Wie entscheiden wir uns – für Christus oder gegen ihn?

Wer sich von Gott in den Dienst nehmen lässt, geht ein Abenteuer ein, das auch gefährlich werden kann und das zeigt, wie Gott in der Welt wirkt. Gott ist souverän. Er braucht für diesen Dienst nicht die Mächtigen und Weisen oder die Promis im Ansehen der Welt, um Großes zu bewirken. Nehmen wir als Beispiel die Seherkinder von Fatima: Jacinta Marto, Francisco Marto und Lucia dos Santos. Ihnen erschien die Mutter Gottes. Ihre besondere Berufung bestand darin, „die Liebe Gottes zu den Sündern sichtbar zu machen“. Jacinta war noch nicht einmal 10 Jahre alt, Francisco stand kurz vor dem 11. Lebensjahr, als sie starben.
Papst Johannes Paul II. sprach Jacinta und Francisco am 13. Mai 2000 selig. Das war erstaunlich, weil man bisher nicht der Meinung war, „dass Kinder in diesem Alter einen heroischen Tugendgrad erlangt haben können“, es sei denn, dass sie ihr Leben „als Märtyrer für Christus hingegeben hatten“. Die Seherkinder wären dazu bereit gewesen: „In den Tagen des August 1917, als der kirchenfeindliche Administrator der nahegelegenen Kreisstadt Vila Nova de Ourém die Kinder aus ihrem Dorf entführt hatte, versuchte er ihnen mit aller Gewalt das Geheimnis der Erscheinung zu entreißen, bis hin zur Drohung eines schrecklichen Todes in siedendem Öl.“ Die Kinder blieben standhaft. Man muss wissen, dass die damalige antikirchliche Freimaurerregierung von Portugal alles versuchte, um den katholischen Glauben im Land auszurotten. Um die Menschen zu hindern, zu den Erscheinungsorten zu kommen, wurden selbst die Nationalgarde und das Militär eingesetzt. Es war umsonst. Die Menschen fanden in großer Zahl zum Glauben zurück. Das angeblich liberale Regime hatte seine totalitäre Fratze gezeigt.
Man kann davon ausgehen, dass Christus jeden in seine Nachfolge beruft, gleichgültig, welchen Beruf er ausübt, ob er verheiratet in einer Familie oder als Single lebt.
Die Berufungsgeschichte kennt Menschen, die immer tiefer in die Anschauung Gottes hineingewachsen sind, aber auch solche, die durch besondere Ereignisse aus ihrer bisherigen Bahn gerissen wurden, bis hin zu Atheisten, die sich zufällig in eine Kirche „verirrt“ hatten und aus ihr herauskamen, in der sicheren Überzeugung: „Es gibt Gott!“. Aber allen, die danach konsequent den neuen Weg gegangen sind, ist gemeinsam, dass ihnen die Erfahrung Jesu nicht erspart blieb, die sich in seinen Worten ausdrückt: „Haben sie mich verfolgt, werden sie auch euch verfolgen.“ So erging es beispielsweise dem Journalisten, der bisher eher für antikirchliche Blätter geschrieben hatte und nach seiner Bekehrung alle Freunde in der Redaktion verlor, oder dem Politiker, der sich in seiner Partei für den Lebensschutz ungeborener, behinderter und alter Menschen einsetzte und die Genderideologie als das bezeichnete, was sie ist, nämlich eine absurde Ideologie. Die Plätze der Ministerriege waren ihm nun definitiv versperrt, auch wenn seine Partei ein „C“ im Namen trägt. Natürlich kann solche Diskriminierung auch in kirchlichen Gremien passieren, z.B. an theologischen Fakultäten, wenn ein „konservativer“ Student im Examen einem progressiven Professor in die Hände fällt. Eigentlich sollte uns das nicht verwundern. Wir stehen in einer geistigen Auseinandersetzung, die die Parole ausgegeben hat: Für Christus oder gegen ihn. Wir sollten uns für ihn entscheiden.

Hubert Gindert

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