Patrona Bavariae halte deine schützende Hand über das Land

Die Verehrung der Gottesmutter als Schutzfrau Bayerns findet noch eine erstaunliche Zustimmung. Zum Fest „100 Jahre Patrona Bavariae“ kamen am 13. Mai 2017 über 10.000 aus ganz Bayern nach München. Sie kamen ohne große Werbung. Vielleicht waren die Bischöfe selber erstaunt über den großen Zustrom zum Marienplatz in München. Hätten sie die zur Verfügung stehende Pfarreien-Struktur für eine intensivere Werbung genutzt, wären vermutlich noch weit mehr nach München gekommen.
Das Fest „Patrona Bavariae“ geht auf den letzten bayerischen König Ludwig III. zurück. Ludwig erbat mit seiner Gemahlin Therese im Kriegsjahr 1917 von Papst Benedikt XV. ein eigenes kirchliches Fest unter dem Namen „Maria Patrona Bavariae“, das mit Zustimmung des Papstes nun alljährlich am 14. Mai in ganz Bayern gefeiert wird.
Gläubige aller bayerischen Diözesen kamen am 13. Mai von verschiedenen Seiten sternförmig auf den Marienplatz: Gebirgsschützen, Trachtenabordnungen, katholische Organisationen mit wehenden Fahnen sammelten sich zum Festgottesdienst um die Mariensäule: Ein Meer von Fahnen und Farben unter weiß-blauem Himmel.
Zum Festgottesdienst kamen neben den Bischöfen Prinz Franz von Bayern als Vertreter des Hauses Wittelsbach, außerdem Ministerpräsident Horst Seehofer und Mitglieder des bayerischen Kabinetts.
Kurfürst Maximilian I., ein großer Marienverehrer, hatte während des 30jährigen Krieges 1637, aus Dankbarkeit für die Bewahrung Münchens vor der Plünderung durch die Schweden, die Mariensäule errichten lassen. Sie wurde zum Mittelpunkt Bayerns.
Am Ende des Festgottesdienstes sprach Kardinal Marx das Gebet, das die Weihe des Landes an die Gottesmutter erneuert. Eine Passage aus diesem Weihegebet lautet:
„Sei du die Patronin des Landes Bayern auch in dieser Zeit. In dem Streit der Parteien sei du Versöhnung und Friede; in den Weglosigkeiten unserer offener Fragen zeige uns den Weg; die Streitenden versöhne, die Müden erwecke; gib den Misstrauischen ein offenes Herz, den Verbitterten Trost, den Selbstsicheren Demut, den Ängstlichen Zuversicht, den Vorwärtsdrängenden Besonnenheit, den Zaudernden Mut, uns allen aber die tröstende Zuversicht unseres Glaubens …“
Die Feier auf dem Marienplatz endete mit der begeistert gesungenen Bayernhymne. Sie spiegelt das Bewusstsein eines Landes mit einer mehr als 1300jährigen Geschichte wider:
„Gott mit dir du Land der Bayern, deutsche Erde Vaterland!
Über deinen weiten Gauen ruhe seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben seines Himmels weiß und blau!“

Hubert Gindert

Foto: München-Marienplatz (c) privat

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