Der Rauch Satans in der Kirche (Bitte Update beachten!)

Dass der Rauch Satans in die Kirche eingedrungen sei, hat der selige Konzilspapst Paul VI schon festgestellt.
Der Teufel ist nur da interessiert, wo es sich lohnt, sagte immer einer meiner akademischen Lehrer. Und wo lohnt es sich mehr als bei der Schleifung des letzten, festen Bollwerks gegen den Geist des „Fürsten dieser Welt“, der römisch-katholischen Kirche.
„Es werden Bischöfe gegen Bischöfe und Kardinäle gegen Kardinäle stehen“, lautet eine der kirchlich anerkannten Ankündigungen der Mutter Gottes als „Frau aller Völker“ in Amsterdam von 1946-1958.
(Dazu gehörte auch, dass in Deutschland die „Weg-von-Rom-Bewegung“ sehr mächtig werde. Sie gipfelte in der Bemerkung des Kardinals Marx: „Wir sind keine Filiale Roms“.) Die Spaltung und die Polarisierung, die wir durch die Politik und die Medien in der ganzen Gesellschaft wahrnehmen, wo sie mit den härtesten und grobschlächtigsten Mitteln und einer unerträglichen verbalen Aufrüstung ausgetragen werden, beobachten wir seit Jahren auch in unserer Kirche. Es geht ein Riss durch die Welt und auch durch die Kirche, die der Säkularismus mit Erfolg bedroht und unterwandert. Die Gründe sind oft und vielfach genannt worden und das Heilmittel der „Entweltlichung“ wurde von Papst Benedikt XVI. in Freiburg vor Jahren überdeutlich genannt. Sein Nachfolger, Papst Franziskus, hat das Thema Entweltlichung weiter vertieft und wurde immer wieder sehr konkret. Zu diesen Konkretisierungen gehörte auch, dass er jedes Karrieredenken in der Kirche scharf verurteilte. Nun wimmelt es aber von Karrieristen in der Kirche und Papst Franziskus musste die bittere Erfahrung machen, dass diese sich auch in der römischen Kurie bequem eingerichtet hatten und seinen Vorgängern schon viel zu schaffen gemacht haben. Das jüngste Beispiel haben wir gerade erlebt, aber dazu ist eine Vorgeschichte nötig. Die Geister scheiden sich u.a. an der Frage des Umgangs mit den wiederverheirateten Geschiedenen. Dass es sich hier um ein sehr schwieriges Problem handelt, hatte Benedikt XVI. festgestellt, indem er von einer tiefen Wunde am Leib der Kirche sprach. Über die Heilung dieser Wunde streiten sich nun die kirchlichen „Ärzte“ und nach zwei Synoden hat der Papst in seinem großen Schreiben amoris laetitia versucht, auch hierfür eine pastorale Lösung zu finden, die aber so formuliert ist, dass beide Lager sie für sich beanspruchen und die Verwirrung leider nicht gelöst sondern vertieft wurde. Nun haben vier Kardinäle, unter ihnen die beiden deutschen Brandmüller und Meisner, dem Papst einen sehr respektvollen Brief geschrieben und ihre Bedenken ausführlich dargelegt. Als keine schnelle Antwort kam, haben sie sich entschlossen, den Brief zu veröffentlichen und haben damit in ein Wespennest gestochen. Man kann sich darüber streiten – und das geschieht auch sehr heftig – ob es klug war und loyal dem Papst gegenüber, diesen Brief den Medien zu übergeben. Das Ergebnis ist jedenfalls schrecklich. Ein Höhepunkt wurde erreicht, als der Chef der römischen Rota, Mons. Vito Pinto, in einem Vortrag an einer spanischen Universität quasi den möglichen Rauswurf der vier Kardinäle aus dem heiligen Kollegium ankündigte und – wenn man den Presseberichten glauben darf – sich dazu verstieg zu erklären, dazu brauche man nicht den Papst, das könne auch er beschließen und vollbringen. Siehe hierzu:
http://www.kath.net/news/57654
http://infocatolica.com/?t=noticia&cod=27894
Und hier sind wir doch zur Vorsicht gerufen, was wieder einmal Presseberichte (auch „kirchliche“, kath.net ausgeschlossen, da sie sich auf Presseberichte hier berufen müssen) anbelangt. Es erscheint mir doch nahezu undenkbar, dass der Leiter des zweithöchsten Gerichts des Heiligen Stuhls so unbeschreiblich dumm und sich selbst überschätzend sein kann, dass er sich über dem päpstlichen Konsistorium stehend glaubt und vier hoch verdiente Kirchenfürsten aus dem Kardinalskollegium werfen kann. Sollte er das aber wirklich gesagt haben, dann würde das ein schlagartiges Licht auf die Zustände in der Kurie und die Karrieristen in ihr sein. Wenn man die Predigten und Schriften von Papst Franziskus wirklich gelesen hat, dann kann man sich eine Rückendeckung von Mons. Pinto für solche angeblich gemachten Äußerungen durch den Papst nicht vorstellen und ein solcher Mann gehörte aus der Kurie entfernt.
Laut kath.net hat der Mons. Pinto angekündigt, dass er Papst Franziskus unterstützen werde, damit auch wiederverheiratete Geschiedene die Hl. Eucharistie empfangen können. Da hätte er den Papst allerdings sehr gründlich missverstanden; denn das hat Papst Franziskus so nicht gesagt.
Aber es kommt noch schlimmer. Von traditionalistischer Seite wurde nun die ganz große Keule ausgepackt. Siehe hier:
http://voxcantor.blogspot.de/2016/11/bergoglian-dean-pinto-four-cardinals.html.

Ist hier nicht greifbar und für jeden Christen, der ein geistliches Leben führt, erkennbar, dass hier der Diabolos, der Verwirrer und Spalter am Werk ist?
Lassen wir uns nicht verführen sondern fest stehen zur Kirche und ihrem Herrn und Haupt, dem  Erlöser und Bräutigam unserer Seelen und mit einem Gebetssturm die Hilfe des Heiligen Geistes und seiner ewigen Braut Maria, der Muttergottes und aller heiligen Apostel anrufen für den Papst und alle seine Mitarbeiter in Rom und auf dem ganzen Erdkreis, damit der Aufruf Christi an seine Jünger (Mk 9,50b) in allen Seelen lebendig wird:
„Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander.“
Nur so kann der Rauch Satans, der sich in allen Räumen der Kirche ausbreitet, aus diesen wieder vertrieben werden; denn die Muttergottes hat in Amsterdam immer wieder gesagt: „Fürchtet euch nicht! Diese Zeit ist UNSERE Zeit (die Zeit des Himmels).“
„Laßt uns auf Christus schauen den Urheber und Vollender unseres Glaubens“ (Hebräerbrief), uns nicht verwirren lassen, das Kreuz auf uns nehmen und es nicht in Jerusalem auf dem Tempelberg oder sonstwo ablegen, sondern durch unser ganzes Leben in Treue tragen, bis unser Erlöser uns heimruft.

Michael Schneider-Flagmeyer

Meinen oben gemachten Vorbehalt für solche Pressemeldungen wie hier aus Spanien hat sich inzwischen bestätigt. Leider ist damit das Grundproblem, der Rauch Satans in der Kirche, nicht beseitigt. Wir übernehmen hier das UPDATE von kath.net. Dort bemüht man sich um objektive Berichterstattung.

„Mit Datum vom 30.11.2016 veröffentlichte das spanische Internetmagazin „Religión confidential“, von der die ursprüngliche Notiz über die Aussagen Pintos stammte, eine Korrektur. Mit der Aussage, dass die vier Kardinäle ihr Kardinalat verlieren könnten, hätten sie Pinto versehentlich unkorrekt zitiert. Pinto habe vielmehr darauf hingewiesen, dass Franziskus nicht zu jener Sorte Päpste aus anderen Zeiten gehöre, der weitergehende Maßnahmen ergreifen würde, der Papst werde den Kardinälen ihr Kardinalat nicht entziehen. Siehe Link zur Originalmeldung: Rectificación“

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Eine Antwort auf Der Rauch Satans in der Kirche (Bitte Update beachten!)

  1. Ulrich S. sagt:

    Zum Update.
    Das ist keine versehentlich unkorrekte Aussage. Das ist entweder eine unglaubliche Schlamperei (was ich nicht glaube) oder die gewohnte Manier zahlloser Medien, den Skandal zu suchen. Und wenn keiner da ist; dann muss der gemacht werden.
    Dem Grundthema des Rauchs Satans in der Kirche und seiner Ausbreitung muss man zustimmen.

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