Das Fehlen von Freude und die Ausbeutung der Frau sind die Signatur, die die westliche Welt heute prägt.

Was ist die Signatur, welche die heutige westliche Welt charakterisiert? Das Fehlen von Freude und die Ausbeutung der Frau.
Worauf ist die Abwesenheit der Freude zurückzuführen? Es ist die fehlende, genauer die begrenzte Hoffnung. Sehr viele Menschen im Westen leben, um mit Johannes Paul II. zu sprechen, so, als ob es keinen Gott gäbe. Sie glauben, das Leben und seine Risiken ohne ihn meistern zu können. Wenn Probleme wie der Verlust des Arbeitsplatzes, Schwierigkeiten in persönlichen Beziehungen, Krankheit oder das Herannahen des Todes aufkommen, sind diese Menschen auf sich zurückgeworfen. Das ahnen sie auch. Und weil sie nur eine begrenzte Hoffnung für ihr Leben haben, weil mit dem Tod nach ihrer Meinung alles aus ist, liegt ein Schatten auf ihnen.
Die fehlende Freude lähmt auch eine allgemeine Aufbruchsstimmung, die es in einzelnen Epochen der europäischen Geschichte gab.
In unserer Gesellschaft – nicht nur in Afrika oder Asien – wird die Frau ausgebeutet. Der schlimmste Vorwurf; Man will der Frau ihre Identität nehmen, indem man ihr die Eigenschaften entwendet, die sie auszeichnen und die nur sie hat, nämlich Kindern das Leben zu schenken und sie aufzuziehen, der Familie und der Gesellschaft den Zusammenhalt und eine Seele zu geben. Die Genderideologie leistet – unter dem Beifall von Feministinnen und Frauenverbänden – dafür Hilfe, um die Frauen von jenen besonderen Eigenschaften zu „befreien“, die ihre Eingliederung in den totalen Arbeitsprozess behindern. Frauen werden mit dem Lockmittel „berufliche Karriere“ geködert, so dass sie als Mütter nicht das erste Lächeln, das erste Wort und die ersten Schritte ihrer Kinder, die sie in die Kita abgegeben haben, erleben. Diese uniformierte Arbeitswelt, in der Profit das oberste Gebot ist, zeigt sich unfähig, kinder- und frauenfreundliche Karenzzeiten für die Erziehung der Kinder durch ihre Mütter zu organisieren. Frauen, die ihre Kinder erziehen, bekommen die Leistung für die Gesellschaft nicht angemessen auf ihre Rente angerechnet. Letzte Errungenschaft dieser Ausbeutung ist die Leihmutterschaft, also die Zumutung für Frauen, gegen Geld das Kind anderer Leute auszutragen. Noch ist das in Deutschland verboten. Aber die Lockerung dieses Verbots wird bereits diskutiert und gefordert, um Deutschland „anschlussfähig“ zu machen an die Länder, in denen das bereits praktiziert wird.
Ein Christ erlebt alles, was in dieser Welt vor sich geht. Wie Untersuchungen zeigen, sind Christen stärker als Religionslose gesellschaftspolitisch engagiert, um Not zu lindern und aktiv an der Problemlösung mit zu arbeiten. Die Kraft dazu ziehen sie aus ihrem Glauben.
Glaube und Hoffnung – sagt Benedikt XVI. – wird bei Paulus „gleichbedeutend“ gesetzt. Als Christen haben wir – wie er fortfährt – durch die Erlösung „eine verlässliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können: Gegenwart, auch mühsame Gegenwart, kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiss sein können; wenn dieses Ziel so groß ist, dass es die Anstrengung des Weges rechtfertigt“ (Über die christliche Hoffnung, Ziff 1).
Christen haben Freude am Glauben, selbst als „kleine Herde“, nicht weil sie in einer anderen Welt leben, sondern aufgrund der Zusage des Herrn: „Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ Diese Freude am Glauben sollten Christen vorleben und verkünden!

Hubert Gindert

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