Zum Umgang staatlicher Organe mit den Sorgen der Bürger Eine Dokumentation

Wir dokumentieren hier, wie das Bayrische Kultusministerium mit lästigen Schreiben umgeht. Es handelt sich um eine Anfrage zur Einführung der neuen Richtlinien zur sexuellen Aufklärung an staatlichen Pflichtschulen. Der Leser kann sich dann selber ein Bild darüber machen, wie das KM mit den Sorgen der Bürger umgeht.

8.4.2016

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

die sogenannte Reform der Sexualerziehung durch Minister Dr. Ludwig Spaenle gibt zur Besorgnis Anlass. Angeblich sollen „Themen wie Homo-, Bi-, Trans- oder Intersexualität im Schulunterricht vorurteilsfrei“ behandelt werden. Weil man den Lehrern die Behandlung dieser Themen nicht zumuten möchte, will man externe Berater in die Schulen holen. Was man also den Lehrern nicht zumuten möchte, das mutet man den unmündigen Kindern zu. Die Kinder sollen lernen, fragliche Rollenbilder zu hinterfragen. Hier ist zu fragen: „Welche Qualifikation besitzen diese externen Berater. Handelt es sich um Vertreter der Homo-Lobby?“ Solche Leute werden kaum die Vorzüge eines natürlichen Sexuallebens und des traditionellen Familienlebens positiv darstellen wollen. Die Richtlinien des Kultusministers sollen bereits verbindlich sein. Das ist ein Verstoß gegen Artikel 126 der Bayrischen Verfassung. Artikel 126 lautet: „Ihre Kinder zur leiblichen, geistigen und seelischen Tüchtigkeit zu erziehen… in persönlichen Erziehungsfragen gibt der Wille der Eltern Ausschlag“.

Dieses Schreiben ist unterzeichnet

von Prof. Dr. Hubert Gindert, Studiendirektor a.D. Gerhard Stumpf, Dr. Eduard Werner

Das Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer hat Ministerialrat Dr. Graf von der Bayrischen Staatskanzlei am 29.4.2016 wie folgt beantwortet:

Ministerpräsident Horst Seehofer lässt Ihnen für Ihre Zuschrift danken, in der Sie Ihre Vorbehalte gegenüber der Reform des Unterrichts für Sexualerziehung an bayrischen Schulen zum Ausdruck bringen. Damit auch das Fachressort von Ihrem Vorbringen Kenntnis erhält, haben wir Ihr Schreiben im Auftrag des Herrn Ministerpräsidenten dem Kultusministerium übermittelt und gebeten, zu Ihrer Kritik Stellung zu nehmen. Haben Sie bitte etwas Geduld bis Sie von dort weitere Nachricht erhalten.

Am 10. August (!) bequemte sich das KM, auf Veranlassung der bayerischen Staatskanzlei, zu einer Antwort auf unsere Anfrage. Die Position des KM zur „Familien- und Sexualerziehung an bayrischen Schulen“ ist demnach unverändert.  

Prof. Dr. Hubert Gindert

 

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