Fatima 1917 – 2017 mehr als ein Jubiläumsjahr?

Bei dem Wort „Fatima“ denkt ein Katholik heutzutage an einen Ort in Portugal, an dem 1917 vom 13. Mai bis 13. Oktober die Gottesmutter den Kindern Lucia, Jacinta und Francesco erschienen ist. Das hundertjährige Jubiläum dieser Erscheinungen, das wir in diesem Jahr begehen, lenkt unseren Blick auf die Berichte und Dokumentationen über diese Erscheinungen. Die authentischen Erinnerungen der Schwester Lucia wurden veröffentlicht unter dem Titel „Schwester Lucia spricht über Fatima“. Es gilt das Wort von Cardinal Cerejeiva, Patriarch von Lissabon: „Nicht die Kirche hat Fatima in der Welt durchgesetzt, sondern es ist Fatima selbst, das sich der Welt eingeprägt hat.“
Aber ebenso kann man den Mut des portugiesischen Volkes erkennen, das auch bei unfreundlicher Witterung und trotz des Verbots von religiösen Veranstaltungen im Freien aufgrund des Gesetzes über die Trennung von Staat und Kirche zu Hunderttausenden an den Erscheinungstagen im Jahr 1917 an den Wallfahrten teilnahm und so das staatliche Verbot wirkungslos machte.
Der Historiker und Publizist Michael Hesemann sagt:
„Doch nicht nur als Jubiläumsjahr war 1917 ein Schlüsseljahr. Es erwies sich auch welthistorisch als Wendejahr, und zwar in dreierlei Hinsicht: Der Kriegseintritt der USA am 6. April 1917 ließ den 1914 ausgebrochenen Konflikt tatsächlich zum ersten Weltkrieg werden. Als Jahr der kommunistischen Oktoberrevolution entschied es das Schicksal Europas für die nächsten 72 Jahre, als Schlüsseljahr für die Neuordnung des Nahen Ostens reichen seine Auswirkungen bis weit über die Gegenwart hinaus: Am 2. November 1917 hatte Großbritannien mit der Balfour-Deklaration die Gründung eines jüdischen Staates in Palästina beschlossen, am 9. Dezember 1917 fiel Jerusalem an die Briten – es wurde kampflos durch den deutschen General von Falkenhayn übergeben, der ein Blutvergießen an den heiligen Stätten ausdrücklich vermeiden wollte.“
Die Frage heute ist, ob auch 2017 zu einem Wendejahr werden wird? In Portugal haben sich durch die Erscheinungen viele Menschen bekehrt und sich wieder Gott zugewandt. Von Schwester Lucia wird aus dem Jahr 1940 das Wort überliefert: „Deutschland wird noch in den Schafstall des Herrn zurückkehren; … und die Herzen Jesu und Maria werden dann mit Glanz herrschen.“ (Kirche heute 1/2017)
2017 stehen in Europa entscheidende politische Weichenstellungan an, z.B. Wahlen in Frankreich, Deutschland, evtl. auch in Italien und Spanien möglicherweise mit weitreichenden Entscheidungen gegenüber einer islamischen Überfremdung. Da sind auch die Christen herausgefordert. Man braucht keine künstliche Verbindung mit Fatima zu konstruieren. Sie ist gegeben. „Der Inhalt der Botschaft“ von Fatima, so Johannes Stöhr, „war in keiner Weise ein schönes Bild von Wohlstand und Wellness, sondern die Ansage eines geistlichen Kampfes“1. Kardinal Angelo Sodano erinnerte 2000 daran mit den Worten: „Die Vision von Fatima betrifft besonders den Kampf der atheistischen Systeme gegen die Kirche und die Christen1 …“ Die Christen sind auch im Jahr 2017 zum geistlichen Kampf aufgefordert, wie das Schwester Lucia in einem Interview mit Kardinal Vidal zum Ausdruck bringt: „Jesus hat gesagt, dass das Reich Gottes eine Armee im Kampfe ist, und die Kämpfer sind es, die gewinnen“1.
Die Erscheinungen von 1917 in Fatima sind kein punktuelles auf Portugal abgestelltes Ereignis. Michael Hesemann wird sie in den nächsten Felsausgaben in den historischen und weltweiten Zusammenhang stellen.

1Johannes Stöhr: „ Wir müssen kämpfen“ Kirche heute 12/2016,S. 26/27.

Eduard Werner

Bild des Sonnenwunders: Archiv

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Eine Antwort auf Fatima 1917 – 2017 mehr als ein Jubiläumsjahr?

  1. Was ist „Fatima“?

    Zunächst ein Ort wie jeder andere auf der Welt. Seit der Anerkennung der Muttergottes-Erscheinungen und der von Ihr gegebenen himmlischen Botschaften durch die Kirche ein vor allen anderen Orten der Welt herausgehobener Ort der Sühne, der Busse, der Bekehrung, der Stille; ein Wallfahrtsort. Wer dorthin pilgert ist bereit, die Grundaussagen der Botschaft von Fatima in sich aufzunehmen. Als Ausflugsziel ist Fatima nicht geeignet.
    Dann aber ist Fatima nicht mehr nur ein Ort! Sondern mehr! „Fatima“ bezeichnet dann eine Prophetie! Joseph Kard. Ratzinger: „Fatima ist die prophetischste aller Botschaften!“
    „So ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt all das, wozu ich es ausgesandt habe.“(Jes 55,11)
    Diese Worte des Propheten umschreiben Echtheit und Wirkung einer Prophetie, die von Gott kommt!
    Die „Prophetie Fatima“ hat 1917 ihren Weg für Menschheit und Kirche begonnen und strebt unbeirrt ihrem gottgewollten Ziel entgegen! Kein Mensch, kein Ereignis kann ihren Lauf aufhalten bis zu ihrer Vollendung!
    Das ist “Fatima” in seiner ganzen Fülle!

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