Die gegebenen Chancen nutzen

Nach repräsentativen Umfragen ist eine Bundesregierung ohne CDU/CSU und ohne Angela Merkel als Bundeskanzlerin zu einer realistischen Möglichkeit geworden. Da alle Bundestagsparteien eine Koalition mit der AFD ausschließen, und eine Alleinregierung von CDU u. CSU unwahrscheinlich ist, bleiben folgende Alternativen.
• Eine Koalition von CDU/CSU mit den Grünen. Das wäre der Ausverkauf der letzten christlichen Positionen in einer solchen Regierung.
• Eine Koalition von CDU/CSU mit der SPD. Das wäre die Fortsetzung der großen Koalition mit der bisherigen Politik des allmählichen Verdunstens christlicher Wertvorstellungen, aber keine Besinnung auf das „C“ in der Union.
• Eine Bundesregierung ohne CDU/CSU in Form einer Ampelkoalition von SPD, Grüne, Linke und evtl. FDP.
Ob sich die Union in der Opposition dann wieder auf ihr „C“ besinnen würde, ist äußerst unsicher. Die Erfahrungen, insbesondere in Italien, aber auch in Frankreich mit der christlich orientierten MRP zeigen das.
Das Wahlergebnis der Union wird auch davon abhängen, ob sie enttäuschte christlich-orientierte Wähler zurückgewinnen kann. Die Devise „denen bleibt ja nichts anderes übrig, als uns zu wählen“ funktioniert nicht mehr. Auch allgemeine schwammige Aussagen, mit denen bisherige Wähler ruhiggestellt wurden, werden nicht mehr ausreichen, um Wähler, die auf ein christliches Regierungsprogramm Wert legen, für Merkel an die Wahlurne zu bringen. Wenn diese Frau Merkel eine Chance geben wollen, sollten sie die Bundeskanzlerin mit klaren Forderungen und Fragen konfrontieren, die ihnen wichtig sind. Die Antworten wären dann eine Voraussetzung, um eine Gewissensentscheidung für eine Partei oder für eine Wahlenthaltung zu treffen.

Hubert Gindert

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Die gegebenen Chancen nutzen

  1. Johannes Friedrich sagt:

    Eine Wahlenthaltung, wie im letzten Satz genannt, ist nicht nötig, denn wir haben eine Alternative. Die AfD tritt ein für den Schutz des menschlichen Lebens, von der Zeugung bis zum natürlichen Tod, ist für den Schutz der Familie, wendet sich gegen die Gender-Ideologie und gehört zu den wenigen, welche die Gefahren durch den Islam sehen.
    Die ständige Hetze gegen diese Partei,an der sich leider auch Bischöfe beteiligen, kann ich nicht nachvollziehen.

  2. Johannes sagt:

    Das eigentliche Problem liegt doch darin, dass es zu wenige im Vollsinn „christlich-orientierte“ Wähler gibt. Wenn man z. B. die diversen Äußerungen der EKD zu Fragen von Abtreibung, Homosexualität, Familie, Gender etc. liest, fragt man sich, was daran noch christlich sein soll. Und leider scheint sich die katholische Kirche auch langsam aber sicher in Richtung einer „Patchwork-Religion“ zu entwickeln.

  3. Mathias Wagener sagt:

    Das sehen Sie völlig richtig. Die Einsichtsfähigkeit der Kanzlerin in ihre eigenen Fehler ist gleich null. Als ehemaligem Kommunalpolitiker der CDU ist diese Partei schon deslängeren nicht mehr wählbar. Die Gründe würden hier den Rahmen sprengen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*