„Das ist der Wille Gottes: Eure Heiligung!“ (1, Tess, 4, 3).

Dass Glaube und Kirchlichkeit in Westeuropa und in Deutschland nicht blühend dastehen, ist keine aufregende Neuigkeit. Ein deutscher Bischof sieht eine wesentliche Ursache dafür darin, dass die Christen Christus nicht mehr kennen. Diese Christen hören, wenn sie überhaupt kommen, in Predigt und Katechese ein weichgespültes Evangelium, in dem alle Sätze, die die Zuhörer stören oder beunruhigen könnten, eliminiert sind. Ähnlich ist es mit dem Religionsunterricht. Die Jugendlichen, die in dieser Zeit ihre Lebensentscheidungen treffen, empfinden Religion und Kirche zumeist als gähnend langweilig. Die authentische Botschaft Christi kennen sie gar nicht.
An Allerheiligen hat die Kirche der großen Schar jener Christen gedacht, die die Person Christi und sein Wort zum Kompass für ihr Leben genommen haben. Wer sich einmal die Mühe macht, das Leben eines Heiligen unter die Lupe zu nehmen, sieht, dass ihr Leben der Fahrt in einer Nussschale auf dem Ozean gleicht. Man kann eine solche Fahrt nur im festen Vertrauen auf den, für den man unterwegs ist, wagen. Das kann jeder nachvollziehen, der sich z.B. bei Paulus oder bei Mutter Teresa von Kalkutta umsieht.
Als Paulus bei Damaskus die Komfort-Zone eines angehenden Rabbiners verlassen hatte, wurde er gewahr, wie es dem ergehen kann, der sich Christus ausliefert. Im Zweiten Korintherbrief (11, 23 – 28) spricht er darüber. Er berichtet von seinen Mühsalen, von Gefängnissen, Todesgefahren, Auspeitschung, Schiffbruch, von den Gefahren durch reißende Flüsse, den Gefahren durch Räuber und durch die eigenen Volksgenossen und die falschen Brüder, von Hunger und Durst. Langweilig war sein Leben nicht. Auch Mutter Teresa hätte ein ruhiges Leben als Lehrerin einer renommierten Schule in Indien bis zu ihrer Pensionierung führen können, wenn sie nicht in den Gesichtern der Ärmsten Christus erkannt hätte.
Das Zweite Vatikanische Konzil spricht in der dogmatischen Konstitution „Christus, Licht der Völker“ im fünften Kapitel von der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit. Diese aufregende Botschaft wird durch das Wort des Apostels Paulus unterstrichen: „Das ist der Wille Gottes: Eure Heiligung!“ (1, Tess, 4, 3).
Nun ist das Leben eines Christen, der sich auf seine Berufung einlässt und dem Herrn nachfolgt, keine vorgefertigte Uniform. Die Lebensaufgabe ist für jeden maßgeschneidert. Auf die Frage „wie viele Wege es zu Gott gibt“, antwortete Kardinal Ratzinger einmal „so viele wie es Menschen gibt“.
Vor Silvester fassen viele Menschen auch heute noch gute Vorsätze für das nächste Jahr. Meist kreisen sie um die eigene Person und häufig überleben sie kaum den Jahresanfang. Auch beim Blick auf die Ereignisse des Kalenders 2017 steht schon vieles fest: Die üblichen Termine, die freien Tage, wozu auch Weihnachten, Ostern und Pfingsten gehören, der vorgebuchte Jahresurlaub, etc.. Alles wenig aufregend. Das Jahresende könnte aber auch Anlass sein, einmal über die eigene Lebensaufgabe nachzudenken und evtl. die zweite oder dritte Chance wahrzunehmen, die Gott uns gibt, und hellhörig das Wort aufgreifen, das Philippus an Nathanael richtete (Joh. 1,46): „Komm und sieh!“
Wir wünschen Ihnen
ein gesundes und
glückliches Jahr 2017
Ihr Hubert Gindert im Namen der Fels-Redaktion, Der Internet-Redaktion und der Facebook-Redaktion des Forums Deutscher Katholiken.

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