Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken spaltet!

Die Einheit der Christen ist ein hohes Gut. Der Herr selbst betet in seiner Abschiedsrede:
Dass alle eins seien“. Sein Stellvertreter führt den Namen Pontifex, Brückenbauer. Schon in der Urkirche kam es zu Spaltungen. In solchen Auseinandersetzungen sprach Petrus das entscheidende Wort. Im verlauf der Kirchengeschichte kam es zu Spaltungen, die nie mehr völlig geheilt wurden, z.B. mit der Ostkirche oder der protestantischen „Reformation“ im 16. Jahrhundert.
Die Bischöfe als die Hirten der Kirche sind zu besonderer Wachsamkeit für die Einheit verpflichtet. Das gilt auch dann, wenn der Papst als oberster Repräsentant der Kirche lächerlich gemacht und herabgesetzt wird, weil Katholiken, die zur Kirche stehen, das nicht hinnehmen können. Wer innerhalb der Kirche den Heiligen Vater zur „Lachnummer“ degradiert, spaltet die Katholiken. Das ist durch die Vizepräsidentin des ZdK Claudia Lücking-Michel auf der Vollversammlung des ZdK am 27.April 2013 geschehen, als sie wahrheitswidrig die „Verkrampftheit“ kirchlicher Sozialethik auf Kosten von Papst Benedikt XVI. glossierte. Lücking-Michel behauptete, der Papst habe “ausgewählten Männern, in der Regel Priestern“, die Füße gewaschen, „die sie mit angezogenen Socken entgegen halten, damit er ihnen einige Tropfen Weihwasser draufsprengen kann“ (Gelächter aus dem Publikum)
Als diese Aussage – nicht im ZdK! – einen Sturm der Entrüstung auslöste, bequemte sich die Vizepräsidentin des ZdK zu einer Entschuldigung: Sie habe „in einer Rede bei der ZdK-Vollversammlung eine sachlich falsche Behauptung über die Fußwaschpraxis von Papst Benedikt XVI. aufgestellt…Dabei ist es mir wichtig hervorzuheben, dass es nicht in meiner Absicht lag, mich rückblickend über die liturgische Praxis von Papst Benedikt lustig zu machen oder sein Wirken in irgendeiner Weise herabzuwürdigen. Es tut mir leid, dass dieser Eindruck entstanden sein kann“. (Kath.net 29.4.13)
Wenn die Vizepräsidentin des ZdK, Leiterin des kirchlichen Cusanus-Werkes und CDU-Abgeordnete – sehen wir einmal von der Lüge ab – nicht abschätzen kann, welche Wirkung ihre Worte hervorrufen, ist sie für ihre Funktionen ungeeignet. Sie sollte dann ihren Mund halten.
Lücking-Michel wurde bei ihren Beifall heischenden Papst Benedikt beleidigenden Ausführungen im ZdK nicht zur Ordnung gerufen. Es ist auch nicht bekannt, dass Vertreter von Gemeinschaften oder sonstige Mitglieder des ZdK aus Protest den Saal verlassen hätten.
Das Gelächter im Publikum spricht Bände über die Geisteshaltung in diesem Gremium. Das ZdK kann die deutschen Katholiken nicht vertreten. Es spaltet die Katholiken

Auf derselben Vollversammlung des ZdK forderte das prominente Mitglied Julia Klöckner, CDU-Vorsitzende in Rheinland-Pfalz, den Weihediakonat für Frauen mit den Worten:
„Die Frauenfrage geht unserer Kirche nicht mehr vom Tisch“. Eine stärkere Beteiligung der Frauen lasse sich „durch intellektuelle und theologische Pirouetten“ zwar noch verzögern, aber nicht mehr aufhalten, fügte sie hinzu. Die CDU-Politikerin warnte, dass Frauen sich eine Verweigerung von Reformen nicht weiter bieten ließen und sich von der Kirche distanzierten – bis zum Austritt ( Tagespost, 2.5.13). Julia Klöckner droht also der Kirche. Sie wird in ihrer Forderung von der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), vom Katholischen Frauenbund (KDFB),vom „Netzwerk Diakonat der Frau“ und der Leitung des ZdK unterstützt.
Die Katholiken, die zur Lehre der Kirche und zu ihrer 2000-jährigen, biblisch begründeten Überlieferung stehen und die deswegen diese Forderungen nicht mittragen können, werden auch in dieser Frage gespalten!
Als Katholiken um die Zulassung der vorkonziliaren, nie verbotenen Messe in bestimmten Gemeinden oder bei besonderen Anlässen baten, wurde das in vielen Fälle, bis zum Motu Proprio von Papst Benedikt XVI, mit der Begründung, „das spaltet die Gemeinden“ abgewiesen. Jetzt erwarten viele Katholiken, dass die Bischöfe die Spaltertätigkeit des ZdK beenden.

Hubert Gindert

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3 Antworten auf Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken spaltet!

  1. Ansgar Kneißl sagt:

    Wir alle sind mit schuld daran, dass das „ZdK“ sich zur unendlich nichtssagender Versammlung aufblähen konnte!
    Ich bin mir sicher, dass Papst Franziskus mit seiner erfrischenden, klaren Auffassung von der Stellvertretung Christi demnächst die passenden Worte sagen wird. Bis dahin ignorieren wir dieses Komitee.
    Das bisherige Auswahlverfahren für eine Mehrheit dieses Gremiums rechtfertigt für den Katholiken in Anlehnung an Goethes „Faust“ die Worte: „Ich bin der Geist, der stets verneint“.
    Beten wir alle dafür, dass das ZdK schnellstens ein katholisches Gremium wird, dem wir voll Vertrauen unsere Vertretung überlassen können.

  2. Barbara Trübenbacher sagt:

    Diese Vorgänge finde ich erschütternd. Sie sind alles andere als harmlos und müssten dem Kirchenvolk viel mehr bewusst gemacht werden!

  3. Mathias Wagener sagt:

    Ich möchte den Artikel nur noch ergänzen. Das ZdK ist entgegen dem Anschein der Bezeichnung keineswegs von den deutschen Laien demokratisch legitimiert. Es ist hauptsächlich ein Zusammenschluss von Verbänden und Einzelpersonen, die dazugebeten werden wie zum Beispiel einige Politiker usw. Am Rande sei erwähnt, dass diese Hinzugebetenen nie in kirchlicher Weise von sich reden machten, soweit dies mir bekannt ist.
    Das ZdK macht selbst sich zur Kirche, indem zum Beispiel der „Tag der Diakonin“ propagiert wird. Der Phantasie läßt man freien Lauf. Mit unseren Kirchensteuern wird der Apparat aufrecht erhalten. Das finde ich nicht in Ordnung.

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