Irrtümer, die in die Jahre kommen, werden dadurch nicht richtiger.

„Ende der weiblichen Geduld“ ist ein Kongress überschrieben, der zum „Tag der Diakonin“, am 29. April 2017, in Stuttgart stattfand (Konradsblatt, 19.2017, S. 4).
Im Vorspann von Brigitte Böttner heißt es … „sie sind des Wartens müde und wollen sich nicht länger hinhalten lassen. Sie fordern den Zugang von Frauen zu Amt und Weihe in der katholischen Kirche. Auch die Bischöfe sind gefragt“.
Das Podium „Frauen und Kirche“?! – „Frauen sind Kirche!“ wurde geleitet von Silke Arning vom Südwestrundfunk. Es war besetzt mit Katharina Ganz (Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen), Claudia Lücking-Michel (ZDK), Bettina Jarasch (Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Hubert Wolf und Thomas von Mitschke-Collande.
Der „Tag der Diakonin“ wurde vor 20 Jahren vom „Netzwerk Diakonat der Frau“ gegründet. Sein Ziel ist die Zulassung von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern, d.h. zum dreigestuften Priestertum mit Diakonat-, Priester- und Bischofsamt.
Das Hauptproblem der Netzwerkerinnen besteht darin, dass sie sich nicht an Jesus Christus orientieren wollen. Die Übertragung der Weihevollmacht geschieht nach biblischer Überlieferung am Gründonnerstag, dem Tag vor seinem Leiden, durch Jesus an die Apostel. Das ist der eigentliche Grund und Bezug des apostolischen Schreibens von Papst Johannes Paul II. „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“, in dem der Papst u.a. erklärte: „damit also jeder Zweifel bzgl. der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich Kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben“.
Auch die Einführung des Diakonats, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben wird, geschieht an sieben Männern, die namentlich festgehalten sind.
Es gibt heute einen weiteren Grund, warum die Frauen-Diakon-Netzwerkerinnen heftig dagegen ankämpfen, dass die Weiheämter nur Männern vorbehalten sind. Das ist die eigene Natur, von der sie sich emanzipieren wollen. Einladende zum Stuttgarter Treffen sind die katholischen Frauenverbände KFD, KDFB, das Netzwerk, „Diakonat der Frau“ und das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken. In ihren Reihen finden sich Befürworter und Sympathisanten der Genderideologie. Der Philosoph Robert Spaemann spricht sich gegen die Genderideologie aus, die die natürliche Polarität von Mann und Frau nicht anerkennt. Spaemann bezeichnet „Gender-Mainstreaming“ als eine „Emanzipation von unserer Natur“. Er sagt weiter, „Freiheit außerhalb und jenseits der Grenzen der Natur ist nicht Freiheit, sondern Destruktion“. Letzteres zeigt sich u.a. darin, dass die Genderideologie die Eigenschaften, die eine Frau auszeichnen und nur ihr zukommen, niederwalzen.
„Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken forderte die deutschen Bischöfe am 5. Mai 2017 auf, ‚sich in Rom für einen Sonderweg beim Thema Frauendiakonat‘ einzusetzen. Das ZDK stimmte mit großer Mehrheit für einen entsprechenden Antrag“ (Tagespost, 9.5.2017).
Die von Jesus Christus verfasste Kirche, die nach seinem Vorbild ihre oberste Priorität im Dienst für Gott und die Menschen hat, wird nicht akzeptiert. Kirche ist für die Netzwerkerinnen eine Institution, in der es um Macht und um das Herrschen geht. Was dem im Wege steht, wie das Kirchenrecht, das die Nichtzulassung von Frauen zu den Weiheämtern in Canon 1024 regelt, muss dann eben beseitigt werden. Der emeritierte Tübinger Dogmatiker, Prof. Dr. Hünermann berichtete, er habe Papst Franziskus empfohlen „die Möglichkeit der Zulassung von Frauen zum Amt der Diakonin (Weihediakonat) aus historischer Sicht untersuchen zu lassen“. Eine solche Prüfung habe Franziskus zugesagt. Er vergisst aber, dass Papst Franziskus inzwischen darauf aufmerksam gemacht wurde, dass diese historische Untersuchung bereits stattgefunden hat. Niemand bezweifelt, dass Frauen in der Kirche qualifizierte Dienste ausgeübt haben und es selbstverständlich auch heute tun. Aber es waren eben keine Weiheämter.
Die Frauen auf dem Podium beklagten, dass Frauen aufgrund des Priestermangels als „Lückenbüßerinnen“ für die Seelsorge in den Gemeinden herhalten müssten. Eigentlich wäre diese Situation eine Gelegenheit, einmal ernsthaft danach zu fragen, warum wir den sogenannten Priestermangel haben. Man würde dann auf unliebsame Erkenntnisse stoßen, z.B., dass er mit der Kinderarmut, der mangelnden religiösen Kindererziehung, dem Religionsunterricht, den Defiziten an den theologischen Ausbildungsstätten etc. zu tun hat.
Bleibt noch für die Frauen, die die Geduld verloren haben, dass ihnen die kirchlichen Weiheämter nicht offen stehen, die Frage, was die Menschen in unserer Gesellschaft von den Frauen im kirchlichen Dienst, in Caritas, im Religionsunterricht erwarten: Weiheämter oder in erster Linie, dass sie ihre Tätigkeit an den ihnen Anvertrauten mit Respekt, Liebe und Kompetenz verrichten.
Im Artikel von Brigitte Böttner wird vermerkt „auch mehrere Bischöfe seien geladen gewesen, doch alle hätten sich entschuldigen lassen“. Dies spricht nicht für Bischöfe. Natürlich ernten Bischöfe, die die gutbegründete Lehre der Kirche auf solchen Treffen darlegen, keine Sympathien, weder bei den Teilnehmern, noch bei den Medien, die darüber berichten. Aber es wäre ihre Aufgabe, das zu tun.“

Hubert Gindert

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*