mit dem Konflikt Kamphaus Limburg – Rom. Ältere Mitchristen haben mit uns jüngeren darüber gesprochen. Der oben erwähnte Bischof Hilfrich. früh sich öffentlich laut und deutlich äußernder Gegner des NS Regimies, protestierte gegen die Tötungsanstalt.
    Wir sehen auch heute wie wichtig 100 % Pro Life ist, wurde doch aktuell in Belgien die Euthanasie an einem Minderjährigen, einem kranken Kind vorgenommen.

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