O Welt, sieh hier Dein Leben

O Welt, sieh hier Dein Leben
am Stamm des Kreuzes schweben.
Dein Heil sinkt in den Tod!
Der große Fürst der Ehren
lässt willig sich beschweren
mit Schlägen Hohn und großem Spott.

Wer hat Dich so geschlagen,
mein Heil und Dich mit Plagen
so übel zu gericht’t?
Du bist ja nicht ein Sünder,
wie wir und unsere Kinder,
von Übeltaten weißt Du nicht.

Ich, ich und meine Sünden,
die sich wie Körnlein finden
des Sandes an dem Meer,
die haben Dir erreget
das Elend, das Dich schläget
und das betrübte Marterheer.

Dein Seufzen und Dein Stöhnen
und die viel tausend Tränen,
die Dir geflossen zu,
die sollen mich am Ende
in Deinen Schoß und Hände
begleiten zu der ewgen Ruh.
(Paul Gerhardt)

Foto: Marianne Müller

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