Ehe und Familie – Garant der Gesellschaft

Gott ist die Liebe. Liebe ist Eintracht und Ordnung, von Anfang an tragender Grund und schützende Lebensdynamik der Schöpfung. „Gott schuf den Menschen nach Seinem Bilde. Als Mann und Frau schuf Er sie.“ (Gen 1,27) Gleichklang und Verschiedenheit ihrer geschlechtsspezifischen Sexualität ermöglichen Mann und Frau wechselseitig geistige, psychische und physische Ergänzung sowie Einswerdung. Dies ist ein Geschenk des Schöpfers von Himmel und Erde. Alle harmonisierende Kraft entströmt Seiner Liebe. Gottes Schöpfungssinn bestimmte die zweigeschlechtliche Zuordnung und Ergänzung zwischen Mann und Frau als für deren Wesen unerlässlich. Dies wird heute oft als fortschrittshemmende Vorstellung einer „überkommenen Rollenfestschreibung“ abgelehnt. Vielmehr, so sagt man, sei es höchste Zeit umzudenken und sich zu „emanzipieren“. Tatsächlich aber kann nach dem Schöpfungsplan Gottes das Glück von Mann und Frau nur in der Sinnerfüllung ihres ehelichen Bundes liegen.
Doch gerade dies stößt im heutigen „Kampf der Geschlechter‘ auf Empörung. Stattdessen arbeitet eine gezielt geplante und bewährte Zersetzungstaktik gegen die Kernsubstanz einer gesunden Familie. Wer „modern“ sein will, schwimmt auf der als „wissenschaftlich getarnten „Aufklärungswelle“ mit. Zunächst wird die menschliche Sexualität ihres von Gott integrierten Sinnes entleert. Dabei aber wird die wahre Liebe zum Spaß orientierten Selbstzweck sexueller Lustbefriedigung umfunktioniert. Man tut, was man will, ohne die eheliche Liebe mit der Liebe Gottes zu fundieren und zu schützen.
Eine solche „vordergründige Denk-Strategie“ macht die wahre Liebe zur „Ware“ Liebe. Dabei bedient sie sich nicht selten subtiler bis perverser Infiltrationsmöglichkeiten wie sukzessiver Entschämung und mediengesteuerter Egoismen, deren Intention es ist, auch im „außerehelich sexuellen Benützen“ Spaß und Abwechslung zu finden.
Wo aber bleibt die Familie mit Kindern? Wir erleben heute immer häufiger: Eine versteckte ideologische Gehirnwäsche forciert eine Rebellion gegen Gottes Schöpfungsordnung. Familie scheint bei diesem Vorhaben zu stören. Aber gerade eine intakte gute Familie bildet Räume gesunder und lebendiger Entfaltung für die Verwirklichung echter Liebe und Geborgenheit zwischen Mann und Frau, jedoch auch zwischen Eltern und Kindern sowie Kindern untereinander.
Sinn und Wirkkraft der intakten Familie zu deformieren, erleichtert heute immer mehr eine „emanzipatorisch“ deklarierte Gleichmacherei der Geschlechter für sexistisch-ideologisches Denken. Auf diese Weise wird nebenbei und untergründig auch die Zerstörung des christlich-katholischen Glaubens erhofft. Man bedient sich dabei der Abtötung des Gewissens und des Sündenbewusstseins. Zweifellos demaskieren sich dabei Kräfte des Bösen, mit denen schon immer versucht wurde, den Menschen in seiner Hybris anzustacheln, zum Ungehorsam gegen Gott zu verführen: Dabei werden Menschen instrumentalisiert, sich mit einem falschen Freiheitswahn in Feindschaft zu ihrem Schöpfer zu bringen.
Mit Entschämung, Enthemmung und Tabu-Bruch menschlicher Sexualität geht zunehmend ein soziologisch begründetes Selbstverständnis einher, dass zunächst unerwünschte Kinder fast immer zu „verhütende“ und zu „entsorgende“ Störfaktoren sein dürfen. Sollte es innerhalb einer von vielen Prämissen abhängig gemachten Lebensplanung zum sogenannten „Wunschkind“ kommen, dann hat man mit einem Mal „seine Ansprüche“:„Produktion“ und „Selektion“ kleinster Menschenkinder beginnen nicht selten mit rein wissenschaftlichen Techniken. „Vater“ und „Mutter“ müssen sich nicht einmal mehr kennen, wenn man heute ein Kind haben („machen“) will. Aber wo ist die Liebe geblieben?
Angesichts einer zunehmend stickiger werdenden „Verwirrung in der wissenschaftlichen Anthropologie“ drängt die Zeit, Mann und Frau in Kirche und Welt mit Hilfe existenzieller Klarstellung die Schöpfungsordnung Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Denkens zu stellen, sie zu präzisieren und uns unmissverständlich vor den verschiedenen „Modellen“ heutiger Zerstörungstendenzen und Pervertierungen zu warnen.
Auf Missachtung der Naturgesetze Gottes folgte schon immer Verderben. Sehen wir die seit geraumer Zeit sich ausbreitenden Verzerrungen des männlichen und weiblichen Selbstverständnisses an, den Lebensstil voller Verstöße gegen die sexuelle Schöpfungsordnung und die rücksichtslos-egoistische „Gegnerschaft“ von Frau und Mann beim emanzipatorischen Karrierekampf sowie bei eskalierender Hysterie in der Durchsetzung eigener Ziele. Das alles geht auf Kosten von Gesundheit und Lebensglück. Vor allem aber wird die Freude und Lebenskraft unserer Kinder dezimiert. Wie Blumen die Sonne, so benötigen Kinder das Aufwachsen in der „Nestwärme“ und im Urvertrauen, die ihnen Liebe, Geborgenheit und existenzielle Sicherheit schenken. Nach Gottes Schöpfungsplan soll die Familie diese Aufgabe erfüllen – Sie ist das Zuhause der Herzen und die notwendige Grundausstattung für das Leben.
In unserem Lebensumfeld und in psychotherapeutischer Praxis lässt sich das bedrohliche Potenzial der Missachtung dieses Auftrags von Gottes Schöpfung für die Familie bereits deutlich erkennen: Menschen erkranken an erdrückenden Schuldkomplexen. Sie leiden an Entschämung, Selbstverachtung, Verlassenheit, Depressionen, Selbstvorwürfen, schwerem Geborgenheitsverlust, zerbrochenem Vertrauen, dauerhaften Verhaltensstörungen und existenziellem Sinnverlust. Man kennt auch dadurch zustande gekommene Ausweglosigkeit und Kurzschluss-Handlungen in Form von Mord, Totschlag und Suizid.
Was unter „sexueller Selbstbestimmung“ als „befreiend“ gilt und angeblich einem neuen Menschenbild entsprechen soll, sind in Wirklichkeit schwarze Schatten der Zerstörung, bittere Tränen, Demütigungen, sich ungeliebt und entwurzelt fühlen, Verlassensein, tiefe Enttäuschungen … Millionen Kinder haben die Folgen eines Verhaltens der Elterngeneration zu tragen, die sich anmaßt, Gottes Schöpfungsordnung ignorieren und die von Gottes Liebe gewollte ergänzende Gemeinsamkeit von Mann und Frau in egozentrischer Überheblichkeit und nach eigener Lebensvorstellung auslegen zu können.
Nur allzu leicht lassen wir uns in ein Chaos des Gegeneinanders der Geschlechter „hinein-provozieren“. Wir sollten aufwachen: Es sind biblisch wohlbekannte Anstachelungen, die dabei in Szene gesetzt werden: Stolz, Egozentrik, Macht, Neid, Ungehorsam … Eine ebenso heimtückische wie überhebliche Kampfansage an Gott eroberte bereits weite Teile des gesellschaftlichen Lebens. Die „Schlange“ schnellt immer unverhohlener vor und weiß, dass sie vor allem die Liebe als Schutzraum der Sexualität und der Familie zerstören muss: Dort nämlich, wo eben diese Liebe glücklich machen sollte …
Nur Ignoranz kann behaupten, dass die Aussagen des vorliegenden Textes zur Unterdrückung der Frau beitragen und ihre Würde missachten. Nein – die eigentliche Missachtung, Unterdrückung, Entwürdigung der Frau (aber auch von Mann und Kindern) ereignet sich vielmehr bei allen Menschen dort, wo verfrühte und enthemmte Sexualität, die Degradierung des Menschen zum Objekt, die Zerstörung der psychologisch so wichtigen weiblichen und männlichen Identität Einzug halten und bereits im Kindesalter eine Schlammflut entschämender Bild-Provokationen und Nachahmungs-Verführungen auf „Smart-Phones“ zugelassen werden und bildlich ablaufen.
Die Katholische Kirche stellt diesbezüglich gesellschaftlich eingerissene Trends richtig, warnt vor verhängnisvollen anthropologischen Irrtümern und mahnt die zeitlose Gültigkeit der von Gottes Schöpfung ausgehenden Wertorientierungen an.
Das ist ihr Auftrag. Und das ist gut so.

Prof. Dr. Reinhold Ortner

Foto: privat

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Ehe und Familie – Garant der Gesellschaft

  1. Herbert Klupp sagt:

    Schon Wilhelm Reich hatte erkannt: wer Revolution will, muß die traditionelle Familie und die natürliche Schamhaftigkeit bei Sexualität bekämpfen. Wenn ich mich frage, was die heutigen Revolutionäre ( und Erben Reichs ) eigentlich bekämpfen, dann lande ich bei Gott. Die Kette ihres teils erbitterten, teils raffinierten Kampfes führt von Sexualität und Familie über konservatives Leben, christlichen Glauben, die zur katholischen Kirche und auch Ruhe und Frieden im Land, und Frieden im Gewissen bis zur Leugnung von Gottes Schöpfungsgesetzen, zur Leugnung Gottes und letztlich wohl zu einem Kampf gegen den Gott, den Jesus uns als liebenden Vater offenbart hat. Pubertär ist deren Geist, aber nichtsdestotrotz gemeingefährlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*