Wie stelle ich mir einen Gott in drei Personen vor? Gar nicht!

Es ist unendlich viel geschrieben und nachgedacht worden über die Heiligste Dreifaltigkeit. Auch viele Bilder und Zeichen hat man entwickelt z.B. das Dreieck. Eines dieser Bilder, den Kopf mit drei Gesichtern ähnlich dem Januskopf, haben die Päpste verboten. Wie stellen wir uns denn dann den dreifaltigen Gott vor? Auch in der Theologie des 20. Jahrhunderts gab es zwei Hauptsrömungen: Hans Urs von Balthasar, der mehr die drei Personen in Einheit betonte und Karl Rahner, der mehr die Einheit betonte. Das ist kein Widerspruch!
Wie stellen wir uns also den einen Gott in drei Personen vor?
Ich lebe täglich mit dem Vater, der uns sein Herz, seinen Sohn gesandt hat, der uns alles gelehrt hat, was er vom Vater gehört hat und der gesagt hat: „Ich und der Vater sind eins.“
Ich glaube und vertraue Ihm, weil ich auf Ihn mein ganzes Leben gesetzt habe. Ich glaube und vertraue Seinem Wort, wie es uns die Evangelien berichten. Und ich vertraue Seinem Wort, dass er uns den Heiligen Geist sendet, den Tröster, der uns in die Wahrheit führt. Für mich ist noch besonders einleuchtend das, was ein Lehrer der frühen Kirche sagte: „„Nimm Dir also als Zeichen die Sonne für den Vater, das Licht für den Sohn, die Glut für den Heiligen Geist.“ (Ephräm der Syrer). Aber auch das ist eine Krücke. Wer täglich mit Gott lebt, der braucht keine Krücke; denn Er und Sein Hirtenstab tröstet und leitet mich, „muss ich wandern im finsteren Tal des Todes.“
Aber das Wichtigste, dass die Heiligste Dreifaltigkeit letzlich hier auf Erden ein Geheimnis bleibt, das unser Verstand in diesem Leben nicht fassen kann, ist: dass Gott in drei Personen eins ist, ist göttliche Offenbarung. So etwas kann der Mensch sich gar nicht ausdenken. Die heidnischen „Dreifaltigkeiten“ sind sehr leicht zu begreifen wie die von Heliopolis und die von Memphis. Es sind jeweils nur drei Götter.
So fällt es mir sehr leicht im Glauben und Vertrauen anzunehmen, dass Christus und der Vater eins sind und dass – wie uns die Kirche lehrt – sie den Heiligen Geist gesandt haben, der vom Vater und vom Sohn ausgeht. Christ sein heißt, mit dem dreifaltigen Gott leben, das ganze Leben auf Ihn setzen. Das ist alles, was wir brauchen!

Michael Schneider-Flagmeyer

Bild: (c) .wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeit#/media/File:Trinity_(Guiard_des_Moulins,_Bible_historiale,_15_c.).jpg

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