Gab es wirklich eine Apostelin?

In der neuen Bibelübersetzung wollen Bibelwissenschaftler plötzlich eine Apostelin entdeckt haben. Bisher konnte man im Brief des Apostels Paulus an die Römer lesen, dass er Andronikus und Junias grüßt. Jetzt grüßt er aber Andronikus und Junia. Warum das? Bei Junias fürchtete man offenbar, dass diese Person ja auch ein Mann sein könnte. Schließlich gibt es ja auch einen Mann namens Aeneas, den legendären Stammvater der Römer. Damit der bisherige Junias ganz unzweifelhaft eine Frau wird, ändert man seinen Namen und streicht das Endungs „s“ weg. Darf man das? Vielleicht, wenn die aktuelle Theologie plötzlich eine Apostelin braucht. Überdies gibt es im Lateinischen und Griechischen viele männliche Namen die auf –a- enden: Sulla, Catilina, Caligula waren zweifellos männliche Heerführer. Und selbst wenn Junias wirklich eine Frau war, darf man dann fragen, ob daraus folgt, dass sie auch eine „Apostelin“ war? Jetzt ist ja auch nicht jede Krankenhaus-Seelsorgshelferin ein geweihter Priester. Wenn der Junias tatsächlich eine Junia gewesen sein sollte, könnte sie ja auch damals schon eine Seelsorgshelferin gewesen sein. Aber mit dieser Erklärung ließe sich das Frauenpriestertum nicht begründen. Also muss der Name geändert werden und das Apostel-Amt noch zusätzlich zugeteilt werden. Die aktuelle Theologie macht‘s möglich und nötig.

Eduard Werner

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3 Antworten auf Gab es wirklich eine Apostelin?

  1. Gerd Schütz sagt:

    „Ein Apostel zu sein ist etwas Großes. Aber berühmt unter den Aposteln – bedenke, welch großes Lob das ist. Wie groß muß die Weisheit dieser Frau gewesen sein, daß sie für den Titel Apostel würdig befunden wurde.“ Johannes Chrysostomos: zitiert in: Wilhelm Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen. In deutscher Übersetzung. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, Band 2, S. 10 Kommentar zum Briefe des hl. Paulus an die Römer (In epistula ad Romanos commentarius) 32. Homelie, Kap. XVI, V. 5–16.

  2. Gerd Schütz sagt:

    Nunja, wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich derartige Kommentare ersparen! Der männliche Name ist im Gegensatz zum weiblichen in der Antike nicht belegt, so einfach ist das. Die Kirchenväter haben noch richtig mit Junia übersetzt, erst als man die Frauen aus den Ämtern drängen wollte hat man die Geschlechtsumwandlung vorgenommen. Es ist also genau anders herum als unser Herr Werner vermutet 😉

    • Ulrich S. sagt:

      Selbst wenn Sie, Herr Schütz, Recht hätten ( Beleg dafür fehlt!), dann bliebe immer noch der 2. Teil des Kommentars und der ist nicht zu widerlegen.

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