Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Pfarrer Hans Buschor

Pfarrer Hans Buschor gehörte zu den wenigen Kirchenleuten, welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Wirklichkeit sahen. Die Veränderungen in Kirche und Gesellschaft vollzogen sich so schleichend, dass auch die Repräsentanten der Kirche sie verdrängen konnten.
Der Religionsunterricht verkam weithin zur Religionskunde und zur Kritik an der Kirche „Vom Religionsunterricht bleibt nichts hängen“ erklärte Dr. Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück, das Wegbleiben der Kinder und Jugendlichen nach der Firmung. Und Bischof Bode muss es wissen. Er ist der Spezialist der Deutschen Bischofskonferenz für Jugendseel¬sorge. Immer mehr Klöster verschwinden so unkoordiniert, dass ein Kahlschlag von Kulturgütern droht wie vor 200 Jahren bei der damaligen Säkularisierung. Die Schließung so vieler traditionsreicher Klöster fand auch innerhalb der Kirche kaum Beachtung. Dieser allgemeine Niedergang des Glaubens ließ den Schweizer Pfarrer Hans Buschor nicht kalt. Er wusste, dass das Glück der Menschen in der Einhaltung der Zehn Gebote und das ewige Leben in der Achtung der Sieben Sakramente grundgelegt sind.
Daher schmerzte ihn der Verlust an religösem Wissen. Aber Pfarrer Buschor klagte nicht über Versäumnisse in der Kirche. Er handelte umsichtig, um die Situation der Gläubigen wenigstens teilweise zu verbessern.
Hans Buschor wurde 1933 im Kanton St. Gallen geboren. 1959 wurde er zum Priester geweiht. Schon in seiner Kaplanszeit drehte er Jugendfilme. Von 1963 bis 1971 war er Gymnasiallehrer für Mathematik und Physik. Damals drehte er in seiner Freizeit Kinofilme über Pater Pio und über Fatima. Auch als hauptamtlicher Pfarrer arbeitete er anschließend als freier Mitarbeiter für das Schweizer Fernsehen bei religiösen Themen als Berater mit. Nach seiner Pensionierung vom Pfarrdienst baute er seinen Fernseh- Sender K-TV auf. Diese spenderfinanzierte Anstalt hat ein Vollprogramm, Informationssendungen, Berichte, Diskussionen und vor allem täglich eine Heilige Messe. Dafür danken ihm vor allem die Alten und Kranken und jene Zuschauer, die in einer Gegend ohne Priester leben. So klein seine materiellen Mittel dabei auch waren, so groß waren sein Gottvertrauen und seine Verpflichtung, Seelen zu retten. Christi Missionsbefehl „Lehret alle Völker“ galt in seinen Augen auch für die deutschsprachigen Völker in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Als Katholik dachte er universal, das hieß für ihn international zu handeln und in großen Zeiträumen zu denken. Daher rührte sein rastloser Einsatz für die Verbreitung von religiösem Wissen. Auch die Schönheit der Natur und die Wahrheit der Kunst stellte er in den Dienst der Verkündigung. Hans Buschor wurde rasch zum Pionier der modernen Kommunikationsmittel im Dienste der religiösen Volksbildung. Und das alles leistete er als Privatmann und Priester. Eine offizielle Unterstützung der Kirche gab es nicht. Am 27.02.2017 starb Pfarrer Hans Buschor. Wenn die Kirche die gegenwärtige Krise in Europa überstehen sollte, dann verdankt sie das Persönlichkeiten wie Pfarrer Hans Buschor. Er hätte mit Recht den Apostel Paulus im 2. Timotheusbrief zitieren können: „ Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und den Glauben bewahrt …“. Wie viele Kirchenleute können das heute sagen?

Eduard Werner

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2 Antworten auf Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Pfarrer Hans Buschor

  1. Mathias Wagener sagt:

    Ich sehe desöfteren diesen Sender. Der bescheidene Priester, dem hier ein ehrendes Andenken gesetzt wird, brachte die Glaubenswahrheiten unverfälscht weiter. In memoriam Hans Buschor.

  2. Beatrix Harter sagt:

    Vielen Dank für Pfarrer Buschor und sein wunderbares Wirken…jetzt kann er mit Pater Pio noch mehr für uns machen…Sei gesegnet <3 <3 <3

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