Hundert Jahre Fatima – Was wird aus der Botschaft?

Kein Jahr in unserem Leben ist ohne seine besondere Bedeutung, ob es scheinbar ruhig dahinfließt oder von aufrüttelnden Ereignissen geprägt ist. Das gilt auch für die Gesellschaft insgesamt. „Das Kommen des von den Propheten angekündigten Messias ist das in qualitativer Hinsicht wichtigste Ereignis der gesamten Geschichte, der es ihren letzten und vollen Sinn verleiht.“ (Informationen aus Kirche und Welt, Nr.01, Januar 2017)
Wer auf den Verlauf der Zeiten schaut, hat den Eindruck, dass aus dem Strom der Ereignisse solche mit einer langen Nachwirkung herausragen – im Guten, wie im Bösen.
Die „Reformation“ durch Martin Luther, der in diesem Jahr gedacht wird, erinnert an Kriege, Verwüstungen, Spaltung – auch quer durch die Familien. Eine Nachwirkung: Grund zur Besinnung, aber sicher nicht zum Feiern.
Das Jahr 2017 erinnert auch an Fatima und die Erscheinungen der Gottesmutter vor 100 Jahren mit der Botschaft zur Umkehr, Buße und Sühne. Für Hunderttausende in Portugal waren sie der Anstoß zur Bekehrung. Dem Land brachten sie die Freiheit von der atheistischen Freimaurerherrschaft.
Das Jahr 1917 brachte aber auch die kommunistische Machtergreifung in Russland, die mit Blick auf China und Nordkorea immer noch nicht überwunden ist.
Es gibt ein weiteres Ereignis aus diesem Jahr, das nachwirkt: Der Eintritt der USA in 1.Weltkrieg, der Europa seinen Vorrang und seine Weltgeltung gekostet hat.
Westeuropa hat nach dem 2.Weltkrieg unter der Ägide von Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alcide de Gasperi noch einmal alle Kräfte für einen Neuanfang auf christlicher Basis gebündelt. Quantitativ ist dieses Europa, vor allem nach dem Fall der Berliner Mauer, gewaltig gewachsen. Das Fundament, das die großen Europäer der Nachkriegszeit gelegt haben, ist inzwischen kein trittfester Boden mehr. Es gleicht eher einer Geröllhalde. Die leeren christlichen Kirchen, neben denen Moscheen aus dem Boden sprießen, unterstreichen den seelischen und religiösen Bankrott.
Diese Gesellschaft kann sich aus eigener Kraft nicht befreien. Die Ansage einer moralischen Erneuerung durch Helmut Kohl verpuffte ebenso wie die „Hauruck“-Rede des Bundespräsidenten Roman Herzog am 26. April 1997. Auf seinen eindringlichen Appel: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen mitmachen“ herrschte im Vortragssaal danach, so die Presse, „eisiges Schweigen“.
Unser Blick richtet sich auf Fatima. Nach vorn? Wird das eintreten, was als Aussage von Schwester Lucia berichtet wird: „Deutschland wird in den Schafstall Christi zurückkehren?“ Nun ist Deutschland nicht der Nabel der Welt. Es hat jedoch, wie uns Siegfried Ernst, der unvergessene Kämpfer für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder, einmal nahegebracht hat, nicht zufällig eine zentrale geografische Lage im Herzen Europas, die nach allen Seiten ausstrahlt. Entscheidend wird für 2017 und die Jahre danach sein, ob die Botschaft der Gottesmutter vom 1917 im Jahr 2017 aufgegriffen wird.

Hubert Gindert

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