Gute Nachrichten – Dank an Bischöfe

Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) hat auf der Schluss-Vesper der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda am 22. September 2016 geäußert: „Mit Selbstbewusstsein kann Paulus sagen: ‚Wir sind Christi Wohlgeruch für Gott unter denen, die gerettet werden‘ (2 Kor. 2,15). Liebe Schwestern und Brüder, trauen wir uns doch ein wenig mehr, diesen – Christi – Wohlgeruch zu verbreiten. Vielleicht müssen wir dabei manche Formen der Anbiederung fallen lassen, mit denen wir eigentlich nur Bewährtes erhalten wollen“. (Tagespost, 24.9.2016)
Einige Bischöfe trauen sich etwas, was wiederum den Gläubigen Mut macht. Fünf Bischöfe, nämlich Erzbischof Koch (Berlin), Bischof Voderholzer (Regensburg), die Weihbischöfe Laun (Salzburg), Schwaderlapp (Köln) und Wörner (Augsburg) nahmen dieses Jahr am Marsch für das Leben teil.
Der öffentliche Einsatz für das Leben in Form friedlicher Demos ist sicher zuerst (!) Aufgabe der Laien, konkreter der in katholischen Laienverbänden oder im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) organisierten. Von diesen ist aber nach bisherigen Erfahrungen wenig zu erwarten. Im Gegenteil: „Donum Vitae“ jene Institution, die den sogenannten Beratungsschein ausstellt, der ungeborene Kinder ans Messer liefert, wurde von ZdK-Mitgliedern gegründet. Das ZdK setzt sich vehement dafür ein, dass „Donum Vitae“ als kirchliche Beratungsinstitution anerkannt wird. Am 21. Oktober hat Thomas Dörflinger, Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes (Mitglied des ZdK), CDU MdB in einem „Memorandum zum Lebensschutz“ die „Rückkehr der Kirche in das Beratungssystem nach §219 StGB“ gefordert (Tagespost 27.10.16). Im Klartext heißt das, die katholischen kirchlichen Beratungsstellen sollten künftig wieder den „Beratungsschein“ ausgeben. Die geistige Verwirrung könnte kaum größer sein! Nebenbei, fast jede Abtreibung, die nach geltendem Recht erfolgt, wird von den Krankenkassen bezahlt, denen das betreffende Bundesland anschließend die Kosten erstattet. Da Abtreibung nach wie vor eine „rechtswidrige Handlung“ darstellt, ist das ein Missbrauch von Steuermitteln. In der Summe sind das rund 40 Mio. Euro pro Jahr.
Katholiken sind mutigen Bischöfen weiter zu Dank verpflichtet. Denn in der EU laufen immer neue Versuche, den Ehe- und Familienbegriff einzuplanieren bzw. auszuhöhlen. Ziel ist, alle Formen menschlichen Zusammenlebens einer Ehe gleichzustellen. Eine EU-weite Unterschrifteninitiative „Vater, Mutter, Kind“, will nun erreichen, dass in der EU folgender Ehe- und Familienbegriff festgeschrieben wird: „Ehe ist der Lebensbund zwischen einem Mann und einer Frau, und die Familie gründet sich auf Ehe bzw. Abstammung.“ Diese EU-Petition wird inzwischen von einigen Diözesanbischöfen in öffentlichen Stellungnahmen unterstützt, nämlich von Gregor Maria Hanke, Eichstätt („Ich hoffe, dass viele Gläubige diese wichtige europäische Initiative unterstützen“). Von Rudolf Voderholzer, Regensburg; von Heinz-Josef Algermissen, Fulda (Er hofft, dass viele Gläubige die Europäische Bürgerinitiative unterstützen, damit in Europa eine einheitliche Definition von Ehe und Familie erreicht werden kann“), von Stefan Oster, Passau. Die gleichen Bischöfe haben sich bereits früher deutlich gegen die Gender-Ideologie ausgesprochen. Die genannten Bischöfe geben den Gläubigen ein Zeichen der Orientierung. In einer Zeit, in der Müdigkeit, Resignation und Gleichgültigkeit um sich greifen, können solche Stimmen gar nicht hoch genug eingeschätzt werden!

Hubert Gindert

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3 Antworten auf Gute Nachrichten – Dank an Bischöfe

  1. Gerhard Neubert sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    warum wurde zur genannten Petition kein Link beim Artikel angeheftet?
    MfG

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