Was wäre, wenn Jesus sich auf dem Tempelberg und in Jerusalem „zurückgehalten“ hätte?

Die Bischöfe sind die Nachfolger der Apostel. Es ist ihre selbstverständliche Pflicht, und sollte vor allem ihr tiefstes Bedürfnis sein, sich an Christus und seinen Aposteln auszurichten; denn hätte Jesus in Jerusalem nicht das Kreuz auf sich genommen; dann hätte er auch nicht auferstehen können und wir alle wären noch in unseren Sünden, wie der heilige Paulus sagt.
Das Kreuz, das die Bischöfe auf ihrer Brust tragen ist eben das Zeichen für Jesu Opfer und seine glorreiche Auferstehung und damit für unsere Erlösung. Nun geschah es aber jüngst, dass die katholischen Spitzenvertreter unserer Teilkirche und der EKD bei ihrem gemeinsamen Besuch im Heiligen Land auf dem Tempelberg ihre Brustkreuze abnahmen den Muslimen zuliebe oder deren Aufforderung nachkamen. Darauf erhob sich eine allgemeine große Entrüstung in- und außerhalb der Christenheit, die im Internet und auch in vielen der großen Mainstreammedien ihren Widerhall fand. Siehe hierzu u.a.:
http://www.kath.net/news/57361
Auf der Inter-Seite der DBK findet sich eine Erklärung im Auftrag der Bischöfe dazu, die das Verhalten zu rechtfertigen sucht. Siehe hier (aber auch in den oben verlinkten kath.net Artikel):
http://www.dbk.de/presse/details/?presseid=3256&cHash=8440c64489a4c753bfe26f3444b0b461
Darin wird die Haltung der Delegation als „Zurückhaltung“ auf die angespannte Lage und den jüngsten Beschluss der UNESCO hingewiesen, der mit aller Ignoranz der historischen Tatsachen in plumper und dreister Geschichtsklitterung dem Tempelberg eine ausschließlich islamische Geschichte zuschreibt. Das ist ein so unerhörter Vorgang, dass man eigentlich von den Spitzen unserer Teilkirche und der EKD einen geharnischten Protest gerade in Jesrusalem erwartet hätte statt einer von der DBK ausgedrückten Unterwürfigkeit. Das ist eine wirkliche Schande!
Gerade von den Spitzenvertreter der ökumenischen Delegation hätte man doch eine Ausrichtung an den Besuchen der beiden letzten Vorgänger von Papst Franziskus erwarten dürfen, die nicht daran dachten bei ihren offiziellen Moscheebesuchen das Brustkreuz abzulegen. Eher hätten beide auf den Besuch verzichtet.
So dürfen sich auch Kardinal Marx und Herr Bedford-Strohm nicht wundern, wenn es in der Kritik ihrem Verhalten gegenüber recht derb zuging. Von feige, angepasst bis kriecherisch vor dem Islam war da die Rede. Wir fühlen uns an ein Wort des Propheten Jesaja erinnert (30,17): „Tausende werden zittern, wenn ein einziger droht, wenn nur fünf euch drohen, lauft ihr alle davon, bis das, was von euch übrig ist, aussieht wie ein Fahnenmast auf dem Gipel eines Berges, wie ein Feldzeichen auf dem Hügel.“
Der Tempelberg ist auch für uns Christen einer der heiligsten Orte, an dem Christus predigte, sein Blut in der Geißelung vergoss und vor allem den Tempel (die Kirche) von den Händlern ( den Politik treibenden Hirten) mittels einer Geißel reinigte mit dem Ausruf, dass das Haus seines (unseres) Vaters ein Gebetshaus sein soll, „ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht.“ Gerade diesen obersten Hirten hätte dieses Wort in Jerusalem in den Ohren hallen müssen. Wer das Kreuz aus „Zurückhaltung“ ablegt schämt sich dessen, der an ihm für uns gestorben ist und damit Gottes Heilswerk vollendete. Was Jesus zu einem solchen Verhalten sagte, das steht geschrieben und sollte allen Mitgliedern dieser Delegation bekannt sein.
Herr Kardinal Marx sei daran erinnert, dass sein Kardinalspurpur dafür steht, dass er für das Opfer Christi, das Kreuz, eher sein Blut vergießen sollte, statt es abzulegen einiger islamischer Imame wegen. Der Islam respektiert sehr wohl eine feste Haltung, ja er erwartet sie geradezu von den Christen.
Und so ist dann der ganze beschämende Vorgang ein Zeichen für den Zustand unserer Teilkirche und der EKD, den man hierzulande seit Jahren beklagt und den Papst Franziskus in seiner Philippika den deutschen Bischöfe bei ihrem Adlimina-Besuch in Rom schriftlich mitgegeben hat und den diese bis heute totschweigen.
Wir aber, die Gläubigen, lernen aus all diesem noch mehr dem großen König David zu folgen der „ein Mann nach Gottes Herzem“ war: „Blickt auf zu Ihm ( dem in Jerusalem Gekreuzigten) und euer Antlitz wird leuchten.“ (Psalm 34)

Michael Schneider-Flagmeyer

Foto (c) Marianne Müller

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5 Antworten auf Was wäre, wenn Jesus sich auf dem Tempelberg und in Jerusalem „zurückgehalten“ hätte?

  1. Mathias Wagener sagt:

    Erzbischof Marx und der EKD-Vorsitzende haben wohl alles bedacht, dass sich die Muslime provoziert fühlen könnten usw. Wie das gegenüber GOTT aussieht, war wohl nicht im Kalkül der Betrachtungen. Es geht immer nur um Menschen bei den ganzen Überlegungen.

  2. Dr. Bernward Löwenberg sagt:

    Michel Houellebecq lässt grüßen. Die „Unterwerfung“ hat offensichtlich begonnen, angeführt von einem Vertreter der zweithöchsten Führungsebene unserer Kirche, einem Kardinal, der auch noch der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz ist. In dem Artikel wird das zu recht gebrandmarkt. Ich gehe nicht so weit seinen Rücktritt zu verlangen. Aber wie Petrus weinte, als er ganz in der Nähe Jesus verraten hatte, sollte auch Kardinal Marx bitterlich weinen. Ein Trost für uns und ihn: auch Petrus wurde verziehen und dann einer der standhaftesten Kämpfer der Sache Christi und seiner Kirche. Vielleicht wird Kardinal Marx ja nun auch ein standhafter Kämpfer zur Verteidigung unseres Glaubens und unserer Werte gegen links-grüne Aufweichung und Zerstörung.

  3. Mathias Wagener sagt:

    Das ist sicher richtig, was hier vorgetragen wird. Das mit der „Teilkirche“ spiegelt das Verständnis der herrschenden Kirchenfunktionäre wider.

  4. Gerhard Ley sagt:

    Es soll ja sogar Theologen geben, die nicht mehr an die Gottessohnschaft von Jesus glauben und dies ungestraft lehren !
    In der Würzburger Synode 1974 hat man den katholischen Religionsunterricht amputiert, so dass man sich nicht wundern muss, dass das Glaubenswissen danach massiv geschrumpft ist!
    Und in den neu gebauten oder nach dem Konzil umgebauten Kirchen muss man den Tabernakel meist außerhalb des Chores suchen! sic!

  5. Herbert Klupp sagt:

    Die BILD-Zeitung hatte es diesmal gut beschrieben: „In Jerusalem hat Jesus das Kreuz auf sich genommen. Seine Nachfolger haben es dort abgelegt“

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